Aktuelles


September 2020

Erzähl-Café mit Dieter Puhl am 13. September 2020 im Sozialwerk

Am 13. September war der frühere Leiter der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoologischer Garten und heutiger Leiter der Stabsstelle für christliche und gesellschaftliche Verantwortung, Dieter Puhl, zu Gast im Käte-Tresenreuter-Haus.
Er wurde 1957 in der Nähe von Kiel geboren und absolvierte eine Ausbildung als Diakon. Seitdem beschäftigt er sich mit obdachlosen Menschen. Daher hatte er als Vortragstitel
„Weite Herzen trainieren – über den Umgang mit obdachlosen Menschen“
gewählt.
Im ersten Teil seines Vortrags ging er anhand konkreter Beispiele auf die Gründe ein, die zur Obdachlosigkeit führen. Er bezog sich dabei auf sein Buch „Glück und Leid am Bahnhof Zoo“, das 2018 im Kreuz Verlag GmbH, Hamburg, erschienen war. Nach seinen Erfahrungen zählen die Prägung während der Kindheit, Alkoholismus sowie Brüche in der Lebens- oder Berufsbiografie dazu.
Der Titel „Weite Herzen trainieren“ bedeutet, dass das Problem der Obdachlosigkeit nur durch die Solidarität der Gesellschaft und damit jedes Einzelnen gemildert oder sogar vermieden werden kann. Dazu ist es erforderlich, die oft vorhandene Unsicherheit beim Umgang mit obdachlosen Menschen abzubauen. Puhl erläuterte anhand von Beispielen, wie dies geschehen kann. Jedenfalls muss einer Ausgrenzung entgegengewirkt werden.
Diesem Ziel fühlen sich auch Prominente aus Politik, Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Leben verpflichtet. So war der heutige Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der schon in seiner Dissertation das Thema Obdachlosigkeit behandelt hat, mehrfach zu Gast in der Bahnhofsmission. Er spendete auch eine größere Summe für den Bau des neuen Hygiene Centers am Bahnhof Zoo, das auch von der Deutschen Bahn AG großzügig gefördert wird.

Die Vorsitzende des Sozialwerks Berlin, Frau Margit Hankewitz, berichtete über ihre direkten Kontakte zu Herrn Puhl und zur Bahnhofsmission: in der Weihnachtszeit bringt sie persönlich die traditionellen Weihnachtstüten in die Jebenstraße, und zwar für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, ohne deren Engagement die Tätigkeit der Bahnhofsmission nicht möglich wäre.
Am Ende des kurzweiligen Nachmittags dankte Herr Puhl Frau Hankewitz für die Unterstützung, insbesondere im Rahmen der „Langen Nacht der Solidarität“ im Januar 2020.

Text: Hans-Ulrich Litzner
 Foto: Monika Borchert


September 2020

Eine heitere Stunde mit Donato Plögert

Dieser unterhaltsame Nachmittag am 5. September war ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Normalität im Sozialwerk Berlin. Donato Plögert freute sichendlich wieder vor Publikum auftreten zu können. Aufgrund der Hygienevorschriften durften nur 50 Zuhörer teilnehmen, obwohl bei seinen vergangenen Auftritten der Saal immer vollbesetzt war. Der Vortrag war  auf eine Stunde ohne Pause begrenzt. „Dufte“ hatte er sein Programm genannt. In seiner herzlichen Berliner Mundart präsentierte er Lieder, die allen wieder Mut machen sollen. „Berlin ist, wenn man trotzdem lacht, weil`s nur noch besser werden kann“. Dieser erste Titel wurde wie viele seiner Songs von Christian Bruhn vertont. Seine Texte beruhen häufig auf eigenen Erlebnissen mit seiner Mutter, mit Nachbarn oder Menschen unserer Stadt. In dem Lied „Bei uns im Kiez“ wird geschildert, wie man sich gegenseitig hilft und gemeinsam am besten zusammenlebt. Als Motto für diesen besonderen Nachmittag präsentierte er mit viel Herz und Berliner Schnauze „Wer weeß ob dit morjen noch jeht“. Dabei soll man mit allem zufrieden sein und es genießen so lange es noch geht. Diese Chansons berührten die Zuhörer sehr. Jeder hat schon ähnliche Erlebnisse gehabt. Daher war der Applaus auch immer zustimmend kräftig. Den Abschluss  bildete ein Medley von Hits von seinem Musikfreund Christian Bruhn, die dieser für seine Frau Katja Ebstein geschrieben hatte. Der letzte Titel davon „Es geht mir gut, so gut“, sollte der Beginn für weitere fröhliche Unternehmungen in unserem Hause sein. So empfanden es auch alle im Saal und verabschiedeten den Künstler mit sehr herzlichem Beifall.

Text und Foto Wilfried Neumann


August 2020

Erzähl-Café mit Dr. Henry Nielebock am 2. August 2020 im Sozialwerk

Wenn ein Jazzmusiker, Architekt, Filmemacher und Rennfahrer aus seinem Leben erzählt, dann sind das immer spannende und bewegende Geschichten.
Am 02.08.2020 las Dr. Henry Nielebock, Jahrgang 1943, im Erzähl-Café aus seinem Buch „Mensch Henry“. Es war die erste öffentliche Veranstaltung nach 88 Tagen der Schließung des Hauses. Nicht wie gewohnt im Schlösschen-Café fand die Lesung statt sondern im großen Saal, um den Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu genügen. Ca. 45 Interessenten hatten sich eingefunden, um nach langer Pause wieder einmal Kultur zu genießen.
Nielebock begann mit seiner Rückkehr aus der Evakuierung 1947 mit Mutter und Schwester aus Kyritz in die zerstörte Stadt Berlin. Seine Vorliebe für Buletten, wie er überall seinerzeit kundtat, begleitete ihn durchs halbe Leben. Grundschulzeit und Gymnasiumbesuch schlossen sich an. Dort entdeckte er seine Liebe zur Musik. Mit Schulfreunden wurde später die Band „Magics“ gegründet, und so zog er dieses Musikprogramm, später auch neben der Zimmermannslehre, zügig weiter durch. Unter anderem lernte er dadurch Drafi Deutscher kennen. Viele Jahre waren die „Magics“ die Begleitband des Schlagerstars Drafi durch alle Höhen und Tiefen des Musiklebens. Die „Magics“ lösten sich auf und seine Architektenzeit begann. In der Fasanenstraße 13 gründete er sein Büro. Aufträge kamen herein, und er lernte den „Berliner Filz“ von Grund auf kennen.
Durch die Heirat mit Susan Wendland geriet er in die Filmgeschäftswelt und gründete mit seiner Frau in den 90ern den Krümelfilm. Etliche Filme entstanden, die großen Renner waren sie nicht. Erst mit den Dokumentarfilmen stellten sich Erfolge ein. Zu erwähnen ist „Die Glocke der Lutine“ mit Vadim Glowna als Hauptdarsteller, der eventuell im November 2020 in Anwesenheit von Dr. Nielebock im Schlösschen gezeigt werden soll.
Mit 55 Jahren begann Nielebocks Rennfahrerkarriere. Ein Porsche musste es sein. Ein Rausch nach Geschwindigkeit und der perfekten Runde setzte ein. Er begann sein Architektenbüro aus den Augen zu verlieren. Die Termine wurden nur noch nach dem Rennkalender festgelegt. Eine unwiderstehliche Sucht b. Viele begann. Preise wurden auf einigen hundert Renneinsätzen im Laufe der Jahre gewonnen. Dann kam der 10. Juli 2010 in Oschersleben. Bei 36 Grad Außentemperatur herrschten im Auto 60 Grad. Trotz Kühlweste hilft das bei dieser Temperatur wenig. Durch die enorme Hitze schmilzt das Eis in Windeseile. Start geglückt, nach der zweiten Kurve kommt der Crash. Benzin läuft aus und Henry kommt nicht aus dem Wagen, kein Gefühl in den Beinen. Rote Flagge, Abbruch des Rennens. Im Rettungshubschrauber geht es in die Klinik nach Magdeburg. Der vierte war Lendenwirbel war zertrümmert. Die OP ist erfolgreich. Ein Metallgestänge wird eingeschraubt und das Gefühl kehrt langsam in den Beinen zurück. In Berlin erfolgen weitere OPs und Behandlungen. Das Ende einer Rennfahrerkarriere ist da. Heute arbeitet Nielebock als Schriftsteller. Wir freuen uns schon jetzt auf sein neues Buch.
Großen Dank an Dr. Nielebock für diesen unvergesslichen Nachmittag im Erzähl-Café!
Berlin, den 03.08.2020
Eveline Harder
Monika Borchert


Juli 2020

Besuch des Bürgermeisters Reinhard Naumann am 28. Juli 2020 im Sozialwerk Berlin e. V.

Der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Herr Reinhard Naumann, besuchte das Sozialwerk am 28. Juli 2020 für einen Gedankenaustausch hinsichtlich der Corona Pandemie und deren Auswirkungen auf unser Haus. Frau Margit Hankewitz berichtete über die 88-tägige Schließung des Altenselbsthilfezentrums und wie die Kontakte zu den rund 700 Mitgliedern aufrecht gehalten wurden. Seit dem 16. Juni 2020 ist das Sozialwerk Berlin wieder nach den strengen hygienischen Vorschriften geöffnet. Mit Begeisterung kommen die Mitglieder der Interessenkreise ins Haus und genießen den herrlichen Garten.
Herr Naumann erzählte einiges aus seinem Bereich und wie die Pandemie seinen Arbeitsalltag veränderte. Da gerade Chorprobe im Garten stattfand, wurde der Bürgermeister mit dem Volkslied „Die Gedanken sind frei…“ überrascht. Bei Tee und Kuchen verlief das Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Ein Dank geht an Herrn Naumann für sein Interesse an unserer Arbeit.
Berlin, den 31. Juli 2020
Eveline Harder

Foto: Margit Hankewitz


Juli 2020

Nach vier Monaten Corona-Pause hat das Sozialwerk Berlin wieder geöffnet

von Eveline Harder

Das Sozialwerk Berlin e. V., (http://www.sozialwerk-berlin.de), Stadtteilzentrum Käte-Tresenreuter-Haus, in Berlin-Grunewald ist ein renommiertes Altenselbsthilfezentrum, das 1971 von Käte und Harry Tresenreuter gegründet wurde. Seitdem kümmert es sich intensiv um die Belange der älteren Menschen. Das Haus ist stark betroffen von den Folgen der Corona-Krise. Während noch am 15. März 2020 das Erzähl-Café mit der Schauspielerin Barbara Schöne stattfand, schloss der Verein am 18. März 2020 das Haus. Die Mitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Gäste gehören ja zur Risikogruppe. 88 Tage waren die Türen zu. Mit großer Betroffenheit nahmen dies die Besucher zur Kenntnis. Dort treffen sich normalerweise täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr Seniorinnen und Senioren, um in den rund 25 Kreisen ihren Interessen nachzugehen, um das umfangreiche kulturelle Programm zu nutzen oder einfach bei Kaffee und Kuchen zu plaudern. Rund 100 ehrenamtliche Mitarbeiter sind dort im Einsatz.
Um der Einsamkeit während der Schließung Halt zu gebieten, wurden in einer Telefonaktion die ca. 700 Mitglieder dreimal von einem Team angerufen. Gefragt wurde nach dem Befinden und ob Hilfe benötigt wird. Wir boten Hilfen für Besorgungen und Einkäufe sowie Arztbesuche an sowie Unterstützung und Beauftragung eines fahrenden Mittagstischs bzw. der Vermittlung von Pflegediensten an. Die Gruppenmitglieder telefonierten untereinander und nutzten Whats-App, um Nachrichten zu senden oder Videogespräche zu führen. Das Altersspektrum reicht bis 95 Jahre,
Die Ehrenamtlichen waren hinter den Kulissen weiter im Einsatz. Es wurde geputzt, renoviert, der Garten auf Vordermann gebracht und all die Arbeiten verrichtet, die sonst ins Hintertreffen gelangen. Die Verwaltungsarbeit lief weiter. Das Zentrum war täglich von 10  bis 18 Uhr telefonisch zu erreichen.
Seit dem 16. Juli 2020 ist das Haus zunächst für die Interessenkreise wieder geöffnet. Es wird nach strengen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften gehandelt, Das Konzept dazu entwarf ein Ex-Hauptmann der Bundeswehr. Es gibt dadurch natürlich Einschränkungen, aber die glücklichen Gesichter der Besucher zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und dass das persönliche Gespräch und der Kontakt sehr vermisst wurden.
Ab August 2020 läuft sonntags das Erzähl-Café wieder an, das nun im großen Saal wegen der Abstandsregeln stattfinden wird. Auf die kulturellen Großveranstaltungen müssen wir noch einige Zeit warten.
Es hat sich gezeigt, dass durch den telefonischen Kontakt die Kommunikation aufrecht- erhalten und die Einsamkeitsgefühle dieser gefährdeten Gruppe genommen wurden. Hoffen wir auf ein weiteres gutes Gelingen und auf keinen zweiten Lockdown!


Juli 2020

In Zeiten der Corona-Pandemie:

Sommerfest 2020

Unter Einhaltung der strengen Abstands- und Hygieneregeln des Senats fand am 18. Juli das diesjährige Sommerfest im Garten des Käte-Tresenreuter-Hauses statt. Das auf 60 reduzierte Kartenkontingent war schnell vergriffen. Die Gäste wurden von der Vorstandsvorsitzenden des Sozialwerks, Frau Margit Hankewitz, herzlich begrüßt.  Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf war durch die Stellvertretende Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlung, Frau Judith Stückler, vertreten.

Den musikalischen Rahmen des Sommerfestes gestaltete die Band „Combo Legero“ und sorgte mit ihrer beschwingten Musik für eine gute Stimmung. Die Gäste genossen die sommerliche Atmosphäre, aber auch das kulinarische Angebot. Man konnte erkennen, dass die Gäste sich darüber freuten, nach Wochen der Isolation wieder soziale Kontakte pflegen zu können.

Der Weg aus der Corona-Pandemie in die Normalität wird nur schrittweise erfolgen können. Das Sommerfest 2020 des Sozialwerks war ein Musterbeispiel dafür, wie dieser Weg gestaltet werden kann.

Text: Hans-Ulrich Litzner
Foto: Judith Stückler


Juni 2020

Liebe Besucher,

ab dem 15.06.2020 ist unser Haus wieder für Sie geöffnet.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und bleiben Sie gesund!

Ihre Sozialwerker


Juni 2020

89 Tage war das Stadtteilzentrum Käte-Tresenreuter-Haus für den Besucherverkehr geschlossen.

Ab 15.6.20 starten wir schrittweise unter Einhaltung der Hygienebestimmungen.

In der Zwischenzeit haben die ehrenamtlichen Sozialwerker alles getan, damit sie sich in unserem Haus wieder wohlfühlen können.

 
 
 
 
 
Foto: Margit Hankewitz
 
 
 
Darüber hinaus haben unsere ehrenamtlichen Sozialwerker über 700 „früher geborene Menschen“ aus den vielen Interessenkreisen sowie Besuchern regelmäßig kontaktiert und auf vielfältige Art über die komplizierte Zeit hinweg geholfen. Nun freuen sich alle auf ein Wiedersehen im „Schlösschen“, wie unser Haus liebevoll genannt wird.
 
 
 
 
 
 
 

Foto: Wilfried Neunmann
 

März 2020

Erzähl-Café – Zeitzeugengespräch am 15. März 2020 mit Barbara Schöne „Pantha rhei – alles fließt“

Die letzte kleine Veranstaltung im Schlösschen-Café vor der Schließung des Sozialwerks wegen des Corona-Virus. – Es war eine Sternstunde der Unterhaltung!
Barbara Schöne, Jahrgang 1947, besuchte die berühmte Max-Reinhardt-Schule und wurde dort von Hilde Körber sehr gefördert und unterstützt. Während ihrer Ausbildungszeit spielte sie schon in 50 (!) Theaterstücken mit. Ihr musikalisches Talent entdeckte später Inge Meysel anlässlich einer Tournee, das sie später in zahlreichen TV-Projekten mit Harald Juhnke zum Ausdruck brachte. Unvergessen ist „Musik ist Trumpf“, die damals erfolgreichste Eurovisionssendung am Samstagabend. Parallel dazu reüssierte „Barbara, die Schöne“ (sagt Udo Walz über B. S.) zu einem Boulevard-Theater-Urgestein. Unter der Regie von Wolfgang Spier spielte sie mit Georg Thomalla, Günther Pfitzmann, Harald Juhnke, Herbert Hermann, Claus Biederstaedt u. v. a. Curt Flatow sagte einmal über sie: „Ihre Stimme ist so unverwechselbar, sie braucht nur aus dem Telefonbuch zu lesen, jeder weiß: Das ist die Schöne.“
An diesem Nachmittag las Barbara S. nun Texte von Silke Gehrke aus „Panta rhei“. Es sind berührende Texte über eine Zeitreise der Gefühle mit Phantasien ohne Grenzen, wobei auch kritische Themen angesprochen werden,

Menschenleer
Ich verließ nie meinen Innenraum
Meine Seele pochte
Meine Sinne wollten sehen
was Draußen vorging
Meine Wehmut klagte im Klagelaut
Von draußen hörte ich eine Stimme
von gleichem erzählen
Und trat hervor

Gespräch
Ein wertvolles Gespräch
lebt von der Aufmerksamkeit
und Demut seines Dialogs
Andachtsvoll lauschte das Publikum und stellte dann Fragen zur Autorin und erkundigte sich nach dem künstlerischen Leben der Schauspielerin. Diese erzählte von der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Silke Gehrke, deren Texte sie auf CD aufgenommen hat und schilderte dann Anekdoten aus ihrem 55jährigen Film- und Bühnenleben. Das war herzerfrischend und amüsant, eben die Schöne.
Ein ganz großer Dank geht an die Künstlerin, die uns einen unvergesslichen Nachmittag gestaltete. Über ein Wiedersehen im Erzähl Café würden wir uns sehr freuen!

Berlin, 17. März 2020
Eveline Harder


März 2020

Ein musikalischer Hochgenuss –
mit dem Duo MaSur

Am 7. März wurde uns ein außergewöhnliches Konzert geboten. Der russische Geiger Andrej Sur  (Sudnitsyn), der seit 1994 in Berlin lebt, und die Pianistin Maryna Gontar aus der Ukraine boten ein Programm von der klassischen Salonmusik bis zum Tango und Jazz. Das Duo spielt seit 2003 zusammen. Andrej Sur war in Russland Konzertmeister und ist heute Mitglied in verschiedenen Orchestern u.a. dem Sinfonie Orchester Berlin. Maryna Gontar ist Musikpädagogin und spielt in verschiedenen Ensembles. Äußerst eindrucksvoll war das stilsicher und auswendig vorgetragene Repertoire. Das   virtuose Geigenspiel begeisterte von Anfang an die Zuhörer, was sich in der
andächtigen Stille während des Vortrags ausdrückte. War es der seelenvolle warme Ton, wie in Edward Elgars „Salute da muor“, der jeden tief berührte, oder die mit technischer Brillanz musizierten Tangos – immer gab es lang anhaltenden Applaus. Bei dem bekannten „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical Anatevka, gelang es dem Geiger das Publikum so in Stimmung zu versetzen, dass spontan im Takt mitgeklatscht wurde. Mit dem berühmten Csardas von Monti zauberte Andrej Sur auf seiner Violine Töne mit einer unglaublichen Klangvirtuosität. Wir erlebten an diesem Nachmittag einen wahrhaftigen „Teufelsgeiger“. Maryna Gontar am Flügel war bei allen Musikstücken eine ebenbürtige und inspirierende Partnerin. Wie die Künstler uns am Schluss erklärten sind sie auch außerhalb der Musik ein Paar: Sie sind verheiratet. Durch den lang anhaltenden Beifall zum Schluss „erklatschten“ sich die Gäste mehrere Zugaben.  Wir hoffen, dass wir diese Musiker der Extraklasse noch einmal wiederhören können.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Text und Fotos
Wilfried Neumann

März 2020

Unterwegs im Landkreis Kulmbach

Joachim Krüger, Vorstandsmitglied des Sozialwerks Berlin und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Wilmersdorf, stellte mit umfangreichem Bildmaterial den langjährigen fränkischen Partnerlandkreis Kulmbach vor. Im nördlichen Teil erhebt sich der Frankenwald, den Süden prägt das Tal des weißen und des roten Main, die westlich von Kulmbach sich zum Main vereinen, die landwirtschaftlich geprägte Hügellandschaft.
Alle zwei Jahre fährt eine Reisegruppe aus unserem Bezirk ins Frankenland; zu Gast ist man in Presseck im dortigen Pressecker Hof, der sich durch seine gute Küche und die Freundlichkeit der Wirtsfamilie Reuther auszeichnet. Von der Umgebung des Ortes aus hat man einen weiten Blick  ins Thüringer Land oder aber –nach Osten hin- zu den Höhen des Fichtelgebirges.  Im Nachbarort Heinersreuth sind wir Berliner regelmäßig zu Gast beim Baron von Lerchenfeld, bei einer fränkischen Weinprobe und interessanten Gesprächen über die vom Baron betriebene Fortwirtschaft mit nachhaltigem und ökologischem Schwerpunkt. Auch hören wir dort viel aus dem Leben von Nina Gräfin Schenk von Stauffenberg, der Frau des Hitler-Attentäters Claus Graf Schenk von Stauffenberg, die aus dem Geschlecht der Lerchenfelder stammt.
Interessant ist bei jedem Besuch der enge und herzliche Kontakt mit dem Landrat Söllner im Landratsamt  der Bierstadt Kulmbach. Bei unseren Fahrten begleitet uns mit viel Engagement und großer Sachkunde Erhard Hildner, ehemaligen Bürgermeister von Presseck, stellvertretender Landrat und derzeit Beauftragter für die Senioren und die Partnerschaften des Landkreises.
In Kulmbach weist das dortige Biermuseum  auf die jahrhundertelange hohe Braukunst in der Stadt, aber auch auf die Tradition der vielen privaten Brauereien im Landkreis hin. Seit Jahren vervollständigen ein Bäckereimuseum und ein Gewürzmuseum das Angebot an die zahlreichen Touristen.
Kulmbach selbst, am Fuße der mit herrlichem Renaissance- Innenhof ausgestatteten Plassenburg gelegen, wirbt mit seinem Rathaus aus der Periode des Barock, dem Luitpoldsbrunnen auf dem historischen Marktplatz und dem Zinsfelder-Brunnen auf dem Holzmarkt als  Zeichen des Stadtrechts und der Marktfreiheit um zahlreiche Besucher. Die Stadt ist zugleich das wirtschaftliche Zentrum des Landkreises und  Anziehungspunkt für viele junge Menschen mit vielfältigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.
Der gesamte Landkreis bietet umfassende Möglichkeiten, einen aktiven und spannenden Urlaub zu verbringen: Dabei sind besonders zu nennen die Stadt Thurnau mit Burganlage, Kirche und Töpfereimuseum, Neuenmarkt-Wirsberg mit dem Dampflokomotiven-Museum, der Felspark  „Sans Pareil“, Sommersitz der Bayreuther  Markgräfin Wilhelmine, Schwester Friedrichs des Großen , und der Ort Kupferberg mit seinem Besucherstollen, der an die dortige, viele Jahrhunderte währende Bergbautradition erinnert.
Die nächste Fahrt des Wilmersdorfer Städtepartnerschafts-vereins in den Landkreis Kulmbach ist für Ende Mai 2021 geplant.
 


Januar 2020

Die Nacht der Solidarität

Eine Premiere für Deutschland fand statt: In der Nacht vom 29. zum 30. Januar  wurden bei der Nacht der Solidarität im ganzen Stadtgebiet von Berlin die Obdachlosen gezählt.
Das Sozialwerk Berlin e.V., Käte-Tresenreuter-Haus als überregionales Stadtteilzentrum war eine der Zählstätten. Die Verfasserin des Textes hatte sich freiwillig zur Mitarbeit im Haus bereit erklärt. Die Sozialverwaltung ließ mehrere Kisten mit Plakaten, Unterlagen, Westen, Tragetaschen in Gelb für die Teamleiter und in Blau für die Zähler/innen anliefern. Zu 17 Uhr war das vierköpfige Senatsteam zur Vorbereitung der Zählaktion angesagt worden. Leider erschienen drei Senatsleute krankheitsbedingt nicht, so dass ich zur Unterstützung der Registrierung eingesetzt wurde. Ein weiterer Sozialarbeiter der Sozialverwaltung erschien dann, somit entkrampfte sich die Situation etwas. Ein sehr genauer Ablaufplan regelte die Arbeitsweise. Plakate wurden innen und außen angebracht, die Listen durchgesehen, die Westen in die Teamleitertaschen verstaut, sodass ab 18.30 Uhr beim Eintreffen der 18 Teamleiter alles perfekt vorbereitet war. Die Küche des Sozialwerks hatte ein Buffet mit Brezeln, „Krustenbrotschmalzstullen“, Keksen, Kaltgetränken sowie Kaffee und Tee aufgebaut.
  Im Sozialwerk waren 18 Teams zu 4 bis 5 Zähler/innen im Einsatz. Insgesamt 77 Personen beteiligten sich an der Zählung, 37 waren nicht erschienen. Nach Begrüßung und Einweisung durch Frau Huesmann-Hendrich von der Senatsverwaltung begrüßte Margit Hankewitz, Vorstandsvorsitzende des Sozialwerks, die Gäste, schilderte die Aufgaben des Altenselbsthilfezentrums und bot eine Hausführung an, die gut angenommen wurde. Gegen 21.15 Uhr füllten sich die Zähltrupps ihre Becher mit Kaffee oder Tee. Auf ging es nun, die jeweiligen Standorte zwecks Zählung aufzusuchen. Ab 23.30 Uhr trudelte die erste Gruppe ein, das zog sich dann bis 1.30 Uhr hin. Das letzte Team hatte den Grunewald zu durchforsten, ein riesiges Gelände. Insgesamt wurden 47 Obdachlose gezählt. Die Teamleiter bekamen ihre Teilnahmebescheinigungen ausgehändigt, lieferten die Klemmbretter mit den Ergebnissen, die Westen und die laminierten Streckenpläne ab und wärmten sich bei Kaffee und Tee noch einmal auf. Es herrschte eine gelöste und fröhliche Stimmung. Unser Haus wurde sehr gelobt, und so gingen wir guten Muts nach Hause.
Dieter Puhl, der frühere Leiter der Bahnhofsmission am Zoo, sagte abschließend als Wunsch: „Nach der Nacht der Solidarität müsste eine Nacht der Barmherzigkeit folgen“. Immerhin hat das Land Berlin das Budget für die Wohnungslosen von 4,4 auf 8,8 Mio. Euro verdoppelt.
Wir freuen uns schon jetzt auf die Zählung im Sommer, bei der das Sozialwerk wieder gern zur Verfügung steht.

Eveline Harder
30. Januar 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Margit Hankewitz


Januar 2020

Christian Morgenstern –
Eine Rezitation mit Musik

Mit einem literarisch musikalischen Programm vermittelten uns Rosa und Jonathan Tennenbaum einen Blick in das Leben und Wirken von Christian Morgenstern. Mit einigen bekannten Gedichten begann der Vortrag, darunter passend zur Jahreszeit  -Der Schnupfen-

Ein Schnupfen hockt auf der Terasse,
auf daß er sich ein Opfer fasse
und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: «Pitschü
und hat ihn drauf bis Montag früh.

 

Christian Morgenstern wurde am 6. Mai 1871 in München geboren. Er verbringt glückliche Kinderjahre mit seinem Vater, einem Landschaftsmaler, in der Natur. Doch als er 10 Jahre alt ist, stirbt seine Mutter an Tuberkulose. Er kommt in ein Internat. Später holt ihn sein Vater nach Breslau. Dort auf dem Gymnasium schreibt er schon erste Gedichte. Er studiert Volkswirtschaft und Rechte. Seine ersten Werke erscheinen in dem von ihm herausgegebenen Blatt «Deutscher Geist». 1893 erkrankt er an Tuberkulose und muss sein Studium abbrechen; in den nächsten Jahren folgen mehrere Kur- und Sanatoriumsaufenthalte. Ab 1894 lebt Christian Morgenstern in Berlin und arbeitet als freier Schriftsteller, Redakteur und Journalist für die «Tägliche Rundschau» und die «Freie Bühne», später als Dramaturg und Herausgeber der Zeitschrift «Das Theater». 1908 lernt er Margareta Gosebruch von Liechtenstern kennen, die er 1910 heiratet. Er stirbt am 31. März 1914 an Tuberkulose.
In seinen Gedichten spielt er oft mit der Doppelsinnigkeit der Worte. In Berlin
brachte er 1895 seinen ersten Gedichtband unter dem Titel „In Phantas Schloss“ heraus – ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen sowie 1905 die Gedichtsammlung „Galgenlieder“. Durch die sehr deutliche und lebhafte Vortragsweise von Rosa Tennenbaum wurde das ein sehr erbaulicher Nachmittag. Die Zuhörer folgten sehr konzentriert dem  Vortrag. Zur geistigen Erholung spielte Jonathan Tennenbaum zwischendurch kleine Klavierstücke. Viele seiner Verse sind im Laufe der Zeit zu Redewendungen geworden. So auch die letzten Zeilen aus dem Gedicht „ Die unmögliche Tatsache“:
Und er kommt zu dem Ergebnis: Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil, so schließt er messerscharf nicht sein kann, was nicht sein darf.

Foto und Text Wilfried Neumann


 Januar 2020

Das Neujahrskonzert

Es ist schon Tradition, dass das Akkordeonorchester ASN Berlin die Veranstaltungssaison in unserem Haus eröffnet. Am 11. Januar 2020 wurde uns unter der bewährten Leitung von Detleff Klatt ein buntes und schwungvolles Programm geboten, das wie immer unter dem Motto „Klassik bis Pop“ stand. Als dann die Melodienfolge „Auf Tour durch Wald und Flur“ erklang, wurden die bekannten Wanderlieder von allen sofort mitgesungen. Das Orchester spielte schwungvoll und mit sehr differenzierten  Klangfarben. Als Solistin bewies Elke Mahl, dass sie neben dem Akkordeon auch das
Saxophon virtuos beherrschte und nach „Besame mucho“ dafür viel Applaus
bekam. Für die Zuhörer begann das große Rätselraten bei einem Krimi-Puzzle: Zu welchem Film oder zu welcher Krimi-Serie gehörte die entsprechende Melodie? Als dann noch ein Schuss fiel und ein Frauenschrei
zu hören war, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Als Bernhard Gohlke zum Contry-Song das Skiffle-Brett „bearbeitete“, wurden Erinnerungen an vergangene Zeiten wach. Den Abschluss bildeten die „Capri-Fischer“, die textsicher vom Publikum begleitet wurden. Als Zugabe spielte noch einmal die Saxophonistin „Rock around the Clock“ und brachte damit die Stimmung im Saal auf den Höhepunkt.
Mit seiner launigen Moderation führte Helmut Mahl heiter durch den Nachmittag. Unter anderem zitierte er einen Ausspruch von Albert Einstein:
Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue,
und war es schlecht, ja dann erst recht.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Text und Fotos
Wilfried Neumann

Dezember 2019

Weihnachtslieder-Singen mit dem Keyboard-Team am 20.12.2019
Süßer die Keyboards nie klingen…

Am 20. Dezember 2019 ließ das Keyboard-Team des Schlösschens wieder seine Instrumente für die Besucher des „Käte-Tresenreuter-Hauses erklingen.

Noch kurz vor Weihnachten waren unter der bewährten Leitung von Herrn W. Schmidt sangesfreudige Gäste zum Mitsingen von Weihnachtsliedern geladen.
Gestärkt durch Kaffee und Kuchen und mit Hilfe eines neuen Textbuches wurden alte und neue Weihnachtslieder gemeinsam gespielt und gesungen.
Zwischendurch gab Frau Roswitha Hegewald „Die fette Weihnachtsgans“ zum Besten.
Am Ende der Veranstaltung wurden die Mitglieder des Keyboard-Teams zum Dank von Frau Margit Hankewitz mit einer Weihnachtstüte erfreut.
Es spielten: Felizitas Gahlbeck, Brigitte Jebauer, Sabine Räbiger, Leonie Rudolph und Irene Sauer.

Text: Felizitas Gahlbeck

Foto: Margit Hankewitz

Dezember 2019

Die Weihnachtsfeier für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 18. Dezember

Nach der Begrüßung durch Margit Hankewitz wurden die Ehrenamtskarten des Landes Berlin von Judith Stückler, stellv. Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung und Joachim Krüger, Vorstandsmitglied, überreicht. Judith Stückler bedankte sich im allgemeinen bei allen Ehrenamtlichen für ihr besonderes Engagement im Sozialwerk Berlin.

Von links: Herr Krüger, Frau Stückler und die Geehrten

Marita Vennewald, Klaudia Neumann, Halina Krawczyk, Wilfried Neumann, Ursula Abel, Doris Bayer, Gerhard Drescher, Marina Hilgers-Herr und Rolf Meyer.

 

Auf vielfachen Wunsch sang danach der Schlösschenchor „Heilige Nacht“ und sogleich verbreitete sich eine vorweihnachtliche Stimmung. Professor Dr. Herbert Striebeck dankte dann im Namen des Vorstandes Margit Hankewitz für ihren unermüdlichen und vielfältigen Einsatz, mit dem sie das Lebenswerk ihrer Eltern erfolgreich, selbst über Berlin hinaus, weiterführt.

Als ein Dankeschön an alle folgte ein fröhliches Programm.

Es präsentierten „Die wilden Witwer“ mit Piano und Gesang Musik der 20er und 30er Jahre mit betörenden Melodien und hintergründigem Humor. Passend zur Jahreszeit boten die beiden klassisch ausgebildeten Musiker unter dem Motto „Ich steh` im Schnee“ eine unterhaltsame Mischung, die mit der „Petersburger Schlittenfahrt“ begann. Der bekannte Song: I’m singin‘ in the rain wurde abgewandelt in: Ich singe wenn es schneit. Zur Verbreitung der winterlichen Stimmung ließ der Sänger immer wieder Theaterschnee auf die Bühne rieseln. Neben humorigen Liedern wurde unter anderem der „Maskenball im Hochbebirge“ von Erich Kästner vorgetragen. Diese  abwechslungsreiche Darbietung fand ihren feierlichen Abschluss indem alle zusammen mit den beiden Künstlern einige Weihnachtslieder sangen.

Die weihnachtliche Veranstaltung der Ehrenamtlichen wurde mit einem reichhaltigen und sehr schmackhaften Buffet beendet, das durch eine großzügige Unterstützung durch den Paritäter ermöglicht wurde.

 

 

 

 

 

 

 

Text: Wilfried Neumann

Fotos: Gerald Jost und Wilfried Neumann


Dezember 2019

Was ist Einsamkeit?

Von Eveline Harder
Einsam sind Menschen, deren Umfeld sich im Laufe der Zeit völlig verändert hat. Der Ehe-/Lebenspartner ist verstorben, der Freundeskreis hat sich zurückgezogen oder ist ganz verschwunden, erkrankt, bettlägerig oder verstorben. Und wenn dann der vereinsamte Mensch nicht in eine Depression verfällt, dann versucht er am Anfang noch, Kino- und Theaterbesuche allein zu bewältigen. Mit zunehmendem Alter fällt aber auch dies flach, weil der ältere Mensch abends oder nachts nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren will. Jetzt verschließt sich der Mensch, lehnt lose Kontakte ab und verbringt seine Zeit in der Wohnung vor dem Fernseher, der Tag und Nacht läuft – schon als Geräuschkulisse. Er geht einkaufen, wenn viele Menschen unterwegs sind und er ein Bad in der Menge nimmt. Hinzu kommt auch die Kostenfrage, nämlich: Teilhabe am öffentlichen Leben kostet Geld. Und das ist nach dem Tod des Lebenspartners auch weniger geworden.
Da kein Freundeskreis mehr vorhanden ist, gibt es keinen Briefwechsel mehr, der noch von der älteren Generation gepflegt  wird.
Schon Margarete Mitscherlich-Nielsen (1917-2012) sagte, sie konnte nur so alt und lebendig am Leben teilnehmen, weil sie Kontakt hatte und nicht nur mit Gleichaltrigen sondern auch mit vielen Jugendlichen den Austausch pflegte. Kommunikation ist im Alter wichtig, das A und O.
Ich denke dabei hier in Berlin an das Sozialwerk Berlin e.V., ein Altenselbsthilfezentrum in Berlin-Grunewald, das von ca. 100 Ehrenamtlichen bewirtschaftet wird, 26 Interessenkreise hat, und wo sich die Mitglieder umeinander kümmern (www.sozialwerk-berlin.de). Sobald jemand im Kreis fehlt, wird angerufen, Hilfe bei Krankheit, Krankenhausaufenthalt etc. angeboten.
Für den Einsamen wäre es ein großer Schritt, Kontakt nach außen aufzunehmen. Oft aber ist da das Gefühl, in einem Mäuseglas zu sitzen und nicht herauszukommen. Es wird jede Hilfe abgelehnt oder als Belästigung empfunden, und so vergräbt sich der Einsame weiter in seiner Behausung.
So einfach zum Telefonhörer zu greifen, um ein Gespräch zu führen, ist eine riesige Herausforderung. Dazu gehört Mut und der Wille, die Einsamkeit zu durchbrechen. Das Angebot von SILBERNETZ, der Telefonhotline für einsame Menschen ab 60 (www.silbernetz.org), ist hervorragend geeignet, hier Abhilfe zu leisten. Nur muss das Interesse hierfür aufrecht erhalten bleiben.
Nachbarschaftshilfe ist ebenfalls eine Möglichkeit, hier Abhilfe zu schaffen. Pflegen Sie Kontakt zu Ihren Nachbarn!
Ich schildere Ihnen den Fall einer 82-jährigen Frau, deren Mann im April 2018 verstorben ist. Sie ist auf den Rollator bzw. Rollstuhl angewiesen, hat abwechselnd zwei Pflegekräfte von Mo-So von 8 bis 12 Uhr, und dann ist sie allein. Die Tochter ist berufstätig. Ja, und der Freundeskreis meldet sich nicht mehr, zieht sich zurück, wie das nicht selten geschieht nach einem Trauerfall. Man möchte keine Klagen hören, und so meldet sich niemand mehr. Die Leere, die entsteht, wenn ein Ehepaar 40 oder 50 Jahre verheiratet war, ist immens. Der Tag zieht sich unendlich in die Länge.
Zu verweisen ist auch auf das Projekt „Tante Inge“, das auf der Veranstaltung von ZEIT ONLINE 2017 vorgestellt wurde anlässlich des Workshops „Alte Säcke und junge Spunde“ – das ich seinerzeit umgetauft habe in „Alte Schachteln und junges Gemüse“, weil es die Zielgruppe näher beschreibt (www.greenwindow.com/zu-besuch-auf-dem-z2x-festival). Hier wird die Kontaktaufnahme zwischen Jung und Alt nicht nur empfohlen, sondern gewünscht. Wir Alten haben den Jungen noch viel zu sagen und können auch zuhören und umgekehrt auch. Immer wieder Kommunikation ist angesagt!
Dann sei noch auf ein Projekt aus den Niederlanden verwiesen, das sich „Ick bin Alice“ (ein Film) nennt (https://prisma-hsg.ch/articles/wenn-senioren-und-roboter-lieder-singen). Hier wird eine Computerpuppe zu den einsamen Menschen gebracht, damit sie sich unterhalten und auch beschäftigen können, z.B. Anleitung zur täglichen Gymnastik. Schrecklich und schön zugleich.
Weitere Informationen im rbb-Gesundheitsmagazin vom 4.12.2019 (verfügbar bis 4.12.2020):

https://www.ardmediathek.de/rbb/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvcmJicHJheGlzLzIwMTktMTItMDRUMjA6MTU6MDBfNDU3ODhkNzEtZmMxOS00MDI2LWE0Y2UtMGI4MWE3NTE2OGIzL2VpbnNhbWtlaXQtaGF0LWF1c3dpcmt1bmdlbi1hdWYtZGVuLWtvZXJwZXI/einsamkeit-hat-auswirkungen-auf-den-koerper


Dezember 2019

Lasst die Lichter ins Herz hinein – Weihnachtsfeiern für die Mitglieder

Unter diesem Leitsatz fanden am 13. und 14. Dezember die diesjährigen Weihnachtsfeiern für die Mitglieder des Sozialwerks statt. Insgesamt waren rund 300 Mitglieder der Einladung gefolgt. Sie wurden von der Vorsitzenden, Frau Margit Hankewitz, herzlich im Käte-Tresenreuter-Haus begrüßt.
Traditionell war der Saal festlich geschmückt. Das Kreativteam um Frau Klaudia Neumann  hatte  in diesem Jahr eine modernere Dekoration gewählt, die bei den Gästen auf große Zustimmung stieß. Dies gilt auch für den vorzüglichen Service durch das Team um Ingrid Junkuhn.
Das musikalische Hauptprogramm wurde vom Volksinstrumentenorchester in Berlin e.V. aus Lichtenberg gestaltet. Dessen Leiter, Herr Gunter Wyrell (Tenor), und seine Frau, die Sopranistin Inna Wyrell, trugen deutsche, italienische, englische und amerikanische Weihnachtslieder, aber auch klassische Werke vor wie eine Arie aus der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ vor. Eingestreut waren moderne besinnliche und lustige Weihnachtsanekdoten, zitiert von Mitgliedern des Chores. Das Programm war sehr abwechslungsreich und kurzweilig und fand die Begeisterung der Zuhörer.
Dies gilt auch für den Auftritt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Prof. Herbert Striebeck als Knecht Ruprecht, der das bekannte Gedicht von Theodor Storm „Von drauß` vom Walde komm ich her“ vortrug.
In Ihrem Schluss stellte Frau Hankewitz fest, dass das tolle Programm wahrlich Licht in die Herzen gebracht habe. Sie wünschte allen Mitgliedern ein frohes Weihnachtsfest, ein gesundes Neues Jahr und dass, wie in den Liedern mehrfach besungen, die Welt friedlich bleiben möge.
 
Text: Hans-Ulrich Litzner
Fotos: Margit Hankewitz


Dezember 2019

Weihnachtsfeiern für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen

Traditionell fanden in der Adventszeit die Weihnachtsfeiern für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen im Käte-Tresenreuter-Haus statt. Bei den sechs Veranstaltungen konnte die Vorstandsvorsitzende, Frau Margit Hankewitz, insgesamt 900 Gäste begrüßen, darunter eine Dame von 102 Jahren.

Als Motiv wurde
„Weihnachten, wie es früher war“
Gewählt. Hierzu passte das Bühnenbild, das von Frau Klaudia Neumann und ihrem Team konzipiert und vom Hausverwalter Jürgen Schambach realisiert wurde. Zum Motto gehörte auch, dass weniger die materiellen Dinge zu Weihnachten im Vordergrund stehen sollten, sondern vielmehr Zuwendung, Gemeinsamkeit und Hilfe, also Werte, für die das Sozialwerk seit seiner Gründung im Jahre 1971 steht.

Das zweistündige Programm wurde durch den hauseigenen Schlößchenchor unter der Leitung von Herrn Michael Streckenbach gestaltet. Es wurde von Frau Marita Vennewald moderiert, die neben besinnlichen Worten auch amüsante Kindheitserinnerungen an Weihnachten einfließen ließ. Das Programm selbst umfasste traditionelle und modernere Weihnachtslieder, zwei kurze Weihnachtsgeschichten, die von den Chormitgliedern gespielt wurden, sowie Weihnachtsgedichte, die zum Teil von den Gästen vorgetragen wurden. Zum Motto der Weihnachtsfeiern passte insbesondere ein Gedicht, das von Frau Christine Bökel-Striebeck verfasst worden war und vorgetragen wurde. Es lautet:
Weihnachten ist immer
Manchmal denkt man, diese Welt
sei nur gemacht aus Stress und Geld,
aus Hektik, Frust und Alltagszwist,
wie gut, dass es auch anders ist.
Gemeinsam, für die andern da,
bei uns ist alles dies noch wahr.
Wir packen an, wenn „Not am Mann“,
wir Ehrenämtler helfen gern.

Der Weihnachtsbaum im Kerzenschein,
er soll Symbol des Friedens sein.
So wünschen wir zu diesem Fest,
dass sich etwas bewahren lässt
von dem, was rühret uns`re Herzen,
was wir gefühlt beim Schein der Kerzen;
damit der Alltag nicht verdeckt,
was noch an Menschsein in uns steckt.

Diese Aussagen zur Bedeutung des Ehrenamtes wurden durch den Applaus der Gäste unterstützt.
Zum Schluss sangen Chor und Gäste gemeinsam das Lied „Oh, du fröhliche“. Bevor die Gäste in Richtung des weihnachtlich beleuchteten Kurfürstendamms das Haus verließen, bekam jeder die traditionelle Weihnachtstüte.

Bei der anschließenden persönlichen Verabschiedung durch Frau Hankewitz  bestätigten zahlreiche Gäste, dass die Weihnachtsfeiern im Käte-Tresenreuter-Haus ein Höhepunkt des Jahres seien und dass sie sich schon auf Dezember 2020 freuten.
Die Weihnachtsfeiern für die Pflegeeinrichtungen sind ohne die Förderung durch die Politik nicht möglich. Wir danken daher an dieser Stelle der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf für die finanzielle Unterstützung.
Text: Hans-Ulrich Litzner
Fotos: Dieter Berg