Aktuelles

Juni 2017
Delegation des Sozialwerks bei der EU in BrüsselGruppenfoto Delegation Brüssel 2017
Foto: Anastasija Ore
Vor dem Hintergrund der Europawahlen 2018 sowie auf Einladung von Herrn Joachim Zeller, seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP), reiste eine Delegation des Sozialwerks vom 31. Mai bis zum 01. Juni nach Brüssel. Sie wurde von Herrn Dr. Winfried Pathe, Assistent von Herrn Zeller mit Sitz in Berlin, begleitet. Den Kontakt zu Herrn Zeller hatte Frau Eveline Harder, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises Altenselbsthilfezentrum Sozialwerk Berlin e.V., hergestellt.

Den ersten Teil des Programms bildete der Besuch des „Parlamentariums“, des Besucherzentrums des Europäischen Parlaments, das erst im Mai 2017 eröffnet wurde. Im Parlamentarium ist die Geschichte der EU seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bilder, Texte und Videopräsentation nachgezeichnet. Alle Delegationsmitglieder hatten diese Zeiten miterlebt, so dass der Besuch auch eine Reise zurück in die eigene Vergangenheit war.
Höhepunkte des ersten Tages war ein Meinungsaustauch mit Herrn Zeller über die aktuelle politische Situation sowie der Besuch einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments, das unter der Leitung des Präsidenten, Herrn Antonio Tajani, dem Nachfolger von Herrn Martin Schulz, tagte. Durch diesen Besuch konnte man sich einen Eindruck über die Parlamentsarbeit in Brüssel verschaffen.

Am 2. Tag referierte Herr Heinrich Bultmann, der für den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) tätig ist, über die Aufgaben und die Arbeitsweise dieses wichtigen Gremiums. Frau Renate Heinisch von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist deutsches EWSA- Mitglied. Dem Vortrag von Herrn Bultmann folgte eine mehr als einstündige Aussprache, bei der ebenfalls aktuelle politische Fragen (auch zur Seniorenpolitik), insbesondere durch Frau Hankewitz und Herrn Stawenow, angesprochen wurden.

Am Ende des offiziellen Programms dankte Frau Hankewitz Herrn Zeller und Herrn Bultmann für die Einladung nach Brüssel sowie für die aktuellen, ausführlichen Informationen.

Das Programm wurde durch eine kurze Besichtigung der Brüsseler Altstadt um den „Großen Platz“ abgerundet. Alle Delegationsteilnehmer vertraten die Auffassung, dass der Besuch in Brüssel zum besseren Verständnis der Europäischen Politik beigetragen hat.
Dr. Litzner

Mai 2017
Autorenlesung und Zeitzeugengespräch mit Rolf Schneider
Am 28. Mai 2017 war erneut Rolf Schneider (Jahrgang 1932) im Schlößchen-Café mit einer Lesung aus seiner Biografie „Schonzeiten“ zu Gast. Trotz großer Hitze hatten sich einige Interessierte auf den Weg gemacht. Die punktuell ausgesuchten Teile aus seinem Buch gaben einen hervorragenden Einblick in sein Leben, Denken und Wirken. Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse an der DDR-Vergangenheit im Zusammenleben, der Arbeit als freier Schriftsteller und die Schwierigkeit, nach der Biermann-Ausweisung als Autor zu arbeiten. Es glückte Rolf Schneider, indem er für einen westdeutschen Theaterverlag 9 Jahre als Regisseur und Dramaturg arbeitete. Das brachte für die DDR Devisen, und da er als einziger Schriftsteller in dieser Form tätig wurde, wurde er bei der Kultur-Agentur unter „Ernsthafte Konzertsolisten“ geführt. Zwischen den beiden Staaten zu pendeln hatte Vorzüge und brachte Neider und führte innerlich zu einer Zerissenheit. Mit großer Rührung erzählte er von seinen Professoren Victor Klemperer und Hans Mayer an der Universität Wittenberg/Halle. Das waren Prägungen für sein ganzes Leben. Ein wunderbarer Nachmittag, der nachwirkt. Wir waren alle dankbar, dass Rolf Schneider so offen und frei aus seinem Leben erzählte. Unvergessen!
Eveline Harder

Mai 2017
Erzähl-Café –Zeitzeugengespräche am 23. April 2017 mit
Tombolo Mukengechay „Kongo – Polen – Deutschland“
Foto zeigt Tombole Mukengechay
Foto: Jürgen Schambach, Sozialwerk Berlin
Tombolo Mukenchechay, Jahrgang 1946, wurde in Tsikapa, Belgisch/Kongo, heute Demokratische Republik Kongo, geboren. Er erzählte von seiner Kindheit in dem afrikanischen Ort, wo sie glücklich als Kinder miteinander spielten und abends am Lagerfeuer zusammensaßen und den Geschichten über die Ahnen lauschten. Dann ging es in die Missionsschule, staatliche Schulen existierten nicht. Sie wurden nach belgischem Muster ausgebildet und erzogen. Später kam er in ein katholisches Internat und suchte sich eine Unterkunft für die Schulzeit, da es weit entfernt vom Elternhaus lag. In Kinshasa ging er dann aufs Gymnasium. Dann folgte ein geschichtlicher Abriss über die Entwicklung des Landes im Laufe der Jahrhunderte. Durch die Akquirierung von kongolesischen Abiturienten für Studienaufenthalte in Europa, entschied er sich, 1964 als Stipendiat nach Warschau und Kattowice, zunächst zur Erlernung der Sprache, zu gehen. 1966 begann er mit dem Jurastudium, 1970 legte er den Magister in Jurisprudenz ab. 1965 lernte er seine Frau kennen und bereits 1967 heirateten sie. Anlässlich der Hochzeit lernte er Erzbischof Karol Wojtyla kennen, den späteren Papst Johannes Paul II. Es sollte nicht die einzige Begegnung bleiben.
Die klimatische Umstellung Kongo-Polen war immens. Beim Skifahren erfroren seine Hände und er handelte sich eine Lungenentzündung ein. Auch ernährungstechnisch war alles so völlig anders. Süßkartoffelspeisen, Reis und geröstete Erdnüsse, Gemüse war er gewohnt, und in Polen dann das fetthaltige, deftige Essen mit Fleisch und Kartoffeln.
Die postalische Verbindung zum Heimatland gestaltete sich schwierig. Der Familie und dem Bruder in einem katholischen Internat wurde ein Briefwechsel mit Tombolo aus einem kommunistischen Land untersagt. Dem Bruder wurde bei Zuwiderhandlung angedroht, das Internat verlassen zu müssen. In der damaligen Zeit sind etliche Afrikaner nach Polen zur Ausbildung gegangen. Rassistische Stimmungen waren nicht zu spüren. Heute sind verschwindend wenige Afrikaner in Polen zu finden.
Nach Abschluss des Studiums sollte es nach es Brazzaville gehen. Jedoch gestaltete es sich sehr schwierig, hier geeignete Tätigkeiten für längere Zeit aufzunehmen, so dass er sich für eine Arbeitsaufnahme in Deutschland interessierte. Es wurde auch einfacher für seine Frau, hierhin als Spätaussiedlerin eine Ausreise genehmigt zu bekommen und die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten. 6 Jahre arbeitete er für die Alliierten in der Spandauer Zitadelle, wo er unter anderem für den letzten deutschen Gefangenen Rudolf Heß zuständig war (Verpflegung, Kleidung, Lektüre etc.). Alle vier Wochen wechselten sich die Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen mit dem gesamten Wachpersonal ab. Tombolo Mukengechay schwebte dort über allen als Ansprechpartner für die Kommandanten und Mitarbeiter. Mit dem Senator für Justiz hatte er nur in finanzieller Hinsicht zu tun, die deutsche Verwaltung hatte jedoch keinen Einfluss auf seine Tätigkeit.
20 Jahre war er Verwaltungsmitarbeiter in der Katholischen Hochschule für das Sozialwesen und 5 Jahre Stv. Vorsitzender der Afrikanisch-Ökumenischen Kirche in Berlin-Brandenburg. Seit 2010 ist Tombolo Mukengechay im Ruhestand. Er engagiert sich in der Seniorenvertretung Charlottenburg-Wilmersdorf und ist 2017 wiedergewählt worden, um sich um die Belange der Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund zu kümmern. Es geht ihm insbesondere darum, der zunehmende Einsamkeit und Isolation dieses Personenkreises entgegenzuwirken. Herzlichen Glückwünsch zur gewonnenen Wahl und viel Erfolg auf diesem Gebiet!
Eveline Harder

Mai 2017
tour de palliativ am 28. April 2017
Das Unionhilfswerk und hier das Kompetenzzentrum für Palliative Geriatrie luden zu einer Stadtrundfahrt verschiedene Verbände, Institutionen, Altenpfleger und die Presse ein. Am Treffpunkt Alexanderplatz erhielt jede/r Teilnehmer/in Tagungsunterlagen sowie ein Lunchpaket überreicht. Der Projektleiter Dirk Müller begrüßte die knapp 50 Personen, und wir starteten zum St. Elisabeth-Stift in die Eberswalder Straße. In der Kapelle wurden uns die neuen Projekte des sanierten Hauses vorgestellt. Eine angeregte Diskussion schloss sich an.
Der nächste Stopp war die Firma Otto Berg Bestattungen GmbH & Co. KG in der Residenzstraße. Initiative für Abschiedskultur in Berlin war das Thema. Das Unternehmen wird in vierter Generation weitergeführt. Der Juniorchef, der die tour de palliativ den ganzen Tag begleitete, berichtete über die Firmengeschichte und die Änderungen in der Trauerkultur. Eine Diskussion schloss sich an. Wir saßen in der Trauerkapelle zusammen, ein Sarg war aufgebahrt und von beleuchteten Kerzen und Blumengestecken umgeben, so dass der Eindruck von Abschiedskultur vermittelt wurde. Die Teilnehmer/innen konnten dabei Kaffee oder kalte Getränke zu sich der dargebotenen Knabbereien bedienen.
Die Fahrt ging dann ins Altenselbsthilfezentrum und Stadtteilzentrum Käte-Tresenreuter-Haus in die Humboldtstraße 12 in Schmargendorf. 1971 wurde das Sozialwerk Berlin e. V. von Käte und Harry Tresenreuter gegründet und 1983 das Haus in der Humboldtstraße bezogen, altengerecht und barrierefrei gestaltet und mit einer Induktionsanlage im großen Saal versehen. Selbsthilfe und Selbstbestimmung der älteren Menschen sind die Zukunft der offenen Altenarbeit. Circa 100 ehrenamtliche Mitarbeiter bewirtschaften das Haus mit den über 24 Interessenkreisen. Es ist täglich von 10:00-18:00 Uhr geöffnet, An der Spitze steht als Vorsitzende des Vorstands des Sozialwerks Berlin Margit Hankewitz, Das Motto des Hauses lautet: „Die Tradition im Herzen, die Zukunft in der Hand.“ Ein Vorzeigeprojekt der offenen Altenarbeit.
In allen Häusern (außer Otto Berg Bestattungen) wurden Führungen angeboten.
Den Abschluss bildete eine Vortragsveranstaltung mit Musik und Imbiss sowie eine Filmpräsentation im Pflegeheim „Am Kreuzberg“ in der Fidicinstraße. Hervorzuheben ist der Vortrag von Dr. Michael Schultze über seine geriatrische Arbeit und seine Fallbeispiele durch den Notärztlichen Hilfedienst. Hier müssen alle Beteiligten und Interessierten am Ball bleiben, damit die Politik und Krankenkassen die Probleme in der geriatrischen Versorgung erkennen, verbessern und Initiativen fördern.
Eveline Harder

April 2017
Die Osterwoche 2017

Foto vom Ostermarkt 2017
Der Ostermarkt
In der Woche vor Ostern, vom 10. – 15. April, war im Foyer unseres Hauses ein kleiner, feiner Ostermarkt aufgebaut worden.  Auf farblich abgestimmten Tischen wurden Frühlingsgestecke sowie verschiedenste selbst hergestellte schöne Dinge zur Osterdekoration angeboten. Dieser erstmalig durchgeführte Markt wurde von allen Besuchern, die sehr zahlreich erschienen waren, begeistert angenommen und entwickelte sich zu einem Highlight für unsere Mitglieder und Gäste. Wegen des ausverkauften Osterkonzertes wurde der Markt dann am Sonnabend in das Cafe verlegt, wo er sich in der Konzertpause ebenfalls eines großen Zuspruchs erfreute.

Das Osterkonzert
Das Ensemble Harmonie bereitete uns am 15. April einen fröhlichen Auftakt
zum Osterfest. Unter der Leitung von Erika Hartmann erklangen viele musikalische Erinnerungen. Populäre Schlager und alte Schellack-Schätzchen waren allen noch bekannt und wurden sogleich kräftig mit-gesungen. Ein Mundharmonikaspieler zeigte mit dem Solo von „Bei mir bist du schön“ der Andrews Sisters sein Können. Im diesjährigen Programm des Harmonika-Orchesters trat häufig der Keyboardspieler auch als Sänger auf und sorgte dadurch für einen sehr abwechslungsreichen Vortrag. Passend zum langsam  erwachenden Frühling wurden „Tulpen aus Amsterdam“ überreicht. Mit einem Medley amerikanischer Oldies steigerte sich allmählich die Stimmung im Saal. Wer konnte auch bei „Glory! Glory! Hallelujah! und „When the Saints go marching in“ noch die Hände und Füße stillhalten. Das Aprilwetter ließ nach heftigen Regenschauern letztendlich wieder die Sonne scheinen und so wurde mit „Blaues Boot im Sonnenschein“ dann der passende Abschluss gefunden. Als Zugabe durfte der Tradition folgend „Sierra Madre del Sur“ nicht fehlen und im voll besetzen Saal breitete sich sogleich eine festliche Stimmung aus. Es war wieder ein schwungvoller und sehr kurzweiliger Nachmittag.Foto vom Osterkonzert 2017
Text und Fotos Wilfried Neumann

April 2017
Tagung in den Niederlanden vom 06.-08. April 2017
„Neue Rollen für die Zivilgesellschaft in einer „Caring Community“:
Innovative Bildung für mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung im Alter“

Das im Rahmen des europäischen Programms ERASMUS geförderte Mobilitätsprojekt startete im Juni 2016 und wird von der Bundessarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) koordiniert. Nun fand im Kreis Süd-Limburg die zweite Tagung statt. 23 Teilnehmer/innen fanden sich aus den verschiedensten deutschen Organisationen und Städten zusammen. Die Schulungen erfolgten jeden Tag in einem anderen Pflegeheim (auch mit Demenzstationen), wobei am Samstag-Nachmittag der Besuch des Pflegebauernhofs Randsdalerveld mit der Pflegebäuerin Mariette Huntjes den spannende Abschluss bildete. Zur Tagespflege werden dort von Montag-Samstag 30 demente Patienten beschäftigt, verpflegt, versorgt und betreut. Das war sehr eindrucksvoll.
In Holland steht der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Unterstützt wird das Programm durch die Rolle der Klientenräte. Hier werden die Pflegepläne des Lebens für die Klienten erstellt. Im Gegensatz zur BRD, wo alles vom finanziellen Standpunkt zuerst betrachtet wird. Das wurde in den Diskussionen immer wieder sichtbar.
In Holland arbeitet man mit verschiedenen Austauschformen bei der Erstellung und Planung von Pflegeplänen und bedarfsorientierter Pflege:
–    Das Küchentischgespräch
–    Die Sofagespräche
–    Die Kraft der Begegnung
–    Das Spiegelgespräch
–    Der Wunschbaum
–    Verdünnte Ernsthaftigkeit (Gespräche zwischen Suppe und Kartoffeln über Sorgen und Schwierigkeiten in privater Athmosphäre)
Dazu gehörte ein Vortrag von Bert Hents, Geriatrie-Physiotherapeut, der über die Aktivierung und Beteiligung des (dementen) Patienten im Pflegeheim sprach, damit die Fähigkeiten des Einzelnen weiter genutzt und verbessert werden und nicht nur eine Verwahrung ohne Eigenbeteiligung erfolgt,
Es war eine anstrengende Tagung, die uns gezeigt hat, wie mit Menschlichkeit ein humanes und glückliches Leben im Alter gelebt werden kann. Ein anregendes Beispiel, das wir nicht aus den Augen verlieren sollten.
Eveline Harder

April 2017
„Das Nachtgespenst“
Ein Nachmittag mit Günther Rüdiger am 25. März 2017 im Schlösschen
Foto zeigt Günter Rüdiger
Der Schauspieler, Sänger und Theaterleiter des „Zimmer Theater Steglitz“ machte uns auf sehr unterhaltsame Weise mit diversen Chansons aus der Zeit von 1900 bis heute bekannt. Es begann mit Melodien von Paul Lincke wie „Machen wir mal ’ne Bummelfahrt“ und der „Berliner Luft“. Mit der „Hochzeit bei Zickenschulze“ von dem Berliner Original Fredy Sieg wurde uns ein kleines komödiantisches Schauspiel geboten. Das Couplet „Der Überzieher“ wurde von Otto Reutter selbst oft vorgetragen. Er war der höchstbezahlte Unterhaltungskünstler in den 20er Jahren im legendären „Wintergarten“ .Oft fielen die damals als frivol geltenden Lieder unter die Zensur. So auch „In der Bar zum Krokodil“ von den Comedian Harmonists. Dazu passend erschien Günter Rüdiger mit Pharao-Kopfbekleidung. Nach dieser Darbietung gab es, wie auch schon vorher, stürmischen Beifall des Publikums. Am Erfolg beteiligt war auch Christian Ernst, der hinreißend begleitende Pianist.

Auf einer wahren Begebenheit beruhte das folgende Chanson von Friedrich Holländer, das dem Programm ja den Namen gab: „Ich bin dein Nachtgespenst, dein süßes Nachtgespenst, ich weck dich, wenn du pennst, so lang, bis du mich Liebling nennst.“ In den 20er Jahren hatte es ein Fassadenkletterer auf die schönen Damen abgesehen. Er stieg nachts durch die Fenster, deckte die Schlafenden auf, dann wieder zu und verschwand. Ende der 50er Jahre kam verstärkt das Musical nach Deutschland. Aus „Kiss me Kate“ sang Günter Rüdiger „Wo ist die liebestolle Zeit“ und konnte hier seine kräftige Baritonstimme bis in Tenorhöhen hinaufschwingen.  Dieser heitere Nachmittag mit vielen Couplets und kulturhistorischen Informationen am Rande verging wie im Fluge und hat die zahlreichen Teilnehmer/innen sehr erfreut.
Text und Foto Wilfried Neumann

März 2017
Logo BundesministeriumLogo AlterLogo BaS
Tagung „Selbstbestimmt und Vollmacht statt Ohnmacht“ in Berlin
Bei der Tagung „Selbstbestimmt und Vollmacht statt Ohnmacht“ am 22.03.2017 des Landesseniorenbeirats Berlin und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit 140 Teilnehmenden wurde das Projekt „SelbstBestimmt im Alter! – Vorsorge-Unterstützung im Team“ vorgestellt.
Besucherinnen und Besucher des Stadtteilzentrums „Käte-Tresenreuter-Haus“ des Sozialwerks Berlin e.V. können Unterstützung aus diesem Projekt in Anspruch nehmen. Ein Kompetenz-Team aus beruflich erfahrenen Expertinnen berät zu Vorsorge und Vollmachten, bildet ehrenamtlich Engagierte  zu Themen rund um Alter, Pflege und rechtliche Betreuung weiter und organisiert bei Bedarf ehrenamtliche Alltagshilfen, so dass u.U eine gerichtlich angeordnete Betreuung nicht erforderlich wird.
Bericht: 22.03.2017/Agnes Boeßner – Fotos: Jürgen Schambach
Foto von der Fachtagung Foto von der Fachtagung

 

März 2017
Projekt „SelbstBestimmt im Alter“
Foto von der Projektgruppe
Am 21.03.2017 fand die erste Besprechung des Projektteams „SelbstBestimmt im Alter – Vorsorgeunterstützung im Team“ im Sozialwerk Berlin statt. Frau Agnes Boeßner und Mitarbeiterin sprach über die Inhalte des Konzepts und deren Umsetzung mit dem Berliner Team. Die Laufzeit ist vom 01.03.2017 bis 30.06.2019. Der Start ist nun erfolgt, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V. (BaS).
Bericht/Foto: Harder

März 2017
Erzähl-Café am 19. März 2017 Susanne Schmitz „Die Welt der Antiquitäten und ich“

Foto zeigt Susanne Schmitz
Am 19. März 2017 war das Erzähl-Café mit Susanne Schmitz, Jahrgang 1939, angesetzt. Ein bunter Bilderbogen eines Lebens wurde plastisch aufgeblättert mit allen Höhen und Tiefen. Ihre drei Wünsche im Alter von 15 Jahren an das Leben waren: Eine eigene Wohnung, ein Kind und einen Mann, genau in dieser Reihenfolge. Das hatte sie auch ihrem Vater vorgetragen. Es entwickelte alles so ganz anders. Nach einer Kosmetikausbildung folgte ein Aufenthalt in London und anschließend in Lausanne zwecks Spracherlernung. Ein Studium an der Kunsthochschule Kiel schloss sich an, dann ging es nach Berlin. Hier arbeitete sie als Mannequin und Stadtführerin für englische und französische Gruppen. Die Entdeckung der Antiquitäten auf Trödelmärkten und Antiquitätengeschäften in der Kleiststraße brachte sie auf die Idee, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Sie fing an, alte Bilder zunächst aufzuarbeiten und weitete diese Beschäftigung aus auf Reparaturen von Porzellan, Fayencen, Stilmöbel, Teppiche und sakrale Gegenstände. Sie gründete das berühmte Geschäft im Europa-Center „Susanne Schmitz Antiquitäten“, in dem sie ihre restaurierten Arbeiten anbot. Für Versicherungen und Museen erstellte sie Expertisen. Ihre Einkäufe tätigte sie in erster Linie in London auf Auktionen und dortigen Märkten.

Ein Film, den sie über sich drehen ließ, zeigt sie bei der Restaurierung von ihr erworbener oder in Auftrag gegebener Objekte mit den entsprechenden Abläufen in gut kommentierter Form. Das war aufschlussreich und wunderbar.

Das private Up und Down in Sachen Beziehungen, Ehe und Kindererziehung eröffnete den ersten Teil, das Antiquarische krönte den zweiten. Wie bunt kann ein Leben sein? Vieles ist nicht geplant und gewünscht, und doch geht es immer weiter. Georg Orwell sagt das sehr gut aus in: „Biographien sind nur glaubwürdig, wenn sie etwas Unschönes zugeben. Jemand, der über sein Leben nur Gutes zu sagen hat, lügt in den meisten Fällen, weil jedes Leben von innen her gesehen, nichts weiter als eine Kette von Niederlagen ist.“

Ein beeindruckender Sonntagnachmittag und unvergessen. Danke Susanne Schmitz!
Bericht/Foto: Eveline Harder

Februar 2017
„Schnipsel im Kopf?“ –
Fallen Ihnen oder Ihrem Angehörigen alltägliche Dinge plötzlich schwer?
Dann sprechen Sie uns an:

Logo der Alzheimer Angehoerigen Initiative
Wir beraten Sie jeden dritten Donnerstag im Monat von 14 bis 16 Uhr
Sollte eine Demenz der Grund sein, sind Teilhabe und Freude am Leben
möglich – trotz tiefgreifender Veränderungen. Angehörige, die einen Menschen mit
Demenz betreuen, haben keinen leichten Weg vor sich. Vieles lässt sich aber
gemeinsam bewältigen. Viele unterstützende Maßnahmen – auch Medikamente – können
den Verlauf verzögern und die Lebensqualität sichern.

Sie sind nicht allein!
Nehmen Sie die Ihnen angebotenen Hilfen an und lassen Sie andere ein Stück
des Weges mit Ihnen gehen.

Foto zeigt Rosemarie Drenhaus-WagnerWer wir sind:
Rosemarie Drenhaus-Wagner ist Initiatorin und seit 20 Jahren Erste
Vorsitzende der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. (AAI).
Ab 16. März bietet die AAI jetzt auch Sprechstunden im Stadtteilzentrum
„Käte-Tresenreuter-Haus“ an.
Rosemarie Drenhaus-Wagner berät Sie gern in allen Fragen und
Herausforderungen mit dieser Krankheit.
Vereinbaren Sie einen Termin unter 030/891 10 51/52.

 

Februar 2017
Hurra, die Rollups sind da!
Anlässlich der Veranstaltung über den „7. Altenbericht“ der Bundesregierung standen auf der Bühne des Saals im Sozialwerk Berlin e. V. zwei der neuen Rollups. Ein Dreierteam des Vorstandes des Förderkreises Altenselbsthilfezentrums hatte sich zusammengesetzt und drei Rollups entworfen, entwickelt und dann umsetzen lassen. Für künftige Auftritte, wie Messen und Fachtagungen etc., sind wir nun bestens gerüstet.
08.02.2017/Harder – Fotos: M.Hankewitz, Sozialwerk Berlin

Plakat, Rollup Sozialwerk Berlin Plakat, Rollup Sozialwerk Berlin

Februar 2017
Ein Nachmittag mit Wilhelm Busch
Foto von der Wilhelm-Busch-Veranstaltung
In einer Rezitation mit Musik stellten uns am 28. Januar Rosa und Jonathan Tennenbaum das Leben und Wirken des dichtenden Malers und Karikaturisten Wilhelm Busch vor. Er hat nicht nur Kindergeschichten geschrieben, sondern auch viele satirische Bildergeschichten und kritische Verse und Weisheiten verfasst. Er wurde vor 185 Jahren geboren und erreichte mit „Max und Moritz“ seinen großen Durchbruch. So begann Rosa Tennenbaum die Lesung  mit diesen bekannten Versen, an die man sich teils noch erinnern konnte.  Sie sprach sehr ausdrucksstark mit verteilten Rollen, so dass man die dazu gehörigen Bilder wieder vor sich sah. Allen war der geflügelte Satz noch im Ohr: „Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich!“
Wilhelm Busch veröffentlichte 1894 seine Autobiografie „Von mir über mich“ aus der vorgelesen wurde. Nach einem abgebrochenen Kunststudium begann er in den „Fliegenden Blättern“ in München zu zeichnen und zu dichten.  „Leicht kommt man ans Malen, aber schwer an Leute, die es zahlen“.  Später hat er die meisten seiner Bilder vernichtet. Alle Texte wurden von Rosa Tennenbaum sehr deutlich und lebhaft vorgetragen. Zur musikalischen Entspannung spielte Jonathan Tennenbaum zwischendurch kleine Klavierstücke. Es war ein sehr erbaulicher und amüsanter Nachmittag, der mit starkem, begeisterten Beifall beendet wurde. Professor Dr. Striebeck überreichte als Dank Sekt und Blumen.
Text und Foto: Wilfried Neumann

Januar 2017
ILSE ELIZA ZELLERMAYER im Erzähl-Café
Am 15. Januar 2017 erfreute uns ILSE ELIZA ZELLERMAYER im Erzähl-Café mit ihrem Besuch. Im Alter von 96 Jahren brillierte sie mit ihren Erzählungen über das Hotel am Steinplatz, der Familie Zellermayer und ihren Erlebnissen mit der Künstleragentur, die sie über lange Jahre führte. Unter anderem brachte sie Luciano Pavarotti nach Deutschland. Die Zeit verging wie im Fluge, so interessant und amüsant stellte sie ihr Leben in den verschiedenen Phasen dar. Ein Hochgenuss für alle Teilnehmer/innen.
Eveline Harder

Januar 2017
100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – Aufruf zur Mithilfe als Zeitzeuge
Vor fast 100 Jahren, am 30. November 1918, wurde durch eine entsprechende Verordnung das Wahlrecht für Frauen in Deutschland gesetzlich fixiert. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnte von diesem Recht erstmals Gebrauch gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund plant die Dokumentarfilmerin Dagmar Scheibert, die unter anderem für den rbb tätig ist und auch für das Sozialwerk fotografiert, einen Dokumentarfilm über die Stellung der Frauen vor 100 Jahren, das heißt zwischen der Verantwortung für Familie und Kinder und Restriktionen in einer vornehmlich durch die Männerwelt bestimmte Gesellschaft.

Für diesen Dokumentarfilm sucht Frau Scheibert Dokumente, Fotos oder auch Filme (Super 8 und mehr) über den Alltag der Frauen im angehenden 20. Jahrhundert und bittet Sie auf diesem Weg um Ihre Mithilfe. Sofern Sie die angesprochenen Unterlagen zur Verfügung stellen können, bitten wir Sie, sich mit Frau Hankewitz oder Frau Harder vom Sozialwerk oder direkt mit Frau Scheibert in Verbindung zu setzen (Telefon: 0170 183 06 02).

Auf folgende Rechtssituation möchten wir Sie an dieser Stelle hinweisen: wenn Sie Ihre Unterlagen an Frau Scheibert übergeben, stimmen Sie nach den datenrechtlichen Bestimmungen deren Verwendung durch die Dokumentarfilmerin zu.

In jedem Falle danken wir Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung.
Dr. Litzner

Dezember 2016
Weihnachtsfeiern für die Bewohner der Pflegeheime
Traditionsgemäß fanden zwischen dem 5. und 12. Dezember 2016 wieder sechs Weihnachtsfeiern statt. Begrüßt wurden die Besucher/innen mit weihnachtlichen Klängen von Rosi und Gert (Akkordeon und Gesang). Im Saal herrschte wie immer eine vorweihnachtliche Stimmung mit Kerzenlicht auf den Tischen sowie stilvoller Dekoration und glänzenden Sternen auf der Bühne. „Der Stern“ war auch das Thema des diesjährigen Programms, wie Margit Hankewitz bei der Begrüßung der Gäste bekannt gab. So eröffnete der Schlösschenchor unter der Leiten von Barbara Donbavand den Nachmittag mit dem Lied „Steht ein Stern am hohen Himmel…“. Begleitet wurde der Chor von Rosi mit dem Akkordeon, von Professor Herbert Striebeck und Wilfried Schmidt am Klavier. Neben den vielen schönen Weihnachtsliedern wurde dieses Jahr ein kleines Weihnachtsmusical aufgeführt, das von einem zerstreuten Weihnachtsmann handelte. Die Gäste sangen bei den bekannten Liedern eifrig mit. An allen Tagen überraschten uns die Besucher, indem sie Gedichte aufsagten oder weihnachtliche Geschichten erzählten. Ein musikalischer Höhepunkt war die fast konzertreife Darbietung eines Gastes am Klavier mit „White Christmas“. Die Leiter der verschiedenen Einrichtungen bedankten sich jeweils für die stimmungsvolle Feier. Zum Abschluss sagen wir gemeinsam „O du fröhliche“.

Als „wohlbekannte“ Überraschung erhielten alle Gäste eine Weihnachtstüte mit Leckereien und dann folgte die Lichterfahrt durch das strahlende Berlin. Zu guter Letzt waren alle glücklich und zufrieden, die Besucher und die Ehrenamtlichen.

Ganz herzlich danken wir für die finanzielle Unterstützung der Feiern durch den Senator für Gesundheit und Soziales und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
Wilfried Neumann
Foto: Wilfried Neumann
Foto von der Weihnachtsfeier 2016

November 2016
Der Adventsbasar
Am 25. und 26. November 2016 erfreuten sich wieder viele, viele Besucher am alljährlichen Adventsbasar. Zur Eröffnung am ersten Tag begrüßte unser Vorstandsmitglied Joachim Krüger die Gäste. Er betonte, dass trotz der draußen allgemein verbreiteten Geschäftigkeit hier im Haus schon eine echte Vorweihnachtsstimmung herrsche im feierlich geschmückten Saal mit den liebevoll gedeckten Tischen. Dafür gilt der Dank allen Ehrenamtlichen, die unter der Leitung von Margit Hankewitz mit ihrem Arbeitseinsatz das ganze Haus für diese Tage verzaubert und den Verkauf in den einzelnen Räumen vorbereitet haben. Er bat die Besucher, Lose zu kaufen und von den vielfachen Angeboten Gebrauch zu machen. Der gesamte Erlös wird wie immer in die wichtigen Aktivitäten des Sozialwerks Berlin fließen.
Frau Judith Stückler, Vertreterin des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und stellvertretende Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlung, wies darauf hin, dass Weihnachten, das Fest der Freude, das ganze Jahr über sein könnte, denn freudige Anlässe gäbe es immer wieder. Überall herrschte munteres Treiben: im Saal beim Kaffeetrinken, bei der Tombola – jedes Los gewinnt -, an den vielfältigen Verkaufsständen sowie im Trödelmarkt. Glühwein und Kartoffelsuppe erfreute die Besucher draußen im Weihnachtszelt. Der Gesamterlös war dann mehr als zufriedenstellend. Welch‘ ein Glück für das Haus!
Wilfried Neumann
Foto: Wilfried Neumann

Fot vom Weihnachtsbasar 2016
v.l.n.r.: Judith Stückler, Margit Hankewitz, Joachim Krüger

Projekt: Patenschaften für syrische Flüchtlingsfamilien
Seit einem halben Jahr betreut das Sozialwerk Berlin in diesem Projekt mehrere syrische Flüchtlingsfamilien, die sehr dankbar dafür sind, dass sich jemand für ihre Situation interessiert.
Jede Familiengeschichte ist anders. Dem entsprechend ist auch die Hilfe und Unterstützung unterschiedlich. So helfen wir einem alleinerziehenden Vater mit 4 Kindern nach einem Krankenhausaufenthalt bei der Rehabilitation oder einer Familie mit 5 Kindern bei der Ausstattung der Wohnung, Fragen mit dem Vermieter zu klären und Termine zur Ummeldung beim Bürgeramt zu koordinieren. Einer anderen Familie helfen wir die Tochter nach Berlin zu holen, die nach einem Bombardement in Syrien als vermisst galt und glücklicherweise überlebte.
Die Unterstützung der ehrenamtlichen „Sozialwerker“ ist vorbildlich. Die Einsatzbereitschaft auch an den Wochenenden ist sehr groß und auch gefragt, denn in der Woche haben die Flüchtlinge Behördengänge zu erledigen und die Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten. Wir bleiben unserem Prinzip treu und geben „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das heißt, wir drängen niemand unsere Hilfe auf und geben „nur“ die Hilfe, die gewollt ist bzw. den Anstoß dazu.
28.06.2016/Stawenow