November 2025

Besuch bei der ersten Einsamkeitsbeauftragten Katharina Schulz im Rathaus Reinickendorf am 13. November 2025

Berlin ist die Hauptstadt der Einsamkeit. Jeder zehnte Einwohner ist davon betroffen. Die Reinickendorfer Bürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner hat sich seit über 10 Jahren das Thema Einsamkeit auf die Fahne geschrieben.
Sie schuf im Jahr 2024 die Stelle der Einsamkeitsbeauftragten.
Die Aufgabe übernahm im Juli 2024 Katharina Schulz, die seit dem 01.März 2024 bereits als Ehrenamtsbeauftragte des Bezirks Reinickendorf tätig war. Mit der Einrichtung der Ehrenamtsbeauftragtenstelle erfüllt der Bezirk Reinickendorf eine Vorgabe des Berliner Senats, wonach in jedem Bezirk eine volle Stelle vorgesehen ist, die ausschließlich im Bereich der Engagement- und Demokratieförderung tätig ist. Aufgrund der themenübergreifenden Arbeit der Freiwilligenagenturen ist diese Stelle direkt der Bezirksbürgermeisterin zugeordnet. Die Einsamkeitsbeauftragtenstelle ist hiervon klar zu unterscheiden. Sie stellt eine eigenhändige kommunale Funktion dar. Mit ihrer Schaffung nimmt Reinickendorf bundesweit eine Vorreiterrolle ein – es handelt sich um die erste kommunale Einsamkeitsbeauftragtnstelle in Deutschland.

Auf dem 3. Einsamkeitsgipfel, eine Fachveranstaltung die Wissenschaft und Praxis vereint, im Dezember 2024 wurde Katharina Schulz vorgestellt, und der 16. Dezember wurde offiziell als Tag gegen Einsamkeit in Reinickendorf ausgerufen.

Im Jahr 2024 lag das Thema Einsamkeit mit Fokus auf Seniorinnen und Senioren, 2025 ist das Thema Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Leuten. Und findet dieses Mal im Foyer des Ernst-Reuter-Saales statt.
Drei Schulen aus dem Bezirk haben sich gemeinsam mit dem Bezirksamt intensiv mit dem Thema Einsamkeit auseinandergesetzt und werden ihre Perspektiven auch beim Einsamkeitsgipfel einbringen und mitprägen. (Schulfarm Insel Scharfenberg, Max-Beckmann-Schule und die Albrecht-Haushofer-Schule, die 98% kiezfremde Schüler hat). Es gibt Fachvorträge, Workshops und den direkten Austausch mit lokalen Initiativen.

Katharina Schulz, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hat, war seit 2019 als Mitarbeiterin in der Pressestelle im Rathaus erste Ansprechpartnerin für das Ehrenamtsbüro.
Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, die Infrastruktur für Engagement und Beteiligung im Bezirk weiter zu stärken und auszubauen. Das Ehrenamt soll sichtbarer gemacht werden und eine größere Anerkennungskultur fördern. Es sollen Strukturen gegen Einsamkeit geschaffen werden, Maßnahmen zu koordinieren in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und Organisationen (z. B. Exeter,
Unionhilfswerk, Seniorenvertretung), Angebote sichtbar machen, um langfristig niederschwellige Strukturen zu erreichen. Außerdem ist sie für die Planung und Durchführung des jährlichen Einsamkeitsgipfels zuständig. Frau Schulz geht mit großem Engagement, Interesse und großer Zugewandtheit ihre Aufgabe an und ist vielseitig vernetzt.

Der Bezirk ist in Sachen Einsamkeit sehr aktiv.
Zurzeit sind neun Quasselbänke im Bezirk aufgestellt, die von Auszubildenden des Garten- und Grünflächenamtes aufgearbeitet und bemalt wurden, weitere sind in Vorbereitung. Quasselbänke gibt es auch im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und Silbernetz hat drei Plauderbänke im Bezirk Wedding aufgestellt. Es sind Stammtische gegen Einsamkeit entstanden. Es gibt Stammtische in der Konditorei Laufer, Eiscafé Bacio Waidmannslust, Alte Fasanerie „Hofstube“ Lübars, Immanuel Stadtzentrum Borsigwalde und ganz neu Kreativ Café Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Reinickendorf – Baptisten-Kirche. Die Übersicht der Stammtische ist zu finden unter: www.berlin.de/ba-reinickendorf//politik-und verwaltung/beauftragte/einsamkeit#headline_1_10

Die Stammtische gegen Einsamkeit sind ein niedrigschwelliger und gemütlicher Treffpunkt in direkter Nachbarschaft für Jung und Alt, zudem verstärkt Altersarmut das Problem der Einsamkeit. Rein statistisch gesehen sind in Reinickendorf 26.600 Bürger von Einsamkeit betroffen.

Am 20.11.2025 war die Eröffnung des Kreativ Cafés der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Alt-Reinickendorf 32, 13407 Berlin.
Regelmäßig jeden 1.und 3. Donnerstag im Monat von 15:00-17:00 Uhr ist es geöffnet, der Besuch ist kostenfrei. Zur Eröffnung der Veranstaltung war die Bürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner anwesend und hielt eine berührende Rede. Die Ehrenamtsbeauftragte Katharina Schulz und eine Journalistin vom Tagesspiegel nahmen teil. Circa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Baptisten-Gemeinde waren die ersten Gäste, die Leiterin des Kreativ Cafés Rosemarie Teichelmann sowie der Pastor Georg Schieling und der Gemeindeleiter Detlev Nagi. Bei Kaffee und Kuchen wurden rege Gespräche geführt.

Es war sehr interessant, mit Frau Schulz über ihre Aufgaben zu sprechen und sie in Aktion bei der Eröffnung des Kreativ Cafés zu erleben. Für die Stadt Berlin wäre es empfehlenswert, in allen Stadtbezirken die Position einer Einsamkeitsbeauftragten zu installieren.

Eveline Harder
Berlin, den 6. Januar 2026


November 2025

Der Shanty-Chor Berlin im Sozialwerk am 15.11.2025

Am 18.12.1985 gründete der ehemalige Chef der Wasserschutzpolizei den „Shanty-Chor Berlin“. Bekannt ist dieser reine Männerchor durch Presse, Funk und Fernsehen, veranstaltet jedoch auch Konzerte in Kranken-, Pflege- und Seniorenheimen und bereichert außerdem mit seinem Gesang viele maritime Veranstaltungen. So trat der Shanty-Chor Berlin am 15. November 2025 im Sozialwerk Berlin auf. Unter der Leitung von Volker Groeling und begleitet von Akkordeon, Gitarre, Bass-Gitarre und Schlagzeug, gespielt auch von Musikerinnen, präsentierten die Sänger ein vielseitiges und anspruchsvolles Chorprogramm. „Shantys“ waren Arbeits- und Freizeitlieder der Seeleute auf den großen Segelschiffen des 19. Jahrhunderts, die zu bestimmten Arbeits- und Freizeitvorgängen erklangen. Ein besonderes Merkmal des Shantygesangs sind die Wechselgesänge zwischen einem Vorsänger, dem „Shanty-Man“, und dem übrigen Chor der Schiffsmannschaft. Dieses Merkmal trat bei dem Auftritt im Sozialwerk sehr deutlich hervor. Das Programm beinhaltete klassische Seemannslieder, u. a. Nimm uns mit Kapitän auf die Reise, Heute geht’s an Bord, Capitano, Gorch-Fock-Lied, Klabautermann, Wir lagen vor Madagaskar. Immer wurde das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln animiert. Den Abschluss bildete das stimmungsvolle Lied „I am sailing“.

Herbert Striebeck


November 2025

Erzähl-Café mit Rüdiger Schaper: Rainer
Maria Rilke „Der Prophet der Avantgarde“ am 9. November 2025


Rüdiger Schaper, geboren 1959 in Worms, wechselte nach der Tätigkeit als Kultur-Korrespondent bei der Süddeutschen Zeitung 1999 zum Tagesspiegel. 2005 übernahm er dort die Leitung des Feuilletons. Nach zahlreichen Artikeln mit dem Schwerpunkt auf darstellende Kunst sowie dem 2014 erschienenen „Spektakel. Eine Geschichte des Theaters von Schlingensief bis Aischylos“, veröffentlichte er Biografien über Harald Juhnke, Konstantin Simonidis, Karl May und Alexander von Humboldt. Im Juli 2025 erschien seine Biografie über Rainer Maria Rilke.

Rainer Maria Rilke ist kein leicht lesbarer Dichter. Er hinterließ ein umfangreiches Werk und einen Briefwechsel mit bekannten und berühmten Persönlichkeiten seiner Zeit. Rüdiger Schaper gab eingangs einen kurzen Lebensüberblick über Rilke, der am 4. Dezember 1875 in Prag geboren wurde. Er zählte die Stationen von Rilkes Leben auf und die vielen Amouren, die ihn begleiteten. Schapers im Juli erschienenes Buch gibt Auskunft darüber. Heute ist das Thema „Rilke – die Musik und die Frauen“.

Die Worte Rilkes über die Musik lauten: „Das Licht in unseren Ohren.“ Ein wundervoller Ausdruck über seine Empfindsamkeit und das Verständnis für den Klang. Dieser Ausspruch wird den Zuhörerinnen und Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben. Rilke bevorzugte Beethoven, Mozart, Haydn, lehnte Brahms jedoch kategorisch ab. Immer wieder zog er sich an einsame Orte zurück, um sich seiner Schriftstellerei zu widmen, oder sich von Liebschaften zu trennen und von der Welt abzuschirmen. „Ich kann mich durch Musik aufrichten wie Rodin an einer Skulptur“. In seinen Gedichten glaubte Rilke, eine Geige, eine Laute, eine Mandoline, eine Flöte oder ein Klavier zu hören. Als Vielleser entdeckt er zuerst Marcel Prousts Poesie und empfiehlt diese seinem Verleger.
Rilkes Gedichte werden nie vertont, erst nach seinem Tod. Rilke stirbt am 29.12.1926 an Leukämie in Val-Mont. Sein von ihm gewünschter Grabspruch lautet „Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter so viel Lidern“. Hier nun wohl sein bekanntestes Gedicht

„HERBSTTAG“:

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß,
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage.
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Das war ein zauberhafter Rilke-Nachmittag. Die Zuhörer lauschten andächtig und Rüdiger Schaper trug die Texte und Gedichte mit Leidenschaft und Begeisterung für den Dichter vor. In der Diskussion wurde vieles hinterfragt, und es war ein großes Interesse am Leben des Dichters zu verzeichnen. Großer Dank an Rüdiger Schaper für diese spannenden Stunden mit und über einen großen Dichter des 20. Jahrhunderts.

Eveline Harder
18. November 2025
Text und Foto


Oktober 2025
Fachtagung der Alzheimer Angehörigen
Initiative (AAI) „KONFUS – Umgang mit Demenz“ am 30.10.2025


Nach langer Zeit fand wieder eine Fachtagung der Alzheimer Angehörigen Initiative im Sozialwerk Berlin statt, die in früheren Jahren im Roten Rathaus ihr Domizil hatte und durch die Pandemie unterbrochen wurde.


Der zweite Vorsitzende Petre Stawenow begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und ließ das Grußwort des Schirmherrn dieser Veranstaltung Christian Zander, Gesundheitlicher Sprecher der CDU, verlesen. Dann ging das Wort an die erste Vorsitzende der AAI Christine Schmitz-Statzkowski. Ihr Thema war „Umgang mit kognitiven Fähigkeitsstörungen!“. Mit ihrer Power-Point-Präsentation und ihren profunden Kenntnissen begeisterte sie das Publikum. Sie erläuterte die Entwicklung einer Demenz im Laufe der Jahre und wie Angehörige und Pflegende damit umgehen können und gab durch ihre jahrelangen Erfahrungen auf diesem Gebiet wertvolle und hilfreiche Tipps..

Dr. Andras Funke, Facharzt Neurologie, hatte das Thema „Neues Medikament – Heilung in Sicht?“
Kurze Antwort: Nein, gibt es nicht! Die Studien darüber gehen in den USA weiter. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die bisherigen Medikamente weiter eingenommen werden müssen, denn diese verzögern den Krankheitsverlauf. Anhand von Beispielen untermauert er seinen Vortrag.

Zum Thema „Tanz und Pflege“ sprach als Vertretung Katja Müller-Harder, Choreografin und Feldenkrais-Trainerin, über Freude erleben trotz Alzheimer. Sie forderte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, die von ihr vorgegebenen Bewegungsübungen mitzumachen, was etwas Lebendiges in den Saal brachte. Was das aber mit dem Thema Demenz zu tun hatte, war nicht erkennbar.

Zum Schluss brachte Christine Schmitz-Statzkowski das Thema „Möglichkeiten der Entlastung im Rahmen des SGB XI“ zur Sprache. Wenn es auch ein Ritt durch das Sozialgesetzbuch war, so hat Frau Schmitz-Statzkowski es so spannend aufbereitet, dass das Publikum aufmerksam lauschte.

Die Kaffeepausen wurden zu intensivem Gedankenaustausch genutzt. Eine rundherum gelungene Veranstaltung, die jetzt hoffentlich wieder regelmäßig stattfinden möge.

Eveline Harder
18. November 2025


Oktober 2025

Vortrag über Kaiserin Augusta im Sozialwerk Berlin

Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des 19. Jahrhunderts von den Befreiungskriegen gegen Napoleon, der Folgezeit des Wiener Kongresses über die bürgerliche Revolution 1848, die Einigungskriege unter preußischer Führung bis hin in die ersten Jahrzehnte des 2. Deutschen Kaiserreichs  zeichnete Joachim Krüger in Bild und Wort den Lebensweg der späteren deutschen Kaiserin Augusta.
Geboren als Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach, später preußische Königin und zuletzt deutsche Kaiserin war sie eine politisch interessierte und streitbare, sozial engagierte, aber auch ihrer adligen Herkunft anhängende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, an die noch heute der Name Kaiserin-Augusta-Allee in Charlottenburg erinnert .

Die Veranstaltung war mit ca. 40 Personen gut besucht.


Joachim Krüger

Foto: Monika Borchert


Oktober 2025

Griechische Musik im Sozialwerk Berlin
Am 17. Oktober  konnten Griechenlandurlauber in Erinnerungen schwelgen. Zwei Musiker aus Griechenland verzauberten den Saal in einen Ort griechischer Lebensfreude.
Die beiden Musiker schufen mit Gitarre und Bouzouki eine Klanggewalt, die die Besucherinnen und Besucher mitriss und zum Mitsingen und rhythmischen Klatschen animierte.
Eine Hauptrolle spielte die Bouzouki, die viele griechische Lieder und Schlager solistisch präsentierte. Die Liedtexte wurden in Griechisch und Deutsch gesungen und beinhalteten bekannte „Ohrwürmer“, wie z. B. „Griechischer Wein“, „Weiße Rosen aus Athen“, usw..
Eine besondere Ergänzung Östellte das vom Sozialwerk gespendete Gläschen Ouzo dar, das der Veranstaltung einen anregenden Ausklang gab.
Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


Oktober 2025

20. Fachtagung Palliative Geriatrie Leben
können – Sterben dürfen „Zugangsgerechtigkeit für alte und demente Menschen zur palliativen Versorgung“ am 10. Oktober 2025

Wie immer fand die Tagung im Konrad-Adenauer-Haus
statt. Der Hausherr, Herr Dr. Joachim Klose, eröffnete die Tagung und Herr Dirk Müller, der Veranstalter, betonte bei der Begrüßung, dass die Zugangsgerechtigkeit nicht nur im Hospiz, sondern auch für die Allgemeinheit Anwendung finden muss. Dann ergriff Frau Professor Dr. Marina Kojer, Ehrenvorsitzende der Fachgruppe Palliative Geriatrie, das Wort. Sie war fünf Jahre nicht mehr bei der Tagung anwesend. Sie sprach davon, dass die Lebenserwartung von Jahr zu Jahr steigt. Darum ist die Palliative Geriatrie wichtiger geworden und die Anforderungen an das Personal immer fordernder und schwieriger. Sie schloss mit den Worten von Sören Kierkegaard „Der Helfer muss zunächst verstehen, dass Helfen nicht Herrschen heißt, sondern Helfen.“

Frau Professor Dr. Katharina Heimerl, Universität Wien, sprach über das vierte Lebensalter, wenn die Erwerbsphase schon lange vorbei ist und die ersten Beschwerlichkeiten eintreten. Sie teilte das in Go-Gos, Slow-Gos und No-Gos ein. Sie setzt sich für die Zugangsgerechtigkeit bei Palliativbedürftigkeit von Hochaltrigen ein, und zwar nicht nur in Todesnähe, sondern um die spezifische Care-Bedürftigkeit bei Morbidität und Demenz und um auch den Angehörigen in schweren Zeiten beizustehen. Was muss man über die Menschen wissen, um sie gut betreuen zu können? Man muss die Biografieunterlagen kennen.

Mit den Hochbetagten sollte über ihre Sterbewünsche geredet werden. Herr Dr. Sebastian Schiel, Direktor Klinikum Fulda.
Leben können, Sterben dürfen – wie gelingt das im praktischen Versorgungsalltag? Lebensziele und Therapieziele? Was ist mir wichtig, was möchte ich und was möchte ich nicht? Anhand von Fallbeispielen untermauerte er die Lebensziele alter Menschen. Das „Leiden am Leben“ minimieren und die Lebensqualität steigern. Kommunikation mit den Hochbetagten ist überaus wichtig. Total Pain in der palliativen Geriatrie: körperliche Leiden, psychische Not, soziale Nöte, spirituelles Leid.

Frau Hedwig Neu, Krankenschwester und Validationsmaster-Teacher, „Mit Validation den Weg gemeinschaftlich und empathisch gehen“. Drei Fälle wurden vorgestellt. Sie bezog sich in der Analyse auf die dritte Strophe des Liedes „Der Mond ist aufgegangen…“ „Seht ihr den Mond dort stehen, er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen,
weil unsere Augen sie nicht sehen.“ Eine gute Metapher über das Halbwissen der Sterbewünsche der Hochbetagten. Am Lebensende nicht allein zu sein ist der Wunsch jedes Sterbenden. Mit Validation den sich im Sterben Befinden zu unterstützen. Herr Dr. Harald Retschitzegger, Additivfacharzt für Geriatrie, Wien, hatte das Thema „Von Alzheimer bis Zauberberg“ – eine literarische Reise durch die Palliative Geriatrie -. Wie immer begeisterte Retschizegger durch seinen Vortrag mit Auszügen aus den jeweiligen Büchern die Zuhörer. Unter anderem brachte er Werke von Thomas Mann, Arno Geiger, Melitta Breznik und andere zur Sprache. Seine Präsentation endete mit dem Ausspruch „Ich lese bis ich verwese“. Das war brillant!

Während der Fachtagung wurden die Teilnehmer musikalisch von Frau Iris Krall-Radulian, Violinistin und Seniorenbetreuerin, Wien, erfreut. Sie bezauberte mit ausgewählten Stücken das Publikum und erzählte aus ihrem ehrenamtlichen Leben, wie sie Sterbenden mit
ihrer Violine zu glücklichen Momenten verhilft. Sehr beeindruckend und berührend.

Es war eine sehr erfolgreiche Tagung mit Gedankenaustausch zwischen den Teilnehmern während der verschiedenen Pausen.
Ein großes Kompliment an Dirk Müller und sein Team.

Text und Fotos von Eveline Harder
12. Oktober 2025


September 2025

Erzähl-Café am Sonntag, 28. September 2025, mit Eckhart Neuberg „Toni Buddenbrooks“

Der Schauspieler Eckhart Neuberg, Jahrgang 1953, ist kein Unbekannter im Sozialwerk Berlin. 2023 las er aus Thomas Manns „Lotte in Weimar“ und 2024 trat er als Goethe kostümiert mit der Schauspielerin Heidemarie Gohde als Christiane auf, um aus den Briefen der beiden zu lesen „Behalte mich ja lieb“. Das ist unvergessen! 2025 ist nun das Thomas-Mann-Jahr.
Dieses Mal geht es um das Thema „Toni“ aus den Buddenbrooks. Nach einer kurzen Einführung in das Werk begann es mit dem Auftritt des Bendix Grünlich in der Familie Buddenbrooks. Grünlichs einschmeichelnde und leicht aufdringliche Art wirken negativ auf Toni, die eine bezaubernde und schöne junge Frau ist. Die weiteren Annäherungsversuche Grünlichs empören sie, während das Elternpaar dem sogenannten vermögenden Kaufmann aus Hamburg sehr zugetan ist. Sie sehen nur das Geschäft und den wohlhabenden Mann dahinter. Toni wird krank und um der Miere zu entkommen, wird sie zur Erholung nach Travemünde geschickt, wo sie bei dem Lotsenkommandeur Schwarzkopf und seiner Frau unterkommt. Dort lernt sie deren Sohn Morten, Student der Medizin, kennen, und die beiden freunden sich auf den Spaziergängen am Meer an. Die zwei entwickeln Gefühle miteinander.  Das teilt Toni auch ihren Eltern mit, und der Vater erzählt es Grünlich. Dieser fährt nach Travemünde und macht dem Lotsenkommandeur Vorhaltungen. Morten wird zurück an die Universität geschickt und Toni geht zurück nach Lübeck. Unter dem Druck ihrer Eltern heiratet Toni doch Grünlich, obwohl ihr Herz für Morten schlägt. Das schönste Zitat aus dem Buch ist Tonis Ausspruch auf dem Wege nach Travemünde „Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus“.

Damit endet aus Zeitgründen die Lesung.
Eckhart Neuberg versteht es, den Text uns eindringlich nahezubringen, bezaubert mit dem norddeutschen Dialekt und arbeitet das schmierige Auftreten Grünlichs herrlich heraus. Das Publikum war begeistert und wollte den Schauspieler nicht gehen lassen. Großer Beifall und der Wunsch, dass er in 2026 wiederkommen möge.
Herzlichen Dank an Eckhart Neuberg und auf ein baldiges Wiedersehen im nächsten Jahr!

Eveline Harder
4. Oktober 2025
Fotos : Monika Borchert


Der Bariton Urmas Pevgonen im Sozialwerk Berlin

September 2025

Am 20. September 2025 standen der Sänger Urmas Pevgonen und sein Begleiter Alexander Danko auf der Bühne des Sozialwerks. Mit seiner schönen und kräftigen Baritonstimme trug der Sänger bekannte volkstümliche Lieder unter dem Motto „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“ vor.

Für einen weiteren musikalischen Hochgenuss sorgte Alexander Danko, der mit seinem Knopfakkordeon nicht nur den Sänger begleitete, sondern auch eindrucksvolle solistische Ergänzungen zum Liedprogramm vortrug.

Das Lied „Freut euch des Lebens“ eröffnete den Liederzyklus und wurde mit bekannten Volksliedern fortgesetzt, deren Präsentation durch die großartige Stimme des Sängers ein eindrucksvolles Wiedererkennen und -erleben hervorrief.

Leider stand das alljährlich gewünschte und erwartete „Wolgalied“ diesmal nicht im Programm.

Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


September 2025

Lieder und Texte zur „Ewigen Jugend“ im Sozialwerk
Beschreibungen und Geheimnisse der „Jugend“ standen im Mittelpunkt der Lieder und Gedichte, die die „unverwelkbare ewige Jugend“ den Besucherinnen und Besuchern des Konzerts nahebrachten. Die Sängerin Jeannette Rasenberger zeigte bei den Liedvorträgen auch ein schauspielerisches Talent, so dass die Zuhörerinnen und Zuhörer ein lebendiges und anregendes Konzert
erlebten und auch zum Mitsingen animiert wurden.

Andreas Wolter am Flügel begleitete nicht nur die Sängerin, sondern ergänzte den Liedvortrag durch eindrucksvolle solistische Kompositionen.

Herbert Striebeck


September 2025

Szenen einer Ehe – Humor und Satire auf der Bühne des Sozialwerks am 6. September 2025
Nach „Schlager und Parodien am laufenden Band“, präsentiert von Bert Beel, und der mit Begeisterung aufgenommenen „Reise durch Italien“ mit der Italienerin Rosanna wurden die Mitglieder und Gäste der Besucher der Veranstaltung „Fauxpas de Deux – Szenen einer Ehe“ zu einer zustimmenden oder auch kritischen Auseinandersetzung mit eigenen Alltagserfahrun-gen in den zwischenmenschlichen Beziehungen herausgefordert.
Die Sängerin Elisabeth Arend, begleitet am Klavier durch Klaus Schäfer, trug anspruchsvolle, bissige, satirische und auch spaßige Chansons und Texte u. a. von Georg Kreisler, Erika Pluhar, Friedrich Hollaender, Theo Mackeben, Kurt Tucholsky, Lisa Fitz und  Otto Reutter vor, ergänzt durch die „Diplomatenjagd“ von Reinhard Mey.
Nicht jeder Besucher konnte mit den vielen unterschiedlichen Texten und Liedern etwas anfangen, aber die Mehrheit der Zuhörerinnen und Zuhörer kamen mit ihren literarischen Interessen und Vorlieben voll auf ihre Kosten.

Herbert Striebeck


September 2025
Besuch einer Schülergruppe von Vivantes im Sozialwerk

Folgenden Text hat der Kurs dazu geschrieben:

Es war eine wunderbare Gelegenheit, an dieser besonderen Exkursion teilzunehmen.
Sie hat uns einen tiefen Einblick in die Ausbildung gegeben und gezeigt, dass es Menschen gibt, die sich auch im hohen Alter mit ganzem Herzen und ehrenamtlich für andere engagieren.
Beeindruckend war es, einen Ort kennenzulernen, an dem Menschen füreinander da sind – mit Worten und mit Taten. Ein Ort, der das Gefühl vermittelt: Jeder ist wertvoll und niemand ist allein. Diese besondere Atmosphäre durften wir auch durch die herzliche Aufnahme selbst erfahren.
Mit diesen Eindrücken und Gedanken kehren wir nun zurück in unsere Einsätze, in denen wir Menschen begegnen, die manchmal genau das brauchen. Vielen Dank dafür.


Herzliche Grüße
Agnes Pilz
Pflegepädagogin B. A.


August 2025

Veranstaltung mit Bert Beel

Man soll mit Superlativen schon sehr vorsichtig sein, aber auf die Veranstaltung mit dem Entertainer Bert Beel trifft es schon zu.

In einem roten Anzug trat der schlanke hochgewachsene Sänger mit viel Applaus auf die Bühne.
Er unterhielt das große Publikum mit viel Charme
und gekonnten Sprüchen und gewann die Herzen im Nu. Seine ausdruckstarke Stimme versetzte unsere Gäste sehr schnell in eine gute Stimmung.

Den Höhepunkt setzte er mit seinen Parodien. Lale
Andersen, Heinz Erhardt, Udo Lindenberg aber auch Udo Jürgens und viele andere Größen der Vergangenheit wurden mit den entsprechenden Accessoires gekonnt dargeboten. Das war eine großartige Stunde der Unterhaltung, die den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Dank auch an Marita Vennewald, die mit viel
Charme das Publikum begrüßte und den Künstler mit großem Dank und einem herzlichen Applaus verabschiedete.


Rolf Meyer


August 2025

Das Programm der Computerschule ist online!

Das Programm unser Computerschule ist ab sofort online und kann hier (Klick) eingesehen werden.

Es sind noch Plätze frei!

Gerhard Maas (Digitalkontakter GM)


Juli 2025

Sommerfest 2025 im Sozialwerk Berlin

Am 11. und 12. Juli fand wieder das traditionelle Sommerfest der Mitglieder und Gäste des Sozialwerks Berlin statt.

Leider konnte die neu überdachte Terrasse nicht genutzt werden, da das Wetter eine Veranstaltung auf Terrasse und Garten nicht zuließ.

Die Stimmung im sommerlich geschmückten Saal war jedoch nicht getrübt: Unser Hausmusiker Kiry Janev heizte den Besuchern mit bekannten musikalischen Ohrwürmern und aktuellen Hits ordentlich ein. Er animierte zum Mitsingen, Schunkeln und sogar Tanzen.

Angeregt wurden die Feiernden durch ein Wein- und Bowle-Angebot.
Den Abschluss bildete die Möglichkeit zum Verzehr von Bratwurst und Brötchen.

Ein herzlicher Dank an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter
für ihre Einsätze bei den Vorbereitungen und bei der Durchführung des Sommerfestes!

Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


Juli 2025

Projekttage zum Thema

„Begegnungen mit aktiven älteren Menschen in einem Selbsthilfezentrum“

Drei Tage lang hat eine Gruppe von 12 Schülern der
Otto-von-Guericke-Schule das Stadtteilzentrum Sozialwerk Berlin besucht.

Dort sind sie zusammen mit älteren Menschen in die digitale Welt eingestiegen.
Sie haben u.a. die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) erforscht.

Es wurden viele Interviews geführt, die sich mit der Kindheit sowie den Lebenszielen der heutigen älteren Generation befassten.

Die Schüler nahmen an einer Sitzung des Landesseniorenbeirats teil.
Dort diskutierten sie über das Thema:
„Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr“.

Am Ende probierten die Schüler einen Altersimulationsanzug aus.
So konnten sie nachempfinden, wie es sich anfühlt, wenn man bereits einige körperliche Einschränkungen hat.

Die Resonanz der Projekttage war sehr positiv.
Ältere und Jüngere hatten große Freude daran, miteinander zu reden und ihre Erfahrungen auszutauschen.


Juni 2025

Erzähl-Café am 15. Juni 2025 mit Knut Elstermann

„Bach bewegt“ – Der Komponist im Film

Knut Elstermann, Jahrgang 1960, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur in verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er als freier Moderator und Filmjournalist tätig, vor allem für MDR Kultur und für den rbb (radioeins). Er verfasste zeitgeschichtliche Bücher sowie zahlreiche Features für Fernsehen und Hörfunk, u. a. über die DEFA-Geschichte.

Knut Elstermann ist Mitglied der Akademie für Darstellende Künste und wurde ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis von First Steps 2015 sowie dem Ehrenpreis der Unabhängigen Filmverleiher. Elstermanns Buch ist eine Liebeserklärung an Bach, umkreist aber zugleich auf unaufhaltsame Weise die grundsätzlichen Fragen nach biografischem Erzählen.

Wenn ein Autor so begeistert von seinem Thema ist und der Inhalt so fundiert, mitreißend und lebendig vorgetragen wird, dann springt der Funke auch auf das Publikum über. Die verschiedenen Ausschnitte aus Bach-Verfilmungen untermauerten das Gesagte. Die Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten gespannt dem Vortragenden.

2025 feiern wir das Bach-Jahr zum 250. Todestag des Künstlers. In diesem Jahr findet das große Bach-Fest im Juni in Leipzig statt.

Elstermann begann über sein Erweckungserlebnis zu erzählen – das Weihnachts-Oratorium, das er mit ca. 12 Jahren erlebt hatte. Am Alexanderplatz kaufte er damals Karten für seine Eltern und sich. Musikalisch war für ihn nach diesem Abend nichts mehr wie vorher.

Die Chöre und Choräle, die lieblichen Arien, Wiegenlieder für den neugeborenen Gottessohn, das himmlische Konzert der Engel und Hirten, die packenden biblischen Erzählungen des Evangelisten lösten bei ihm eine lebenslange Begeisterung für Bachs Werke aus. Und diese Leidenschaft hat ihn bis heute nicht verlassen.

Er besuchte alle Orte, in denen Bach wohnte, wirkte oder spielte, sah sich die verschiedenen Museen an und sprach mit den entsprechenden Fachleuten über „seinen Komponisten“.

Er kommentierte die gezeigten Filmausschnitte, und die dargebrachten Musikstücke verursachten Gänsehaut. Ein so produktiver Komponist, Organist und Cellist – einfach unglaublich.

Im Internet sind etliche Filme über Johann Sebastian Bach zu finden. Beeindruckend war auch der Ausschnitt einer niederländischen Inszenierung, die mit Obdachlosen gefilmt wurde.

Mit zunehmendem Alter, sagt Elstermann, habe er neue Vorlieben entwickelt: das „Wohltemperierte Klavier“ und die „Goldberg-Variationen“.

Bach habe sich in sein Leben eingeschrieben – seine Flugangst, die ihn schon bei kleinsten Turbulenzen überfällt, bekämpft er mit dem stummen Absingen von „Wenn es meines Gottes Wille“ aus der Kantate „Komm, du süße Todesstunde“.

Das war ein hinreißender Vortrag, der alle Zuhörer begeisterte. Einige Teilnehmer bestätigten, sich nun näher mit Bach beschäftigen zu wollen.

Es war schön, Knut Elstermann wieder im Erzähl-Café begrüßen zu können. Wir alle danken ihm ganz herzlich für diese lebendige Vortragsweise.

Auf weitere Besuche von Knut Elstermann im Schlösschen freuen wir uns schon jetzt.

Eveline Harder
25.6.2025

Fotos: Moika Borchert


Juni 2025

Der Sonari-Chor Berlin im Sozialwerk Berlin.

Einer der größten Männerchöre Berlins gastierte am Pfingstsonnabend im Sozialwerk Berlin. Seit 60 Jahren singen ca. 15–20 Männer, u. a. an vielen Orten in Berlin, auch in Seniorenresidenzen und Krankenhäusern. Unter der Leitung von Volker Groeling zeigt das Repertoire eine große musikalische Vielfalt – von Opern, geistlicher Musik, Walzern, Volksliedern bis zu Schlagern und aktuellen Pop-Klassikern. Etwas Besonderes ist der Klang des Chores, der durch eindrucksvolle, hohe und wunderschöne Stimmen verschiedener Männer – als Chorgesang oder als solistische Präsentation – das Publikum begeisterte. Die ergänzenden Moderationen führten jeweils zu den musikalischen Höhepunkten. Neben der musikalischen Qualität beeindruckte der Chor auch durch seinen stilvollen Gesamtauftritt – durch Kleidung und Verhalten. Das Publikum erlebte eine gefühlvolle und erlebnisreiche Einstimmung in die folgenden Pfingsttage.

Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


Mai 2025
Erzähl-Café am 25. Mai 2025 Szenische
Lesung Heinrich Heine „Von Lust und Liebe will ich euch erzählen“ mit dem Rezitator Fred Kastein und dem Pianisten Hartmut Valenske


Der Berliner Schauspieler, Sonderschullehrer und Gitarrist Fred Kastein hat sich intensiv mit dem deutschen Dichter Heinrich Heine beschäftigt. Seine erste szenische Lesung präsentierte Kastein 2003 und danach gab es bis 2014 viele Wiederholungsvorstellungen an bekannten Orten. Fred Kastein zelebriert in der Rolle des alten, kranken Dichters die Jugendzeit, die Zeit der Liebe und Erotik, die Zeit der revolutionären sowie ironischen Berichte, seine Emigration und die Zeit in Frankreich, das Verbot aller seiner Schriften in Deutschland und auch seine Gedanken über Religion.
Viele Gedichte und Schriften zeugen von Heines Humor, Sprachwitz und seinem „savoir vivre“. Zwischen den Texten erklang Musik der Romantik von zeitgenössischen Komponisten Heines von Hartmut Valenske am Piano.

Mit Heines Lied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ begann der Pianist die Vorstellung. Dann trat Fred Kastein als Heinrich Heine auf mit den bedeutungsvollen Worten „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.“ Die Zeit Heines in Paris ab 1831 wurde mit dem Lied „Parlez-moi d’amour“ eingeläutet. Die französische Nationalhymne (La Marseillaise) erklang, die im Juni 1795 offiziell zum französischen Nationalgesang erklärt wurde. Die Harzreise wurde beschrieben und Heines Gedanken zum katholischen Glauben. Hier erklang „Je te veux“ von Erik Satie. Es wurde das Gedicht vom Unglück vorgetragen:

„Das Glück ist eine leichte Dirne
Und weilt nicht gern am selben Ort
Sie streicht das Haar dir von der Stirne
und küsst dich rasch und flattert fort.

Frau Unglück hat im Gegenteile
dich liebefest ans Herz gedrückt.
Sie sagt, sie habe keine Eile,
setzt sich ans Bett und strickt.

Kastein begleitete uns durch das Leben Heines mit wunderbaren Texten, immer wieder durch die Musik der Romantik unterbrochen.
„Die Träumerei“ von Schumann erklang unter anderem. Zum Schluss trug Fred Kastein den Grabspruch Heinrich Heines vor: „Wo wird einst des Wandermüden letzte Ruhestätte sein? Unter Palmen in dem Süden?  Unter Linden am Rhein?“ Heines Grab liegt auf dem Friedhof Montmartre in Paris. Die „Nocturne Nr. 9“ von F. Chopin beendete
die Vorstellung.

Es war alles in allem ein berauschender Nachmittag mit den ausgewählten Texten, Gedichten und Liedern, die Kastein mit Charme, Esprit und Witz vorgetragen hat. Einfach fantastisch! Hartmut Valenske am Flügel beeindruckte mit seiner Virtuosität und seinem Einfühlungsvermögen. Ein Ohrengenuss! Das Publikum war hellauf begeistert. Wir freuen uns auf den nächsten Auftritt in unserem Haus.

Eveline Harder
31. Mai 2025

Fotos: Fred Kastein


Mai 2025

Die SIRprise SISTERS im Sozialwerk Berlin

Am 17. Mai 2025 fand im Sozialwerk Berlin ein besonderes Konzert statt. Die Besonderheit bezog sich nicht in erster Linie auf die musikalischen Darbietungen, sondern darauf, dass hier keine „Berufskünstler“ auf der Bühne standen, sondern Laien, die ihre berufliche Tätigkeit mit der Pflege älterer Menschen im evangelischen Lutherstift ausüben.

Zwei Sängerinnen und ein Sänger präsentierten sehr professionell vorwiegend deutsche, allseits bekannte Hits und Ohrwürmer (das Motto hieß: „Ein Koffer voller Lieder“) und animierten das Publikum auch durch ihre Moderation und schauspielerischen Ergänzungen zum Mitsingen und Schunkeln bei verbreiteter und sich steigernder Fröhlichkeit.

Hier profitieren alle: die Pfleger, die durch das Musizieren Stressabbau und Kraftaufbau erfahren, und die Patienten, die mit fröhlichen und entspannten Betreuungspersonen zu tun haben.

Und noch eine Besonderheit: Die „Künstler“ spenden das Honorar an die CAPE-Stiftung, die sich um Frauen mit Brustkrebs kümmert und ihnen bei der Bewältigung der Erkrankung hilft.

Ein besonderes „Dankeschön“ an diese außergewöhnliche Musikgruppe!

Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


Mai 2025

Musikalische Veranstaltungen im Sozialwerk Berlin

Am 19. April und 3. Mai 2025 konnten die musikbegeisterten Mitglieder und Gäste des Sozialwerks Berlin wieder ihre musikalischen Vorlieben und Wünsche erfüllen.

Am 19. April präsentierte das Duo Florian Eremia und sein Partner Peter unter dem Titel „Schlager, Schnulzen und gute Laune“ ein mitreißendes und anregendes Programm, das überwiegend aus bekannten Hits italienischer Herkunft bestand. Bei einigen Beiträgen wünschte sich das Publikum eine ergänzende Moderation sowie Anregungen zum Mitsingen und Mitmachen.

Ganz anders die Veranstaltung am 3. Mai 2025 mit dem Titel „Berliner Musikkabarett“ mit der Künstlerin Lola Bolze. Mit „Herz und Kodderschnauze“ sang sie bekannte Lieder und Chansons und animierte das Publikum immer wieder zum Mitsingen und Schunkeln. Man spürte die Freude des Wiedererkennens und Mitsingens der alten Gassenhauer.

Das Programm begann mit der „feschen Lola“ und setzte sich fort, unter anderem mit der „Krummen Lanke“, Chansons von Hildegard Knef, Willi Kollo und Claire Waldoff bis hin zum „kleinen grünen Kaktus“ und „Veronika, der Lenz ist da“. Ergänzende schauspielerische und kabarettistische Einlagen bezogen das Publikum immer wieder aktiv mit ein.

Herbert Striebeck


April 2025

Erzähl-Café am 27. April 2025 mit Kraft-Eike Wrede „Hermann Sudermann – ein fast vergessener Dichter?“

Im Schlösschen-Café fand am Sonntag-Nachmittag eine Lesung mit dem Dramaturgen, Autor und Theaterwissenschaftler Kraft-Eike Wrede statt. Was macht eine Lesung so interessant für die Zuhörerinnen und Zuhörer? Wenn der Vortragende ein begnadeter Sprecher, hier Sprechpädagoge, ist und in wunderbarer Weise das Werk und das Leben Hermann Sudermanns interpretiert und prononciert vorträgt. Kraft-Eike Wrede, Jahrgang 1943, beschäftigte sich schon seit seinem 11. Lebensjahr mit Sudermann und ist ihm bis heute treu verbunden geblieben. Hermann Sudermann (1857 bis 1928), ein fast vergessener ostpreußischer Schriftsteller, der seit 97 Jahren nicht mehr lebt. Sudermann lebte im ersten Viertel des 20.Jahrhunderts als einer der erfolgreichsten deutschen Autoren. Für Wrede war es ein wichtiger Impuls, ihn aus der Vergessenheit zu holen, in die er durch die Negativ-Bewertung in der Nachkriegszeit wegen der UFA-Verfilmungen seiner historischen Stoffe in den 1930er und 1940er Jahren geraten war. Filme wie „Heimat“ mit Zarah Leander, „Katzensteg“ und die „Reise nach Tilsit“ mit Kristina Söderbaum galten nach 1945 als verspätete Nazi-Propaganda. Zu Unrecht, da die Werke lange vor der Nazi-Herrschaft entstanden. Der im memelländischen Matzicken gebürtige Dramatiker („kam, sah und siegte“) kam um die Jahrhundertwende in die damalige Reichshauptstadt (Sudermann „Die Eroberung Berlins“) und musste aufgrund seiner erfolgreichen, weil vielgespielten und -gedruckten Werke den Vergleich z. B. mit zeitgenössischen Dramatikern wie Henrik Ibsen und Gerhart Hauptmann nicht scheuen. In seinem Landhaus im brandenburgischen Blankensee, wenige Kilometer südlich von Berlin gelegen, kann man nach vorheriger Vereinbarung mit der in Berlin ansässigen Hermann-Sudermann-Stiftung seine Wohnumgebung und Park mit dem ehemaligen Arbeitszimmer besichtigen. Blankensee und seine Stadtvilla in der Grunewalder Bettinastraße 3 waren die Fixpunkte seines Lebens. Sudermanns Ehrengrab, das vom Berliner Senat gepflegt wird, findet man auf dem „Grunewald-Friedhof“ in der Bornstedter Straße in Berlin-Charlottenburg.

Kraft-Eike Wrede las aus „Das Bilderbuch meiner Jugend“, „Das Märchen von Frau Sorge“ in die „Reise nach Tilsit“, „Der Gänsehirt“ aus „Im Paradies der Heimat“ und „Thea“ Auszug aus „Die indische Lilie“ und eine zeitlose Schluss-Sentenz Sudermanns. Alles sehr berührend und eindrucksvoll und sehr gut interpretiert von Kraft-Eike-Wrede. Ein nachdenklich machender Nachmittag, der noch lange nachwirken wird. Großer Dank an Kraft-Eike Wrede für seine Vortragsweise, für die Auswahl der Werke und die Zusammenfassung!

Text und Foto: Eveline Harder Berlin, 05.05.2025


März 2025

Das Volksinstrumentenorchester Berlin im Sozialwerk Berlin

„Das ist der Frühling von Berlin“ – lautete das Motto des Konzerts des Volksinstrumentenorchesters Berlin am 29. März 2025. Nach einer längeren Pause gastierte das Orchester bei schönstem Frühlingswetter und frühlingshaft dekorierten Tischen wieder bei uns.

1954 in Lichtenberg gegründet, musiziert das Orchester seit nunmehr 70 Jahren und gehört zu den ältesten Orchestern Berlins. Die Orchestermitglieder im „reiferen Alter“ spielen virtuos u. a. auf den Volksinstrumenten Mandolinen, Mandola, Gitarren, Querflöten und Akkordeon – und das alles ohne technische Geräte wie Verstärker, Mikrofone oder Lautsprecher auf oder neben der Bühne. Für das Publikum ein besonders ungewohntes, natürliches und beeindruckendes Klangerlebnis.

Eine Vielzahl der Arrangements wird selbst komponiert und vom künstlerischen Leiter, Herrn Boris Hirschmüller, musikalisch hochwertig umgesetzt. Die Gesangssolisten Inna und Gunter Wurell gestalteten die musikalischen Höhepunkte mit ihren mit Begeisterung aufgenommenen Stimmen.

Das Programm beinhaltete musikalische „Leckerbissen“ – u. a. von Walter und Willi Kollo, Antonio Vivaldi, Franz Schubert, Karl Millöcker, Johann Strauß bis zu Fred Raymond und Gerhard Winkler.

Das Konzert war ein besonderes, ungewohntes und berührendes Klangerlebnis.

Herbert Striebeck


März 2025

Erzähl-Café am 23.03.2025 mit dem Botschafter a. D. Dr. Hans Carl von Werthern „Was macht ein Botschafter den ganzen Tag“

Aufgrund des hohen Interesses fand eine zweite Veranstaltung mit dem Botschafter und seiner Frau Liz im Schlösschen-Café statt. Und es war wieder ausgebucht. Dr. Hans-Carl von Werthern, Jahrgang 1953, studierte nach seinem Abitur und dem Amerikanischen High School Diplom Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz und war anschließend dort Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es folgte eine Ausbildung als Attaché im Auswärtigen Amt in Bonn, und er trat dann 1987 als Ständiger Vertreter des Botschafters seine erste Stelle in der Botschaft von Hanoi/Vietnam an. In der damaligen Zeit eine Herausforderung und kein Vergleich zur heutigen Situation. Es folgten Stationen in Asuncion/Paraguay und nach Peking/China. Von 2014 bis 2019 war er in der Botschaft in Tokoy/Japan tätig. Normal ist es, alle 3 bis 4 Jahre den Auslandsposten zu erfüllen, um dann drei Jahre in Deutschland auf die hiesigen Verhältnisse eingeschworen zu werden. Für Frau und Kinder keine leichte Sache. Immer wieder neue Schulen, neue Freunde, andere Sprachen, andere Umgebung. Liz von Werthern hat ihre drei Töchter und natürlich ihren Mann in allen Belangen unterstützt und als Organisatorin und Managerin die Residenz geleitet. Gerade in Tokoy hatten sie pro Jahr 5.000 bis 6.000 Gäste zu bewirten und zu betreuen mit Unterstützung eines Kochs, einer Hausangestellten und 20 bis 25 einheimischen Lohnkellnern.

Die Aufgaben eines Botschafters sind vielfältig. Die allgemeine Meinung ist, dass ein Botschafter gepflegt mit einem Glas Champagner in der Hand am Swimmingpool herumsteht. Das kommt natürlich auch vor, aber die täglichen Aufgaben stellen sich anders dar. Eine Botschaft ist ein kleines Auswärtiges Amt im Ausland. Der Botschafter und sein Ständiger Vertreter sind für Wirtschaftsfragen, Kultur, Rechts- und Konsularwesen zuständig und verfügen über eine politische Abteilung. In Tokyo gab es 70 Entsandte sowie 70 Ortsbeschäftigte in den verschiedenen Abteilungen. Er hat die Personalverantwortung in diesem Bereich. Es wird versucht, ein reales Bild von Deutschland als Wissenschaftsstandort und als Studienplatz zu vermitteln. Wenn den Reisenden etwas zustößt, nimmt sich die Botschaft den Problemen an. Der Botschafter ist für Public Relation, den Umgang mit Journalisten, für die Auftritte im Fernsehen zuständig und tätigt einen Blog. Stolz berichtete Dr. von Werthern, dass er in seiner Zeit in Japan alle 47 Präfekte besucht hat. Drei Viertel in offizieller Funktion, der Rest privat. Nur der japanische Kaiser hat wie er das vollzogen. Natürlich werden auch Kontakte zum Goethe Institut; zur Japanisch-Deutschen Gesellschaft, zu den Handelskammern und den in Japan niedergelassenen deutschen Firmen gepflegt.

Der Frauenanteil ist unter den Botschaftern noch gering. Langsam ist ein Aufwärtstrend festzustellen. Zwei Begriffe wurden erläutert: Der Dolmetscher nennt sich fachgerecht Sprachmittler. Der No-Talker ist bei allen Gesprächen dabei und erstellt hinterher darüber einen Bericht, ähnlich eines Prokollanten. Aus dem privaten Bereich wurde über die verschiedenen Schulen berichtet, alles mit herrlichen Anekdoten versehen.

Alles in allem ein hochinteressanter Nachmittag, der allen Zuhörerinnen und Zuhörern mehr als zugesagt hat. Viele interessante Fragen wurden gestellt und Liz von Werthern ergänzte die Ausführungen ihres Mannes mit eigenen Erlebnissen. Großer Dank an Herrn Dr. Hans Carl von Werthern und seine Frau Liz für die aufschlussreichen Stunden. Es war eine Freude, ihnen zuzuhören.

Berlin, 31. März 2025

Eveline Harder

Fotos: Rolf Meyer


Januar 2025

Stefanie Simon im Sozialwerk Berlin

Das Jahr 2025 wurde im Sozialwerk Berlin nach dem Neujahrskonzert des Akkordeonorchesters ASN Berlin am 11.01. durch die Sängerin, Entertainerin und Schauspielerin Stefanie Simon am 25. 01. mit einem Show-Programm eindrucksvoll begrüßt.

Das Motto des Konzerts „Mit Schwung und guter Laune ins Neue Jahr“ verbreitete sich schnell im Publikum. Einem Potpourri Berliner Lieder folgten bekannte Schlager und internationale Hits zu Träumen und der Liebe  im neuen Jahr. Hierzu sang Frau Simon u. a. Chansons von Edith Piaf, wobei das Singen der Lieder durch gleichzeitige schauspielerische Begleitaktionen ergänzt wurde. Es folgten „Ohrwürmer“ wie Que sera, Tornero und Mama, Mama Maria an die zum Abschluss des Konzerts der sehr emotionale Titel „Ich leg mein Herz in deine Hand“ vom Publikum begeistert angenommen wurde. So verließ das Publikum gemäß dem Motto – das Sozialwerk Berlin „Mit Schwung und guter Laune“.

Herbert Striebeck

Fotos: Sozialwerk


Januar 2025

Erzähl-Café am 19. Januar 2025 mit dem Botschafter a. D. Dr. Hans Carl von Werthern „Was macht ein Botschafter den ganzen Tag“

Dr. Hans Carl von Werthern, Jahrgang 1953, machte 1971 sein Abitur und schloss das Amerikanische High School Diplom 1972 in Washington ab. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz war er dort Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es folgte eine Ausbildung als Attaché im Auswärtigen Amt in Bonn und 1987 trat er als Ständiger Vertreter des Botschafters seine erste Stelle in der Botschaft von Hanoi/Vietnam an. In Hanoi lernte er seine Fau Liz kennen, die an der Britischen Botschaft arbeitete. Von 1994 bis 1997 ging es dann an die Botschaft von Asuncion/Paraguay als Ständiger Vertreter des Botschafters. Sein Weg führte ihn nach dem Magister in Internationale Beziehungen am King’s College in London weiter als Ständiger Vertreter des Botschafters nach Peking/China. Von 2014 bis 2019 war er Botschafter in der Botschaft in Tokyo/Japan. Drei Töchter wurden geboren. Wie alle anderen Botschaftsangehörigen musste er auch nach drei Jahren nach Deutschland zurückkehren, um wieder auf das Land eingeschworen zu werden. Ende Juli 2019 ging er in den Ruhestand und ist als Partner bei Kramer &Werthern für Mediation, Coaching und Beratung tätig.

„Egal wie schnell das Leben an einem vorbeizieht. Es bleiben Erinnerungen, die man nie vergisst.“ Nach einer kurzen Einführung stellte von Werthern den Zuhörern die Frage, was sie gern wissen wollten. Der Unterschied zwischen Botschaft und Konsulat wurde abgefragt. Eine Botschaft ist die Vertretung im Gastland, die mit rechtlichen Dingen befasst ist, Pässe und Ausweise ausstellt sowie Sozialhilfe im Ausland vergibt, die in der Regel zurückerstattet werden muss. Und die Botschaft hilft Menschen aus Krisengebieten herauszuholen. In großen Ländern gibt es neben den Botschaften zusätzlich Konsulate. Diese sind für wirtschaftliche Beziehungen und das Ausstellen von Pässen zuständig. Insgesamt gibt es 200 Auslandsvertretungen, davon 153 Botschaften und zusätzlich 60 Konsulate, Generalkonsulate und Honorarkonsulate sowie 12 Multilaterate Vertretungen. Honorarkonsulate sind Institutionen, die eine besondere Beziehung zu Deutschland haben. Hier werden ebenfalls Passanträge bearbeitet.

Er erläuterte die sprachlichen Anforderungen und ging auf die verschiedenen Kulturen in den Länder Vietnam, Paraguay, China und Japan ein. Bei seinen Kindern achtete er immer darauf, dass sie im deutschen Schulsystem bleiben. Schwierig ist es für diese, alle drei Jahre das Land, die Schule und die Sprache zu wechseln und den Freundeskreis zu verlieren. Viele Anekdoten begleiteten den Vortrag, den seine Frau durch eigene Erfahrungen ergänzte. Sie war eine sogenannte Residenzmanagerin. In Tokyo zum Beispiel hatten sie pro Jahr 5.000 bis 6.000 Gäste in der Residenz zu bewirten, was ihre Aufgabe war. Ein Koch, eine Haushaltsangestellte und 20 bis 25 Lohnkellner standen ihr dabei zur Seite. Man stellt sich immer vor, dass ein Botschafter stets mit einem Glas Sekt in der Hand den ganzen Tag herumsteht. Das sei auch so, nur dass sich dahinter wirtschaftliche und diplomatische Aufgaben verbergen. Er berichtete über Japan, dass hier täglich Erdbeben zu spüren sind. Die Japaner gehen gelassen damit um. Man stellt sich am besten unter einen Türrahmen oder flüchtet unter einen Tisch, wobei die Tischbeine festzuhalten sind, damit dieser sich nicht fortbewegt. Es wurde immer wieder intensiv nach dem Leben in Vietnam, China oder Japan nachgefragt, denen der Botschafter auskunftsfreudig nachkam.

Ein spannender Nachmittag war das für das Publikum, das ihn nicht gehen lassen wollte. Aufgrund des hohen Interesses wird die Veranstaltung am 23. März 2025 wiederholt. Großer Dank an den Botschafter Dr. von Werthern mit seiner Frau Liz für den hochinteressanten Auszug aus ihrem Leben.

Berlin, 26.Januar 2025

Text und Foto Eveline Harder


Dezember 2024

Weihnachts- und Dankeschön-Feier für die ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen im Sozialwerk Berlin am 20. Dezember 2024

Es ist immer wieder beeindruckend schön, wenn im Käte-Tresenreuter-Haus die Weihnachts- und Dankeschön-Feiern für die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen stattfinden. Die weihnachtliche Atmosphäre mit großem Weihnachtsbaum, der Pyramide, die festlich dekorierte Bühne und die eingedeckten Tische erinnern an heimelige alte Zeiten. Nach Kaffee, Stolle, Torten und Weihnachtskeksen stimmte Kapellmeister Wilfried Schmidt die zahlreich erschienenen Ehrenamtlichen mit dem „Tanz der kleinen Schwäne“ aus Tschaikowskys „Schwanensee“ auf die nachfolgenden Stunden ein.

Margit Hankewitz, 1. Vorsitzende des Sozialwerks Berlin, begrüßte die Teilnehmer:innen und dankte alle für den unermüdlichen Einsatz im Schlösschen. Judith Stückler, Vorstand der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf, hatte durch ihre Pressemitteilung dafür gesorgt, dass der Sender rbb bei uns zu Gast war und es in der „Abendschau“ am Abend übertrug. Die Ehrenamtscard wurde von Professor Barbara John nachstehenden Personen überreicht: Gerhard Drescher, Felicitas Gahlbeck, Dagmar Monka, Klaudia Neumann und Hilde Schambach. Die warmherzige Art von Frau Professor John bei der Übergabe der Auszeichnung vermittelte den Ehrenamtlern das Gefühl des Angenommenseins ihrer vielfältigen Tätigkeiten.

Dann läutete Rolf Meyer mit „Kumbaja, My Lord…“ den Auftritt des Schlösschen-Chors ein. „Winterland im Schnee“, „Hallelujah“ von Leonhard Cohen und „Süßer die Glocken nie klingen“ wurden dargebracht. Irene Sauer, ganovenartig angezogen, rezitierte ein Gedicht in Berliner Sprache, ein köstlicher Jargon. Der neu gegründete Flötenkreis von Felicitas Gahlbeck, herrlich ausgestattet mit großen grünen Hüten, dazu am Flügel Wilfried Schmidt als Begleitung, spielten „Kling, Glöckchen, Klingelinge Kling“, „Winterwald im Schnee“ und „Sind die Lichter angezündet“, ganz zauberhaft. Monika Borchert brachte mit zwei Handpuppen „Feliz Navidad“ in urkomischer Form auf die Bühne, das reizte zum Mitsingen an. Herrlich! Jens-Uwe Meissner, Vorstand Sozialwerk Berlin, hielt eine kleine politische Rückschau über die Stadt Berlin und die Weltlage und dankte dann der 1.Vorsitzenden des Sozialwerks, Margit Hankewitz, für ihr Engagement, den unermüdlichen Einsatz und ihre wertvolle Arbeit im Sozialwerk. Die Zuhörer:innen spendeten großen Applaus.

Mit einem reichhaltigen Buffet schloss die Veranstaltung. Es waren unvergessliche Stunden, die von den Ehrenamtlichen mitgestaltet wurden. Großes Kompliment dafür! Ein reger Gedankenaustausch fand an den Tischen statt, und bei einem Glas Wein endete die Feier.

Berlin 23.12.2024

Eveline Harder

Fotos: Dieter Hilsberg und Eveline Harder


Januar 2021

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Frau Margit Hankewitz, Vorsitzende des Sozialwerk Berlin e. V., durch Bezirksbürgermeister R. Naumann im Rathaus Charlottenburg am 21. Januar 2021

Seit 2013, nach dem Tode der Eltern Käte und Harry Tresenreuter, leitet Frau Margit Hankewitz das Sozialwerk Berlin e. V. mit sicherer Hand. Ihr Leitspruch „Die Tradition im Herzen, die Zukunft in der Hand“ bestimmte ihre Vorgehensweise. Die Interessenkreise wurden spektakulär erweitert, der Internet-Aufbau zügig vorangetrieben und das kulturelle Angebot ausgebaut. Das Altenselbsthilfezentrum, seit einigen Jahren überregionales Stadtteilzentrum, bietet älteren Menschen die Möglichkeit, hier einen Kommunikationsort besonderer Art zu finden. Es wird von ca. 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern in allen Bereichen betrieben. Als Mitglied der BAGSO und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wirkt das Haus in den verschiedensten Gremien der Altenarbeit mit.
Für ihre besonderen Verdienste verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nun Frau Margit Hankewitz das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann ihr am 21.01.2021 im Rathaus Charlottenburg überreichte. In kleiner Runde, in Anwesenheit von Frau Susanne Tresenreuter, den Herren Peter Stawenow und Professor Dr. Herbert Striebeck und Frau Eveline Harder, fand die Ehrung statt. Bei Kaffee und Tee schilderte Herr Naumann die Verdienste des Hauses, insbesondere die Leistungen von Frau Hankewitz in der Altenarbeit in den vergangenen Jahren und bezog alle Teilnehmer*innen in das Gespräch mit ein. Es war ein kleiner festlicher Akt im Büro des Bezirksbürgermeisters in schöner Atmosphäre. Ein Chor müsste singen „Freude schöner Götterfunken…“.
Einen herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehrung und weiter so!

Eveline Harder
Berlin, den 22.1.21

Foto: Peter Stawenow

https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/aktuelles/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1043362.php


Dezember 2020

Die Sozialwerker wünschen Ihnen im 50. Jahr des Bestehens auch im kommenden Jahr schöne gemeinsame Momente.
Ihre Margit Hankewitz

Sehen Sie hier einen Beitrag in der Berliner Abendschau vom 30.12.2020 über das Käte-Tresenreuter Haus, das einen stimmungsvollen Eindruck vermittelt.

Keine Angst vorm Alleinsein im Alter – Das Mutmacher-Haus / rbb
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Fotos: HK