Aktuelles

April 2018

Verleihung des Berliner FreiwilligenPasses 2018

Foto zeigt: Verleihung des Berliner Freiwilligen Passes, Personen
Von links nach rechts:
Peter Stawenow, Elke Breitenbach, Gisela Telschow, Klaudia Neumann, Barbara Donbavand, Margit Hankewitz.

Der diesjährigen Einladung des Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, zur Verleihung des Berliner FreiwilligenPasses ist das Sozialwerk Berlin gern gefolgt. Ausgezeichnet für freiwilliges bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement wurden Frau Barbara Donbavand, Frau Klaudia Neumann sowie Frau Gisela Telschow.
In einer Feierstunde am 9. April wurden im Roten Rathaus die Ehrungen durch die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, vorgenommen. Einen herzlichen Glückwunsch und ein Dankeschön an die geehrten Mitarbeiterinnen!

Text: Wilfried Neumann
Foto: Sabine Schlaak


April 2018

Das Osterkonzert

Foto zeigt: Orchester beim Osterkonzert 2018     Foto zeigt: Tänzer und Tänzerinnen beim Osterkonzert 2018
Als am 31. März die Gruppe „Harmonie“ das Programm mit „Der Berliner liebt Musike“ eröffnete, war das auch sogleich das Motto des Nachmittags. Das Harmonika-Ensemble unter der Leitung von Erika Hartmann am Akkordeon sprach mit der Musikauswahl genau den Geschmack des Publikums an. Unaufgefordert wurde bei den bekannten Schlagern der letzten Jahrzehnte sogleich mitgesungen und mitgeklatscht. Als dann noch Herr Hartmann als Moderator die Zuhörer aufforderte zu den bekannten Melodien zu tanzen, wurde erst zögerlich doch dann verstärkt die Tanzlaune geweckt. Bei der traditionell gewünschten Zugabe von „Sierra Madre del Sur“ verbreitete sich eine festliche Stimmung im Saal. Das war somit auch ein guter Beginn der österlichen Feiertage.

Text und Fotos: Wilfried Neumann


März 2018

Der Goldie-Schlagerchor

Foto zeigt: Chorleiter des Goldiechors     Foto zeigt: Goldiechor
Bei dem Auftritt des Chores im März wurden Erinnerungen an die Wirtschaftswunderzeit geweckt. Die Schlager der „Fünfziger Jahre“ waren noch allen Zuhörern im Gedächtnis. Bei den Hits aus der damals beliebten Radiosendung „Schlager der Woche“ wurde auch gleich mitgesungen. Das Radio hatte in der noch fernsehlosen Zeit Hochsaison. Die Reiselust nach Italien wurde geweckt und die ersten Gastarbeiter kamen 1955 in unser Land. In der  Nachkriegszeit wurde dann die Essenslust geweckt und es gehörte zum guten Ton eine Tanzschule zu besuchen, um richtige Umgangsformen zu lernen. Die jeweils dazu passenden Schlager wurden humorvoll und schwungvoll vorgetragen und das Publikum erinnerte sich gern an Bill Ramsey, Caterina Valente, Heinz Ehrhard und andere Künstler. Der Chorleiter Michael Seilkopf begleitete am Klavier abwechslungreich und sehr motivierend den Chor. Sein mitreißendes Solo bei „Mackie war ein Seemann“ aus der Boogie- und Rock’n Roll-Zeit wurde mit starkem Beifall belohnt. Die Freude an diesen alten Schlagern war bei ihm so groß, dass er sich selbst in der Pause nicht von seinem Instrument trennen konnte und für musikalische Untermalung sorgte. Zum Abschluss des Programms wurde „Eine Tüte Luft aus Berlin“ gereicht. Die Zugabe danach, ein Berlin-Medley, bei dem alle mitsangen und im Rhythmus dazu klatschten, löste bei den Gästen einen Begeisterungssturm mit lautstarken Bravos aus. Auf diese sehr unterhaltsame Weise ließen  wir uns gern noch einmal in alte Zeiten versetzen!

Text und Fotos: Wilfried Neumann


März 2018

Erzähl-Café – Zeitzeugengespräch
„Geschichten aus Notzeiten – Berliner Kindheit 1945-1950“
von Hansjürgen Bulkowski am 18. März 2018 im Schlösschen-Café

Foto zeigt: Hansjürgen Bulkowski

Hansjürgen Bulkowski, Poet und Schriftsteller, geboren 1938 in Berlin-Schmargendorf, wo er heute – nach vielen Jahren nahe Düsseldorf – wieder lebt.

Ursprünglich Diplom-Bibliothekar in Krefeld. Zahlreiche literarische Buchveröffentlichungen, dazu Rundfunksendungen und Einzelbeiträge in etwa 130 Zeitschriften und Anthologien. Er gab von 1966 bis 1973 die Avantgardzeitschrift „PRO, blätter für neue literatur“ heraus. Übersetzungen aus dem Niederländischen. Stipendien des Landes NRW, Arbeitsaufenthalte unter anderem in Amsterdam, Soltau (Stadtschreiber), Schöppingen, Paris, Leuven und Warschau.

Herr Bulkowski las aus seinem 2017 erschienenen Buch „Geschichten aus Notzeiten“, das er aus der Perspektive eines Kindes niederschrieb. Es begann 1945 mit der Rückkehr aus der Evakuierung aus Strehla an der Elbe auf einem Kohlenzug nach Grünau. Von dort ging es zu Verwandten in die Frankfurter Allee in das zerstörte Berlin. Wenig später kam der Vater zurück und sie zogen wieder nach Schmargendorf. Das Haus war durch eine Brandbombe in Mitleidenschaft gezogen, man arrangierte sich. Nach einigen Mühen fand der Vater im August 1945 als Transportarbeiter bei den Engländern wieder eine Tätigkeit. Als ehemaliger Postbeamter war das beschwerlich, aber er erhielt die Lebensmittelkarte Eins, während Hausfrauen und Rentner nur die Fünf (die Hungerkarte, die weniger als 1000 Kilokalorien ergab) zustand. Die Vier für die Kinder war auch nicht besser, obwohl Sonderzuteilungen zugesagt wurden. Dazu gab es bei den Engländern Zuteilungen von „Kornett Bäff“ (corned beef), so sprach man das seinerzeitige Dosenfleisch aus. Eine Delikatesse für den damaligen Küchenzettel.  Die Lebensumstände waren nicht einfach, Stromsperren erschwerten den Alltag. Manch einer wird sich an den Einsatz von Kochkisten erinnern.

Aufgrund seiner Unterernährung wurde Bulkowski durch die Aktion Storch nach Nordheim an die holländische Grenze verschickt. Nach 9 Monaten kam er genauso klapperdürr zurück wie er abgefahren war, im Gegensatz zu den anderen Kindern. Im Krankenhaus wurde später ein Bandwurm festgestellt. Danach ging es körperlich bergauf. Zu Weihnachten 1946 gab es für Familien mit Kindern auf Bezugsschein einen Tannenbaum mit vier Kerzen. Zum ersten Mal nach vier Jahren waren sie alle drei zum Fest wieder zusammen. Dann kam die große Kälte im Januar 1947 mit Temperaturen von minus 20 Grad, die wochenlang anhielt. Die Schulferien wurden endlos verlängert, die Fensterscheiben waren vereist und in den nichtgeheizten Räumen glitzerten die Eiskristalle an den Wänden.

1948 kam die Währungsreform. Das „Kopfgeld“ betrug 60 DM. Im Ostsektor wurde ebenfalls die Mark eingeführt. Und die Blockade trat in Kraft. Wieder Stromsperrungen. West-Berlin wurde durch die „Rosinenbomber“ versorgt, die alle drei Minuten in Tegel, Tempelhof und in Gatow landeten. Auch nach dem Ende der Blockade nahm die Lebensmittelkartenversorgung kein Ende. Dann mussten Waren dazu gekauft werden. Vielfach versorgten sich „verschämt“ Westberliner im Ostteil der Stadt mit Lebensmitteln und Textilien mit Marken, die man ohne Bezugsschein in den HO-Läden erstehen konnte. Der Wechselkurs stand manchmal bis zu 1:9. Ganz Berlin sang damals in Abwandlung eines aktuellen Schlagers „Cia cia cia cio, Käse jibt et im HO“!

Damit ging der Nachmittag zu Ende. Immer wieder wurden zwischendurch kleine Beiträge aus der damaligen Zeit eingebracht, die Erinnerung lässt uns nicht los! Großen Dank an Hansjürgen Bulkowski für diesen lebendig gestalteten Nachmittag.

Text: Eveline Harder
Foto: Jürgen Schambach


März 2018

Kabarett mit Herz

Foto zeigt: Donato Plögert

Schon bei seinem ersten Auftritt bei uns im Schlösschen am 24. Februar gelang es Donato Plögert durch seine persönliche herzerwämende Moderation, sofort das zahlreich erschienene Publikum anzusprechen. Der Sänger trug seine eigenen Couplets, Chansons und Gassenhauer in schnoddriger Berliner Mundart vor. Er hat seine Nachbarn gut beobachtet und berichtete aus eigener Erfahrung über das menschliche Miteinander im Kiez unter dem Motto „Nachbarn det sind Menschen wie du und ick!“ So lernt man Die Frau mit dem Hackenporsche kennen, die sich auf den wöchentlichen Markttag freut und die alleinstehende Frau, die mit kleinen Zettelbotschaften auf ihre Einsamkeit aufmerksam machen will. Auch „Unsere Oma“ wird besungen, sie „jeht durch dick und dünn und kricht allet hin!“ Diese und andere Ereignisse, die wir alle selbst schon einmal erlebt haben, erzeugten bei den Zuhörern ein Wechselbad der Gefühle zwischen zu Herzen gehenden besinnlichen Momenten und heiteren Liedern, die die Lachmuskeln  strapazierten. So konnten wir unter anderem über die Ereignisse auf einem Laubenpieperball, einer Kaffeefahrt zur Nordsee oder einem Besuch im „Cafe Keese“ herzhaft lachen. Dieser gefühlvolle Nachmittag fand sehr große Zustimmung bei den Gästen und der Künstler erhielt am Ende langen und starken Beifall.

Zu erwähnen sei noch, dass sich Donato Plögert für das Kindertages- und Nachthospiz „Berliner Herz“ für unheilbar kranke Kinder engagiert. Hier finden deren Eltern und Geschwister Unterstützung. So kam auch der Erlös für seine verkauften CD’s an diesem Tag dieser Einrichtung zu Gute.

Text: Wilfried Neumann
Foto: Jürgen Schambach


März 2018

Budapest – eine Metropole Europas!
DIA Vortrag von Joachim Krüger am 18.2.2018

Foto zeigt: Parlamentsgbäude Budapest bei Nacht
Foto: pixabay/Walkerssk – CC0 Creative Commons
Auf dem Weg von Passau in das Donaudelta machen alle Kabinenschiffe einen langen Halt in Ungarns interessanter Hauptstadt Budapest. Eine Stadt mit langer Tradition, einst überrannt von den Hunnen, später auf 150 Jahre im Besitz der Osmanen, dann zur österreichisch-ungarischen Zeit der Doppelmonarchie architektonisch zur europäischen Metropole ausgestaltet, stellt sich Budapest heute als Touristenmagnet dar.

Zwar ist der Fünfte Stadtbezirk von Budapest partnerschaftlich mit Charlottenburg verbunden; das sollte jedoch den Vorsitzenden des Wilmersdorfer Städtepartnerschaftsvereins und Vorstandsmitglied des Sozialwerks, Joachim Krüger, nicht hindern, Budapest im Rahmen einer Sonntagsveranstaltung im Schlösschen vorzustellen.

Auf einem bebilderten Ausflug durchquerte Krüger mit den ca. 50 interessierten Teilnehmern die Stadt der Stephanskrone, der türkischen Bäder und eindrucksvollen Donau-Brücken und berichtete von Sissi, der jungen österreichischen Kaiserin und dann auch ungarischen Königin, aber auch vom Volksaufstandes 1956 und der Zeit der Niederreißung des ungarischen Grenzzauns nach Österreich vor dem Fall der Berliner Mauer! Alle diese Ereignisse finden ihren Wiederhall in den Straßen und auf den Plätzen der ungarischen Hauptstadt.

Im Herbst wird dann ein Stadtbummel durch Amsterdam auf dem Programm stehen; wir laden rechtzeitig dazu ein!


März 2018

Die Faschingsfeier 2018

Am 10. Februar hatte der Schlösschenchor zu heiteren Stunden mit Gesang und Tanz eingeladen. Musikalisch unterstützt wurde er durch Joe Morris. Die folgenden Impressionen wurden von Halina Krawczyk aufgenommen.

Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin   Foto zeigt: Fasching 2018 im Sozialwerk Berlin
Bericht: Wilfried Neumann
Fotos: Halina Krawczyk


Februar 2018

Erzähl-Café –Zeitzeugengespräch am 04. Februar 2018 mit Kazim Erdogan „Kazim, wie schaffen wir das?“

Foto zeigt: Kazim Erdogan, mitte
Zum zweiten Mal besuchte uns Kazim Erdogan im Schlösschen-Café mit seiner Ehefrau Gülsen. Dieses Mal ging es um das Buch, das Sonja Hartwig, Jahrgang 1984, Schriftstellerin und Journalistin,  „Kazim, wie schaffen wir das?“, geschrieben hat. Sechs Jahre lang begleitete sie Kazim, fuhr mit ihm in die Türkei, besuchte immer wieder seine Männergruppe, die Frauengruppe und die Projekte vom „Aufbruch Neukölln e. V.“, die Kazim E. ins Leben gerufen hat.

Ein spannend geschriebener Lebensabriss über seine Kindheit, dann der Aufbruch ins Internat allein in Erzurum, dort machte er bittere Erfahrungen als Alevit und Kurde in einer türkischen Gesellschaft. Abitur und Arbeit in einer Cafeteria, um Geld für eine Reise nach Deutschland zusammenzusparen. Im Gegensatz zur Türkei war das Studieren in Deutschland kostenlos. Am 2. Februar 1974 ging es mit dem Bus nach München, von dort mit der Bahn nach Berlin. Im Gepäck: 100 DM, drei Hosen, zwei Adressen, kein Deutsch. „Komm nach Berlin“, hatte der Onkel gesagt, „das Geld liegt auf der Straße“. Er verfügte nur über ein Touristenvisum, Aufenthaltserlaubnis drei Monate. Als Mustafa Erdogan arbeitete er für die TUSMA; schleppte Kisten, Waschmaschinen, Kühlschränke etc., verdiente 362,50 DM die Woche, die der Onkel kassierte und ihn mit 10 DM Taschengeld abspeiste. Er schrieb sich bei der FU Berlin ein und wartete auf Konsulatspapiere, als er im September bei einer Straßenkontrolle ohne Papiere gefasst und in Abschiebehaft genommen wurde. Durch die Mithilfe eines Freundes wurde die Zusage der Universität für den Deutsch-Unterricht für Kazim E. ab Oktober der Polizei übergeben. Nach Einreichung seiner Papiere kam er frei, lernte Deutsch und studierte Soziologie und Psychologie, war Hauptschullehrer, arbeitete als Psychologe und Sozialarbeiter, zum Schluss im Bezirksamt Neukölln.

Er erkannte die Schwierigkeiten der Integration, des Ankommens, wie er zu sagen pflegt, gründete den Verein „Aufbruch Neukölln“ und half seinen Landleuten mit verschiedenen Projekten. Seine Frau Gülsen sprach über ihre Arbeit in der Frauengruppe und erklärte den Ablauf der Zusammenkünfte. Mein Wunsch war, dass Gülsen an der Veranstaltung teilnimmt, denn auch sie hat einen großen Anteil an seiner Arbeit.

Zwischen den Leseabschnitten entfachte sich eine lebendige Diskussion, die der Veranstaltung den Pep gab.

Eine lesenswerte Biografie über das Ankommen in einem fremden Land, die Schwierigkeiten der Integration aufzeigend und den Mut und die Kraft, sich einzugliedern in die Gesellschaft. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes beweist den Dank des Landes an Kazim Erdogan.

Ganz herzlichen Dank an Gülsen und Kazim Erdogan für ihr Kommen, für ihre Bereitschaft, klare Aussagen über das Zusammenleben zu machen und das Leben in der Gesellschaft friedvoll zu gestalten.

Text: Eveline Harder
Foto: Jürgen Schambach


Februar 2018

Der Chor Alt-Lietzow

Foto zeigt Chor Alt-Lietzow
bereitete uns am 27. Januar einen  abwechslungsreichen Nachmittag.
Er wurde vor 30 Jahren gegründet und sang ursprünglich nur Volkslieder. Unter interner Mitbestimmung wurde das neue Programm zusammen gestellt. Doch die alten Volkslieder sind immer wieder schön und werden gern gesungen, wie der Chorleiter Mathis Richter-Reichhelm zu Beginn erzählte. Nach einigen volkstümlichen Weisen am Anfang folgten mehrere Klassiker wie  zum Beispiel „Yesterday“.  Verschiedene bekannte Opernchöre, bei dem der Dirigent den Chor am Klavier begleitete, erfreuten dann die Zuhörer, die begeistert starken Beifall spendeten. Nach dem Ende der Chordarbietung erklang überraschend von einem einzelnen Sänger aus dem Saal das Spiritual „Kumbaya my Lord“ und nach und nach versammelte sich singend der gesamte Schlösschenchor auf der Bühne. Unter der Leitung von Mathis Richter-Reichhelm wurde dann zum Abschluss gemeinsam unter anderem „Ein schöner Tag“ (Amazing grace) gesungen. Und den hatten wir hier im Haus wieder einmal erlebt.

Text und Foto: Wilfried Neumann


Januar 2018

Erzähl-Café – Zeitzeugengespräch am 21. Januar 2018 mit Tanja Dückers
„Mein altes West-Berlin“

Foto zeigt: Tanja Dückers

Dückers, 1968 in Berlin-West geboren, ist Schriftstellerin, Publizistin und Literaturwissenschaftlerin. Zu ihren Werken zählen u. a. Romane „Himmelskörper“, „Der längste Tag des Jahres“, „Spielzone“, „Hausers Zimmer“ und der Erzählband „Café Brazil“, zwei Essaybände, vier Lyrikbände, zwei Theaterstücke sowie zwei Kinderbücher. Tanja Dückers schreibt regelmäßig über gesellschaftspolitische Themen, u. a. für ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, Deutschlandradio, Goethe.de, Politik & Kultur und andere Medien. Sie ist Referentin auf vielen Foren und Podien, Leiterin von Schreibwerkstätten im In- und Ausland, u. a. Belarus, Rumänien, Indien, Kenia, Großbritannien und den USA. Tanja Dückers hat mehrfach in den USA im Fachbereich Germanistik/German Studies gelehrt.

Nach kurzer Vorstellung der Schriftstellerin begann Tanja Dückers, wie schon in ihrem Vorwort des Buches aufgeführt, eine Eloge auf Gottfried Benn zu halten, der Tanja seinerzeit im Buch „Berliner Kindheit um 1900“ das Aufwachsen in der Kaiserzeit und das Alltagsleben der Stadt so eindrucksvoll beschreibt.

Ganz wunderbar strukturierte sie die Lesung, indem sie mit der Geschichte Dreilinden – Helmstadt begann – die Kalamität der geteilten Stadt an den Grenzübergängen. Dann hatte sie den Bahnhof Zoo „beim Wickel“, und es setzte sich weiter fort mit der Berliner U-Bahn. Die kleinen Geschichten, die jeder aus dem Alltag kennt, hier aber rückblickend auf die 70er Jahre. Man denke nur an Volker Ludwigs berühmtes Stück „Linie 1“ mit den Wilmersdorfer Witwen. Die Kudammladies bekamen ihr „Fett weg“ und die Berliner Fassaden mit den Einschusslöchern nahm sie aufs Korn. Dann besuchten wir Leysieffer am Kurfürstendamm, ein Paradies für Leckermäuler. Eine Geschichte handelte von dem ersten „Peepshowladen“ in der Uhlandstraße, eine damalige Attraktion, mit einer Werbung dafür an allen Litfaßsäulen der Stadt, das hielt sich bis kurz nach der Wende 1989.

Den Abschluss bildete wie immer ein Bericht über Nilpferde.

Da Frau Dückers seit November 2017 die Schokoladenmarke „Preußisch Süß“ mit dem Chocolatier Christoph Wohlfahrth konzipiert und kreiert hat, die sogenannte Stadtteilschokolade für die 12 Berliner Bezirke, erzählte sie vom Werdegang dieser Idee. Es ist der Versuch, den jeweiligen Charakter der Berliner Stadtteile in geschmacklich stimmige Schokoladenprofile zu verwandeln.

Das war eine spannende aufgebaute Lesung, erinnerungsreich für die Zuhörer/innen und ein voller Erfolg für die Schriftstellerin, Herr Kapellmeister Schmidt krönte dann den Abschluss für Tanja Dückers, Anna Kindl  und Eveline Harder am Klavier in der Bibliothek mit „La mer“. Einfach wundervoll! Ein großer Dank geht an Tanja Dückers.

Berlin, den 22.1.2018 Eveline Harder
Foto: Jürgen Schambach


Januar 2018

Wir wünschen allen Lesern ein gutes und gesundes neues Jahr sowie einen schwungvollen Beginn 2018!

Foto zeigt: Neujahrskonzert 2018

Den konnten alle die erleben, die am 6. Januar zum Neujahrskonzert ins Schlösschen gekommen waren. Das war gleichzeitig der Auftakt zu unseren verschiedensten interessanten Veranstaltungen.  Mit beschwingten Melodien erfreute uns das Akkordeonorchester Berlin. Unter der temperamentvollen Leitung von Detlef Klatt wurde das Programm mit dem Folies Bergers-Marsch von Paul Lincke eröffnet. Bei der allseits bekannten Melodie sprang sogleich der Funke über und das Publikum klatschte gern mit. Der weitere musikalische Bogen wurde über Walzer, Märsche, Schlager und Welthits geschlagen. Zu dieser heiteren Stimmung passte sehr gut der Walzer „Leichtes Blut“ von Johann Strauss. Bei dem Swing „Love“ von Bert Kaempfert, der äußerst rhythmisch dargeboten wurde, zuckten bei vielen die Tanzbeine. Die einzelnen Titel wurden mit einer launigen Moderation von Helmut Mahl angesagt. Das Orchester spielte sehr abwechslungsreich mit den verschiedensten klanglichen Registern des Akkordeons und am Ende des unterhaltsamen Nachmittags, erreichten die begeisterten Zuhörer nach nicht enden wollendem Applaus noch mehrere Zugaben.

Text und Foto: Wilfried Neumann


Dezember 2017

Die Weihnachtsfeiern für die Pflegeeinrichtungen

Foto zeigt: Chor bei der Weihnachtsfeier 2017
Zu den sechs Weihnachtsfeiern, die vom 6.- 8. sowie vom 11.-13. Dezember stattfanden, konnten wir wieder die Besucher der verschiedenen Pflegeeinrichtungen begrüßen. Im schön geschmückten Saal verbreitete sich sofort eine vorweihnachtliche Stimmung durch den Kerzenschein auf den Tischen und die passend zum Thema des Programms „Ein Winterwald“ herrlich geschmückte Bühne. Resi und Gerd (Akkordeon und Gesang) begleiteten mit weihnachtlichen Klängen das angeregte Kaffeetrinken. Nach der Begrüßung der Gäste durch Margit Hankewitz  begann dann der Schlösschen-Chor mit seinem Programm. Zu dem Lied „Haben Engel wir vernommen“ erschienen zwei Engel und schritten durch den Saal. Bei dem Gedicht: „Von drauß‘ vom Walde komm ich her“ trat leibhaftig Knecht Ruprecht mit dem Christkind auf und verteilte mit zwei „Hilfs-Weihnachtsmännern“ kleine Süßigkeiten. Dann diskutierten in einem Weihnachtsspiel die Tiere im Wald, was wohl für jeden das Schönste an Weihnachten sei. Nach den verschiedensten Wünschen kamen alle zu dem Schluss, dass das Kind in der Krippe wohl das Wichtigste wäre. Nach den vielen schönen Weihnachtsliedern kamen vier Adventskerzen zu Wort. Der Frieden, das Vertrauen und die Liebe waren enttäuscht worden, langsam erloschen und konnten nur durch das Licht der vierten Kerze, der Zuversicht, wieder zum Leuchten gebracht werden.

Bei allen Feiern wurden wir immer wieder überrascht von Besuchern, die etwas vortrugen. Von der Otto von Guericke-Schule waren Schüler mit ihrer Lehrerin zu Gast. Sie nehmen an einem Projekt „Lernen durch Engagement“ teil und konnten hier die Praxis erleben. Ein Schüler spielte auf dem Akkordeon und sang dazu ein Lied in seiner afghanischen Heimatsprache. In diesem Jahr konnten wir sogar zwei über hundertjährige Damen in unserem Hause begrüßen. Zum Abschluss sangen alle zusammen „O du fröhliche“. Unser Chor wurde mit großem Beifall belohnt.

Der Dank gilt natürlich auch der Dirigentin Barbara Donbavand und dem Begleiter am Klavier Prof. Dr. Herbert Striebeck.  Ganz herzlich möchten wir uns an dieser Stelle für die finanzielle Unterstützung der Feiern durch die Senatorin  für Soziales sowie des Bezirksamtes Charlottenburg/Wilmersdorf bedanken.

Foto zeigt: Bescherung auf der Weihnachtsfeier 2017
Text: Wilfried Neumann, Fotos: Sabine Koralewski


Der Adventsmarkt

Foto zeigt: Tisch mit Adventsgestecken
Vom 20. – 22. November fand erstmalig ein kleiner Adventsmarkt in unserem Hause statt. Wie in jedem Jahr kommt die Weihnachtszeit schneller als man denkt und deshalb konnten hier schon rechtzeitig vor dem 1. Advent schöne Gestecke erworben werden, die von einem kleinen Team kunstvoll hergestellt worden sind. Auf stimmungsvoll geschmückten Tischen wurden außerdem auch die verschiedensten hübschen weihnachtlichen Kleinigkeiten angeboten. Alles war sehr geschmackvoll und ansprechend dekoriert. Die kauflustigen Gäste waren sehr begeistert von diesem Angebot und verhalfen somit diesem, als Versuch gestarteten Markt, zu großem Erfolg.

Text und Foto: Wilfried Neumann


Dezember 2017

Projekt: Patenschaften für syrische Flüchtlinge
Ein Blick zurück……

2015, schreckliche Bilder aus Kriegsgebieten erreichen uns täglich. Können wir als soziale Einrichtung so tun als ginge uns das nichts an, bloß weil unsere Zielgruppe ältere Menschen sind?  Schnell war klar, dass auch wir einen Beitrag nach unseren Möglichkeiten leisten wollen. So geschah es, dass ab November 2015 unser Willkommensprojekt startete. Zunächst musste jemand gefunden werden, der uns dabei half, das Vertrauen zu den Menschen aufzubauen. Zum Glück konnten wir Dr. Hasroun gewinnen.

Im Januar 2016 startete dann offiziell „unser Projekt“. Es fanden sich Mitglieder aus unseren Reihen, die bereit waren, Unterstützung zu leisten. Wie konnte unsere Hilfe aussehen, ohne das Gefühl zu vermitteln, dass wir als die großen Retter und Gönner auftreten. Klar war, dass es nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein konnte, die den Menschen das Gefühl geben konnte, selbstbestimmt ihr Leben in einem anderen Kulturkreis zu beginnen. Ein erstes Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen, von allen mit Spannung erwartet, fand dann auch bald statt. Fremdheit? Skepsis? Vorurteile? Nichts davon war zu spüren. Eher so, als kommen gute Bekannte zu uns ins Zentrum. Sofort war gegenseitige Sympathie, und was noch viel wertvoller war, Vertrauen im Raum.

Wir haben aufmerksam zugehört und schnell festgestellt, dass es alltägliche Dinge waren, die benötigt wurden. Zum Beispiel Begleitung zu Behörden, Kontakte zu Wohnungsvermittlern, und auch dass es nötig sein würde, Sachleistungen bereitzuhalten. Es hat sich im Laufe der Zeit so ergeben, dass die einzelnen Helfer so etwas wie Paten für die einzelnen Familien waren. Unter anderem eine junge Frau, die sich Frau Koralewski als „Mutti“ ausgesucht hat. Und wie für Muttis so üblich, musste auch klargemacht werden, was möglich ist und was nicht. Auch bei einem weiteren Patenkind musste „Mutti Kora“ mal ein offenes Wort sagen. Viel Herzblut hat Frau Koralewski in dieses Projekt gelegt. Die anderen Helfer konnten jederzeit ihren Rat einholen. An dieser Stelle danke ich, die Schreiberin; ihr dafür besonders.

Im Laufe der Zeit wurden von uns 16 Familien betreut. 16 Familien mit insgesamt 60 Personen. Wir wollten von Anfang an nur so vielen Menschen Hilfe anbieten, wie es für uns möglich war zu leisten. 16 Familien, von denen wir Schilderungen ihrer Flucht bekamen, die uns das Ausmaß dieser Katastrophe erst noch einmal so richtig bewusst werden ließen.

7 Tage auf dem Meer, weil das Fluchtboot sich verfahren hatte. Man stelle sich vor, 7 Tage!!
Bei allem Schrecklichen was diese Menschen erlebt haben, war es für mich immer  wie ein Wunder, dass es möglich war, trotz der unvorstellbaren Erlebnisse so aufgeschlossen und voller Vertrauen zu sein. Unsere Begegnungen waren zu jeder Zeit von Vertrauen, Freundlichkeit und Zuversicht geprägt.

Einige der Sachleistungen  machten uns besonders viel Freude. So zum Beispiel als ein Kinderwagen gebraucht wurde. Schnell standen im Zentrum plötzlich 3 Kinderwagen, die wir in nur einem Tag organisiert hatten. Schnell waren alle 3 zu weiteren neuen Erdenbürgern weitergegeben. Was? Ein Maxicosi wird benötigt? Kein Problem,  Ebay machte es möglich und wir, die wir die Sachen dann beim Verkäufer abholten, haben da auch immer wieder wunderbare Erlebnisse und Begegnungen gehabt. Als die Menschen von unserem Projekt gehört haben, haben sie uns häufig noch zusätzlich Sachen geschenkt.

Leider ging Dr. Hasroun nach Kanada, und wir hatten das Glück, Frau Ahmad für unsere Arbeit gewinnen zu können. Eine Hoffnung mussten wir aber bald aufgeben, nämlich die, alle mit einer Wohnung versorgen zu können. Zu ganz vielen Besichtigungen haben wir unsere „Patenkinder“ begleitet, aber in den seltensten Fällen hat es dann auch geklappt. Aber mit uns im Rücken gingen die Familien selbst auf Wohnungssuche und dann konnte unsere Hilfe wieder greifen. In einem der Fälle konnten wir eine komplette Wohnungseinrichtung beschaffen. In anderen Fällen konnten wir teilweise Möbel und Eirichtungsgegenstände zur Verfügung stellen. Der Transport wurde dann unter der Leitung von Herrn Schambach organisiert und sehr oft von Herrn Rohde–Käßling ausgeführt.

Ein junger Journalist aus dem Irak hatte den Wunsch, eine Videokamera zu haben. Wieder war es „Herr Ebay“, über den Herr Stawenow ein solches Stück besorgen konnte. Ergebnis. Ganz viele kurze Berichte wurden damit gedreht, die sogar im regionalen Fernsehen gesendet wurden. Wintersachen für die Kinder? Ganz schnell konnte auch hier geholfen werden. Aber nicht nur Sachleistung wurden von uns erbracht, sondern auch noch praktischere Dinge, wie zum Beispiel der Deutschunterricht bei Frau Falken. Einmal wöchentlich bot sie diesen in unserem Hause an. Dieser war eher als ein Zusatzangebot zum Pflichtunterricht zu sehen. In diesem ging es um ganz praktische Dinge wie, „ Du bekommst am Samstag Besuch, was kaufst du ein.“ Das musste natürlich auf Deutsch beantwortet werden. Auch unternahm Frau Falken Ausflüge, bei denen die Familien den Zoo, den Wannsee und andere Orte unserer Stadt kennenlernen konnten.

Sicher, nicht alle Erwartungen konnten wir erfüllen, aber alles in allem war es ein Projekt mit einer „win win Situation“.  Oft haben unsere Schützlinge bei uns im Haus mit angepackt. So hatten sie das Gefühl, ein wenig zurückgeben zu können.

Möglich war das Ganze jedoch nur, weil so viele Mitglieder uns bei diesem Unternehmen unterstützt haben. Mit Sachspenden und, was viel wichtiger ist, mit Annehmen dieser Menschen, die so viel Schreckliches erlebt haben, indem sie ihre Herzen geöffnet haben.  Viele in unseren Reihen haben sich erinnert, wie sie auf der Flucht waren, und es auch damals Menschen gab, die ihnen geholfen haben. Und das in einer Zeit, in der alle wenig hatten. Verschwiegen sei hier auch nicht, dass nicht alle unsere Begeisterug geteilt haben. Das ist aber auch völlig in Ordnung. Unsere Einrichtung ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, und in der sind auch viele  unterschiedlicher Meinung.

Ich möchte Ihnen lieber Leser, nun noch über  ein Beispiel für gelebte Integration berichten.
Eine Familie aus Damaskus, Vater kam über das Meer und ein Jahr später konnte er die Familie nachholen. Zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht, gelang es Frau Ahmad, dieser Familie eine Wohnung zu besorgen. Wir hatten die Möglichkeit, die komplette Einrichtung durch Spenden geben zu können. Auf unsere Frage beim ersten Treffen was sie am nötigsten brauchen war die Antwort: „ eine gute Schule für unsere 3 Kinder“. Die wurde dann mit unserer Hilfe gefunden. Heute 1,5 Jahre später. Die Jungen gehören zu den Besten in ihren Klassen. Der Vater hat eine Festanstellung bei Edeka gefunden und die Mutter, eine  Lehrerin, hat eine Arbeit in einer Flüchtlingsunterkunft als Dolmetscherin gefunden.

Für unsere Hilfe waren wir dann vor einiger Zeit zu einem „Dankeschönessen“ bei dieser Familie eingeladen (siehe Foto). Lieber Leser, ich kann Ihnen sagen, 3 Tage danach waren wir erst wieder in der Lage, etwas zu uns zu nehmen. Soviel Gastfreundschaft, Freundlichkeit, und inzwischen wage ich zu behaupten, mit einigen von uns auch Freundschaft, haben wir gespürt.
Einladung zum Essen
Ende 2017 wird dieses Projekt auslaufen, was aber nicht bedeutet, dass wir die Familien, die wir in der Betreuung hatten, nicht weiter mit Rat und wenn nötig auch mit Tat unterstützen werden.
Nun lese ich, dass der Krieg z. B. in Syrien beendet sei. Schaue ich mir dann die Bilder an, sehe ich alles andere als „blühende Landschaften.“

Einige unserer inzwischen Freunde werden in ihre Heimat zurückgehen, andere aber haben hier in ihrer neuen Heimat Freunde gefunden und werden bleiben. Diesen, die bleiben, möchte ich an dieser Stelle sagen, ihr seid willkommen. Durch euch habe ich eine Welt kennengelernt, von der ich ohne euch nie erfahren hätte.

Nach wie vor verstehe ich nur schwer, wie man vor diesem Elend die Augen verschließen konnte?
Ich danke für die Begegnungen mit euch und hoffe, dass wir uns immer, egal wohin der Wind euch treibt, an unsere gemeinsame Zeit mit Freude erinnern.

Bericht und Foto: Marita Vennewald