Aktuelles

Dezember 2017

Der Adventsmarkt

Foto zeigt: Tisch mit Adventsgestecken
Vom 20. – 22. November fand erstmalig ein kleiner Adventsmarkt in unserem Hause statt. Wie in jedem Jahr kommt die Weihnachtszeit schneller als man denkt und deshalb konnten hier schon rechtzeitig vor dem 1. Advent schöne Gestecke erworben werden, die von einem kleinen Team kunstvoll hergestellt worden sind. Auf stimmungsvoll geschmückten Tischen wurden außerdem auch die verschiedensten hübschen weihnachtlichen Kleinigkeiten angeboten. Alles war sehr geschmackvoll und ansprechend dekoriert. Die kauflustigen Gäste waren sehr begeistert von diesem Angebot und verhalfen somit diesem, als Versuch gestarteten Markt, zu großem Erfolg.

Text und Foto: Wilfried Neumann


Dezember 2017

Projekt: Patenschaften für syrische Flüchtlinge
Ein Blick zurück……

2015, schreckliche Bilder aus Kriegsgebieten erreichen uns täglich. Können wir als soziale Einrichtung so tun als ginge uns das nichts an, bloß weil unsere Zielgruppe ältere Menschen sind?  Schnell war klar, dass auch wir einen Beitrag nach unseren Möglichkeiten leisten wollen. So geschah es, dass ab November 2015 unser Willkommensprojekt startete. Zunächst musste jemand gefunden werden, der uns dabei half, das Vertrauen zu den Menschen aufzubauen. Zum Glück konnten wir Dr. Hasroun gewinnen.

Im Januar 2016 startete dann offiziell „unser Projekt“. Es fanden sich Mitglieder aus unseren Reihen, die bereit waren, Unterstützung zu leisten. Wie konnte unsere Hilfe aussehen, ohne das Gefühl zu vermitteln, dass wir als die großen Retter und Gönner auftreten. Klar war, dass es nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein konnte, die den Menschen das Gefühl geben konnte, selbstbestimmt ihr Leben in einem anderen Kulturkreis zu beginnen. Ein erstes Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen, von allen mit Spannung erwartet, fand dann auch bald statt. Fremdheit? Skepsis? Vorurteile? Nichts davon war zu spüren. Eher so, als kommen gute Bekannte zu uns ins Zentrum. Sofort war gegenseitige Sympathie, und was noch viel wertvoller war, Vertrauen im Raum.

Wir haben aufmerksam zugehört und schnell festgestellt, dass es alltägliche Dinge waren, die benötigt wurden. Zum Beispiel Begleitung zu Behörden, Kontakte zu Wohnungsvermittlern, und auch dass es nötig sein würde, Sachleistungen bereitzuhalten. Es hat sich im Laufe der Zeit so ergeben, dass die einzelnen Helfer so etwas wie Paten für die einzelnen Familien waren. Unter anderem eine junge Frau, die sich Frau Koralewski als „Mutti“ ausgesucht hat. Und wie für Muttis so üblich, musste auch klargemacht werden, was möglich ist und was nicht. Auch bei einem weiteren Patenkind musste „Mutti Kora“ mal ein offenes Wort sagen. Viel Herzblut hat Frau Koralewski in dieses Projekt gelegt. Die anderen Helfer konnten jederzeit ihren Rat einholen. An dieser Stelle danke ich, die Schreiberin; ihr dafür besonders.

Im Laufe der Zeit wurden von uns 16 Familien betreut. 16 Familien mit insgesamt 60 Personen. Wir wollten von Anfang an nur so vielen Menschen Hilfe anbieten, wie es für uns möglich war zu leisten. 16 Familien, von denen wir Schilderungen ihrer Flucht bekamen, die uns das Ausmaß dieser Katastrophe erst noch einmal so richtig bewusst werden ließen.

7 Tage auf dem Meer, weil das Fluchtboot sich verfahren hatte. Man stelle sich vor, 7 Tage!!
Bei allem Schrecklichen was diese Menschen erlebt haben, war es für mich immer  wie ein Wunder, dass es möglich war, trotz der unvorstellbaren Erlebnisse so aufgeschlossen und voller Vertrauen zu sein. Unsere Begegnungen waren zu jeder Zeit von Vertrauen, Freundlichkeit und Zuversicht geprägt.

Einige der Sachleistungen  machten uns besonders viel Freude. So zum Beispiel als ein Kinderwagen gebraucht wurde. Schnell standen im Zentrum plötzlich 3 Kinderwagen, die wir in nur einem Tag organisiert hatten. Schnell waren alle 3 zu weiteren neuen Erdenbürgern weitergegeben. Was? Ein Maxicosi wird benötigt? Kein Problem,  Ebay machte es möglich und wir, die wir die Sachen dann beim Verkäufer abholten, haben da auch immer wieder wunderbare Erlebnisse und Begegnungen gehabt. Als die Menschen von unserem Projekt gehört haben, haben sie uns häufig noch zusätzlich Sachen geschenkt.

Leider ging Dr. Hasroun nach Kanada, und wir hatten das Glück, Frau Ahmad für unsere Arbeit gewinnen zu können. Eine Hoffnung mussten wir aber bald aufgeben, nämlich die, alle mit einer Wohnung versorgen zu können. Zu ganz vielen Besichtigungen haben wir unsere „Patenkinder“ begleitet, aber in den seltensten Fällen hat es dann auch geklappt. Aber mit uns im Rücken gingen die Familien selbst auf Wohnungssuche und dann konnte unsere Hilfe wieder greifen. In einem der Fälle konnten wir eine komplette Wohnungseinrichtung beschaffen. In anderen Fällen konnten wir teilweise Möbel und Eirichtungsgegenstände zur Verfügung stellen. Der Transport wurde dann unter der Leitung von Herrn Schambach organisiert und sehr oft von Herrn Rohde–Käßling ausgeführt.

Ein junger Journalist aus dem Irak hatte den Wunsch, eine Videokamera zu haben. Wieder war es „Herr Ebay“, über den Herr Stawenow ein solches Stück besorgen konnte. Ergebnis. Ganz viele kurze Berichte wurden damit gedreht, die sogar im regionalen Fernsehen gesendet wurden. Wintersachen für die Kinder? Ganz schnell konnte auch hier geholfen werden. Aber nicht nur Sachleistung wurden von uns erbracht, sondern auch noch praktischere Dinge, wie zum Beispiel der Deutschunterricht bei Frau Falken. Einmal wöchentlich bot sie diesen in unserem Hause an. Dieser war eher als ein Zusatzangebot zum Pflichtunterricht zu sehen. In diesem ging es um ganz praktische Dinge wie, „ Du bekommst am Samstag Besuch, was kaufst du ein.“ Das musste natürlich auf Deutsch beantwortet werden. Auch unternahm Frau Falken Ausflüge, bei denen die Familien den Zoo, den Wannsee und andere Orte unserer Stadt kennenlernen konnten.

Sicher, nicht alle Erwartungen konnten wir erfüllen, aber alles in allem war es ein Projekt mit einer „win win Situation“.  Oft haben unsere Schützlinge bei uns im Haus mit angepackt. So hatten sie das Gefühl, ein wenig zurückgeben zu können.

Möglich war das Ganze jedoch nur, weil so viele Mitglieder uns bei diesem Unternehmen unterstützt haben. Mit Sachspenden und, was viel wichtiger ist, mit Annehmen dieser Menschen, die so viel Schreckliches erlebt haben, indem sie ihre Herzen geöffnet haben.  Viele in unseren Reihen haben sich erinnert, wie sie auf der Flucht waren, und es auch damals Menschen gab, die ihnen geholfen haben. Und das in einer Zeit, in der alle wenig hatten. Verschwiegen sei hier auch nicht, dass nicht alle unsere Begeisterug geteilt haben. Das ist aber auch völlig in Ordnung. Unsere Einrichtung ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, und in der sind auch viele  unterschiedlicher Meinung.

Ich möchte Ihnen lieber Leser, nun noch über  ein Beispiel für gelebte Integration berichten.
Eine Familie aus Damaskus, Vater kam über das Meer und ein Jahr später konnte er die Familie nachholen. Zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht, gelang es Frau Ahmad, dieser Familie eine Wohnung zu besorgen. Wir hatten die Möglichkeit, die komplette Einrichtung durch Spenden geben zu können. Auf unsere Frage beim ersten Treffen was sie am nötigsten brauchen war die Antwort: „ eine gute Schule für unsere 3 Kinder“. Die wurde dann mit unserer Hilfe gefunden. Heute 1,5 Jahre später. Die Jungen gehören zu den Besten in ihren Klassen. Der Vater hat eine Festanstellung bei Edeka gefunden und die Mutter, eine  Lehrerin, hat eine Arbeit in einer Flüchtlingsunterkunft als Dolmetscherin gefunden.

Für unsere Hilfe waren wir dann vor einiger Zeit zu einem „Dankeschönessen“ bei dieser Familie eingeladen (siehe Foto). Lieber Leser, ich kann Ihnen sagen, 3 Tage danach waren wir erst wieder in der Lage, etwas zu uns zu nehmen. Soviel Gastfreundschaft, Freundlichkeit, und inzwischen wage ich zu behaupten, mit einigen von uns auch Freundschaft, haben wir gespürt.
Einladung zum Essen
Ende 2017 wird dieses Projekt auslaufen, was aber nicht bedeutet, dass wir die Familien, die wir in der Betreuung hatten, nicht weiter mit Rat und wenn nötig auch mit Tat unterstützen werden.
Nun lese ich, dass der Krieg z. B. in Syrien beendet sei. Schaue ich mir dann die Bilder an, sehe ich alles andere als „blühende Landschaften.“

Einige unserer inzwischen Freunde werden in ihre Heimat zurückgehen, andere aber haben hier in ihrer neuen Heimat Freunde gefunden und werden bleiben. Diesen, die bleiben, möchte ich an dieser Stelle sagen, ihr seid willkommen. Durch euch habe ich eine Welt kennengelernt, von der ich ohne euch nie erfahren hätte.

Nach wie vor verstehe ich nur schwer, wie man vor diesem Elend die Augen verschließen konnte?
Ich danke für die Begegnungen mit euch und hoffe, dass wir uns immer, egal wohin der Wind euch treibt, an unsere gemeinsame Zeit mit Freude erinnern.

Bericht und Foto: Marita Vennewald


November 2017

Wohlklang mit Urmas Pevgonen

Foto zeigt den Bariton Pevgonen
Schon als Urmas Pevkonen am 4. November auftrat, beeindruckte der gebürtige Este sofort alle mit seiner enormen Bühnenpräsenz. Er verstand es auf humorvolle Art, sowohl zur Begrüßung als auch während des gesamten Nachmittags, das Publikum direkt anzusprechen. Dem warmen und stimm-gewaltigen Bariton zuzuhören war ein Genuss. Er sang verschiedene Melodien voll russischer Seele, ein finnisches Volkslied (sein Vater ist Finne) und einige deutsche Volkslieder. Seine Conference in gutem Deutsch rührte von einer langjährigen intensiven Spracherziehung her, bei der er unter anderem mit Streichhölzern im Mund sprechen musste. Davon gab er uns lustigerweise eine kleine Kostprobe. Begleitet wurde er von Sergei Lukow auf dem Bajan, dem usbekischen Knopfakkordeon. Mit seinen Solostücken wie russische Walzer, Polkas oder Tangos, die er äußerst virtuos mit verschiedenen Registern präsentierte, war er durchaus ein gleichwertiger musikalischer Partner. Die Zuhörer honorierten dann auch sein künstlerisches Spiel mit starkem Beifall und Bravo-Rufen.

Fehlen durfte im Programm natürlich nicht das Lied des Tevje aus „Anatevka“: „Wenn ich einmal reich wär“, das sehr überzeugend von ihm vorgetragen wurde. Bei „Ich bete an die Macht der Liebe“ (Text: Tersteegen, Musik: Bortujanski) berührte sein einfühlsamer Gesang alle im Saal. Nach „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehar schmolzen zum Abschluss die Herzen der anwesenden Damen endgültig dahin. Dieser sympatische Sänger überzeugte nicht nur durch seine grandiose Stimme sondern auch durch echte Herzlichkeit und Fröhlichkeit.

Text und Foto: Wilfried Neumann


Oktober 2017

Berliner FreiwilligenPass an bewährte Mitarbeiter des Sozialwerks verliehen

Die Geehrten mit Senatorin Elke Breitenbach, Margit Hankewitz und Peter Stawenow. Foto: Sabine Schlaak

Die Geehrten mit Senatorin Elke Breitenbach, Margit Hankewitz und Peter Stawenow.
Foto: Sabine Schlaak

Der Berliner FreiwilligenPass wird alljährlich vom Land Berlin verliehen. Er soll zu einer Kultur der Anerkenung des ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements beitragen und die dabei erworbenen Kompetenzen dokumentieren. Die diesjährige Verleihung fand am 24. Oktober 2017 im Roten Rathaus statt und wurde von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Frau Elke Breitenbach, vorgenommen. Aus dem Kreis des Sozialwerks wurde der Pass an folgende, langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verliehen:
– Frau Margot Danziger
– Frau Sabine Koralewski
– Frau Ursula Malinowski
– Herr Wilfried Schmidt
– Herr Prof. Dr. Herbert Striebeck
Im Anschluss an die Verleihung fand ein Empfang durch die Senatorin statt, der Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zur Vertiefung der bestehenden, guten Beziehung zur Senatsverwaltung bot. Vorstand und Mitglieder des Sozialwerks gratulierenden zuvor Genannten zu dieser hohen Auszeichnung sehr herzlich.
Dr. Hans-Ulrich Litzner


Erzähl-Café – Zeitzeugengespräch am 15. Oktober 2017

ANNA KINDL: „Meine Zeit auf dem Laufsteg“

Foto: Eveline Harder im Gespräch mit Anna Kindl
Eveline Harder im Gespräch mit Anna Kindl
Foto: Dagmar Scheibert

Auftritt ANNA KINDL am Sonntag in exklusiver Kleidung: schwarzer Rock von Dolce & Gabbana, weißer Blazer von Alexander McQueen, Gürtel von Versace und Stiefel von Chanel, so schwebte sie ins Schlösschen-Café.

ANNA KINDL, Jahrgang 1943, Vater Unteroffizier und 1944 in Stalingrad vermisst, Mutter Putzfrau, wuchs in Berlin-Neukölln auf und besuchte die Rütli-Schule. Sie kann sich immer daran erinnern, Hunger gehabt zu haben. Das Taschengeld betrug 60 Pfennige die Woche. Um das Fahrgeld zu sparen, lief sie zum Columbia-Bad im Sommer, leistete sich am dortigen Kiosk eine saure Gurke für 10 Pfennige und auf dem Rückweg nach Hause gab es im „Sonneneck“, einer alten Berliner Eckkneipe, einen sog. „Pfiff“, eine Fassbrause für 15 Pfennige. Für heutige Verhältnisse unvorstellbar. Nach Abschluss des Technischen Zweiges, heute Realschule, begann sie eine Lehre als Kartolithografin mit 75 DM Lehrgeld. Die Ausbildung wurde auf 4 Jahre verlängert, und somit brach sie die Ausbildung ab und wurde Technische Zeichnerin bei Gilette Maschinenbau. Durch ihre Länge von 1,76 m fiel sie auf. Eine Karriere als Stewardess – ein damaliger Traumberuf – kam durch ihre Länge nicht in Frage. Und somit begann – zunächst nebenbei – von 1961-1963 ihre Tätigkeit als Hausmodell bei Blogg. Die Gage betrug 500,00 DM/Tag, eine stattliche Summe in der damaligen Zeit, ihr Festgehalt bei Gilette betrug 1.000,00 DM.

1961 Heirat, 1963 Geburt der Tochter, 1964 Scheidung. Die große Zeit ihrer Mannequin-Laufbahn begann. Sie arbeitete für die großen Modemacher/Designer Uli Richter und Werner Machnik sowie für Clausen, Nina Ricci, Horn, Oggi, Ebbinghaus,  Geringer & Glupp, Ulla Popken, Rolf Maschinski und den Brillenmacher am Kurfürstendamm.

1970 Heirat mit Günther Kindl, 1972 Geburt des Sohnes. Unterbrechung der Karriere durch Kindererziehung. – Die erste Setkarte wurde entwickelt und sie arbeitete viel mit dem Fotografen Bernd Thielecke zusammen. – Modenschauen für Pelz-Lösche, Pelz Zeller und im KaDeWe unter der Leitung von Michael Meyring vor ausgewähltem Publikum schlossen sich an. Coiffeure und Visagisten waren Udo Walz, Heinz Schlicht und René Koch. Sie betreuten die Models, entwickelten und kreierten trendige Frisuren und herrliche Makeups. Michael Meyring (Berlin-New York) brachte aus den Staaten die aktuellsten Accessoires mit sowie die musikalische Untermalung. Seine Veranstaltungen waren berühmt und stadtbekannt. Es waren hinreißende Feste, vormittags als Workshop aufgezogen und abends exklusiv im Lichthof oder im Restaurant Silberterrasse. Das ist eine kleine in sich geschlossene Modewelt. Anna K. arbeitete jeweils in Düsseldorf zur Igedo, zur Modewoche in München und auf der Berliner Durchreise. 20 Jahre übte Anna K. diesen glanzvollen aber auch anstrengenden Beruf aus, lernte viele Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur kennen und erzählte dann Anekdoten aus dieser Zeit. Berichtete die kleinen  Misslichkeiten, die sich hinter dem Vorhang abspielten und was unter den Kolleginnen für Kämpfe ausgetragen wurden.

1990 übernahm sie dann die Modeschule von Susanne Erichsen. Hier spezialisierte sie sich auf die Ausbildung von „dicken“ Models“. Das währte aber nur kurze Zeit, da der eigene Einsatz im Modegeschäft zuzüglich Modeschule nicht kompatibel waren. Da sie den Absprung aus der Branche rechtzeitig schaffen wollte, begann sie 1991 – 2005 als Maklerin zu arbeiten. Sie spezialisierte sich auf die Bezirke Britz, Mariendorf und Tempelhof und verkaufte nur freistehende Häuser bzw. Reihenhäuser.
Einige Schicksalsschläge hatte sie zu ertragen, aber ihr Lebensmut half ihr immer weiter. „Leben bedeutet, Augenblicke anzusammeln, die in Erinnerung bleiben.“

Auf zwei Flipcharts im Foyer waren diverse großformatige Pressefotos von ANNA KINDL von verschiedenen Modeschauen zu sehen, die die große bunte Welt der Modemacher aufzeigen. Großer Dank an Anna Kindl für ihre Ausführungen, Schilderungen und Einblicke in eine für uns unbekannte Welt.

Oktober 2017/Eveline Harder


Oktober 2017

Website des Sozialwerks jetzt barrierefrei

Im September 2011 ist die Neufassung einer Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten (BITV 2.0, externer Link). Obwohl sie sich primär an Behörden wendet, sind andere Organisationen aufgerufen, ihre Websites barrierefrei zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund und unter Beachtung der Benutzerhinweise zum Stadtinformationssystem Berlin.de  (Berlin.de, externer Link) wurde die Website des Sozialwerks im Sinne dieser Verordnung bzw. Hinweise grundlegend überarbeitet. Unterstützt wurden wir dabei von Herrn Karlheinz Rieger, dem wir an dieser Stelle sehr herzlich danken.

Sozialwerk Berlin
Foto: Sozialwerk Berlin

Durch die Neugestaltung soll auch Menschen mit körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigung (z. B. Einschränkung des Sehvermögens, Zittern der Hände) die Nutzung der Website ermöglicht werden. Dazu wurden folgende Hilfen eingebaut:

• Über die Schaltflächen auf der rechten Seite können die Farbe (bunt oder schwarz-weiß), der Kontrast oder die Bildgröße eingestellt werden;
• Die Schaltflächen in der ersten Zeile („Start“ etc.) wurden vergrößert;
• Der Einführungstext auf der Startseite ist zusätzlich in einfacher Sprache verfasst;
• Die Schriftgrößen für Hauptüberschrift, Zwischenüberschrift und Haupttext sind deutlich unterschieden;
• Die Texte sind besser strukturiert;
• Das Ende eines Abschnitts ist grafisch gekennzeichnet („grüner Strich“);
• Für Sehbehinderte und Blinde können die Sprachhilfen der jeweiligen Endgeräte genutzt werden;
• Für Bilder und Grafiken gibt es Alternativtexte.

Somit gibt es zahlreiche Verbesserungen. Für ihre Nutzung ist es jedoch erforderlich,  sich mit den neuen Technologien vertraut zu machen. Hierzu bieten wir Ihnen gern unsere Unterstützung an!

Dr. Hans-Ulrich Litzner


September 2017

Zeit online-Veranstaltung Z2X17 am 2. September 2017
hier: workshop „Alte Säcke und junge Spunde“

Frau Harder beim speed dating
beim speed dating
© Alexander Probst und Phil Dera für ZEIT ONLINE

Unter Zeit online wurde zu einem Festival der neuen Visionäre aufgerufen. 1000 Interessierte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz meldeten dafür. 800 Teilnehmer/innen wurden durch Verlosung ermittelt, die in Berlin erschienen. Z2X17 ist eine Gemeinschaft junger Visionäre im Alter von 2X, also zwischen 20 und 29 Jahre alt.

Frau Irene Sauer und Eveline Harder nahmen als Vertreterinnen der älteren Generation teil sowie drei Vertreter/innen der Berliner Seniorenvertretungen: Frau Elisabeth Graff, Herr Dr. Dieter Kloss und Frau Dr. Karin Sauer-Häberlein.

Der Titel des workshops lautete: „Alte Säcke und junge Spunde“. Dort wurde dann ein Projekt von Miriam Fehmann unter dem Titel „Tante Inge“ vorgestellt. Frau Harder gefiel der Titel nicht, und sie erklärte Frau Fiedler von der ZEIT, dass hier der demografische Wandel überhaupt nicht berücksichtigt worden ist. Frauen sind im Alter in der Überzahl und gehören zur Generation der Hochaltrigen oder 80+. Deshalb schlug sie einen geänderten Titel vor: „Alte Schachteln und junges Gemüse“. Das Projekt von Frau Fehmann lautet ja auch „Tante Inge“ und nicht „Onkel Otto“. Das wurde begeistert vom Publikum aufgenommen.

„Tante Inge sucht 1000 Enkel“ war eine Aktion, um hochaltrige Menschen vor Einsamkeit zu bewahren, indem junge Leute aufgerufen wurden, als „Enkel“ aktiv zu werden:  Spaziergänge, Kino-, Theater- oder Kaffeehausbesuch, Veranstaltungen zu gemeinsam besuchen, nach dem Motto Jung hilft Alt. So wie das Sozialwerk als Altenselbsthilfezentrum konzipiert wurde und dieses Programm auch lebt, so soll dieses neue Netzwerk funktionieren. Es läuft bereits in mehreren Städten an. Wir wünschen Frau Fehmann viel Erfolg mit diesem Projekt!

70-80 junge Leute waren in unserem workshop vertreten. Nach der Vorstellung der Altengrupe fand speed dating statt. Dabei stellten wir fest, dass es alle Hochschulabsolventen (Juristen, Architekten, Unternehmensberater, Mediziner) waren. Aus unserer Sicht schon eine elitäre Gruppe. Es schloss sich eine Arbeit in 5 Gruppen an, wobei Frau Sauer „Kontakte“ und Frau Harder „Mehrgenerationenhäuser“ als Themenschwerpunkte hatten. Beide Themen wurden zusammengelegt und Frau Sauer eröffnete die Sitzung mit dem Appell, dass die Zuhörer/innen als nächste Generation die Kinder so erziehen sollte, dass Alt und Jung zusammengehören, und die Kommunikation zwischen den Generationen nicht abbrechen darf. Kontaktanzeigen „Jung sucht Alt“ ermöglichen die Gründung von Gesprächskreisen über Themen jeglicher Art. „Alte“ können gut zuhören und haben einen großen Erfahrungsschatz. Eine Quizrunde wurde eingeleitet und zum Schluss der Veranstaltung gaben die 5 Senior/innen ein Resümee. Eine Aufforderung, sich in jungen Jahren schon politisch zu betätigen, großen Wert auf Kommunikation zu legen und nicht nur das Smartphone zu bedienen sowie aufgeschlossen das Leben zu betrachten.

Gruppe von Menschen

Eine wunderbare Veranstaltung mit regem Gedankenaustausch war das, die noch nachwirken wird. Im kleinen Kreis wurde Wein zusammen getrunken, wobei anschließend das Foto oben entstand.

Eveline Harder
September 2017


September 2017

Musikalische Hochstimmung mit dem Zupforchester
„Tambouraschen Chor Wellebit 1902“

Foto: Musikgruppe
Am 2. September gastierte das Orchester zum wiederholten Mal bei uns.
In diesem Ensemble erklingen Tamburica-Zupfinstrumente, die in Serbien, Kroatien und Ungarn gespielt werden. Sie werden ähnlich der Mandoline gezupft und tremoliert. Verschiedene Tamburica-Instrumente ergeben einen Tambouraschen Chor. In dem Gebirgsgebiet Wellebit wurde Franz Krznar geboren, der dieses Orchester 1902 in Berlin gegründet hat. Soweit zu der Erklärung des Namens unserer Künstler. Vor zwanzig Jahren fehlten dem Orchester Tamburica-Spieler und es wurden auch Mandolinen und Gitarren dazu genommen. Die verschiedenen Instrumente ergeben einen ganz besonderen Klang. Und diesen konnten wir eindrucksvoll genießen. Unter der Leitung von Horst Budde spielten die 15 Musiker sehr abwechslungsreich.
Er selbst spielt die Berda, die einem Kontrabass entspricht, und dem Tamburica-Ensemble die tiefen Grundtöne gibt. Sein Instrument ist bereits 100 Jahre alt.
Foto: Musiker
Zu Beginn des Konzertes wurden die Zuhörer von Horst Budde ermutigt, bei bekannten Melodien mitzusingen. Und sehr schnell ertönte ein vielstimmiger Gesang des Publikums bei den Walzern, den Operettenmedleys, den Volksliedern sowie den Berliner Gassenhauern. Es herrschte eine außerordentlich heitere und mitreißende Stimmung im Saal. Erstaunlich war die Textsicherheit vieler Sänger, so ließ an unserem Tisch Wilfried Schmidt, selbst Musiker und Leiter des Ensembles „Kristall“, mit viel Freude seinen klaren Tenor erklingen. Margit Hankewitz war so begeistert, dass sie ihn zu einer Zugabe zusammen mit den Musikern überreden konnte. Nach „Kalinka“, von ihm auf russisch gesungen, spielte das Orchester den „Can Can“ von Jaques Offenbach.
Nach dem rasanten Abschluss waren sich alle einig: Dieser höchst vergnügliche Nachmittag war ein besonderes Erlebnis durch das gemeinsame Singen mit den Künstlern.

Text und Fotos
Wilfried Neumann


August 2017

Sachbericht

Sachbericht 43. Berliner Seniorenwoche vom 24. Juni bis 5. Juli 2017
(Zum Download der pdf-Datei bitte klicken)


Juli 2017

Berliner Ehrennadel an Dr. Hans-Ulrich Litzner verliehen

Staatssekretär Alexander Fischer und Dr. Hans-Ulrich Litzner bei der Überreichung der Urkunde; Foto: Sabine Schlaak
Staatssekretär Alexander Fischer und Dr. Hans-Ulrich Litzner bei der Überreichung der Urkunde
Foto: Sabine Schlaak

Zweimal im Jahr verleiht der Berliner Senat an jeweils 12 verdiente Bürgerinnen und Bürger die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“ Ausgezeichnet werden Personen, die sich durch eine mindestens zehnjährige, freiwillige Tätigkeit herausgehobene Dienste erworben und dadurch, wie es in der Verleihungsurkunde heißt, dazu beigetragen haben, dass „die menschliche Zuwendung in der Großstadt Berlin erfahrbar bleibt.“

In einem Festakt am 18. Juli 2017 wurde die Berliner Ehrennadel durch Herrn Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales, an Dr. Hans-Ulrich Litzner verliehen. In der Begründung hob Herr Fischer das langjährige Engagement von Dr. Litzner für das Sozialwerk Berlin e.V., dessen Förderkreis sowie im Landesseniorenbeirat Berlin hervor.

Vorstand und Mitglieder des Sozialwerks Berlin und dessen Förderkreis gratulieren Dr. Litzner zu dieser hohen Auszeichnung sehr herzlich!
Margit Hankewitz


Juli 2017

Erzähl-Café am 16. Juli 2017 mit Herrn Dr. Bernd Ripke „Tucholsky“

Foto: Bernd Ripke, Vortragskünstler

Foto: Ripke
„Da wo ich nicht bin, da ist das Glück“. Diese ewige Suche, innere Unruhe, das Lebenszittern, wie es Thomas Mann einmal ausdrückte, begleitete Kurt Tucholsky (1890-1935) sein Leben lang. Die vielen Frauen bedeuteten das auch, unersättlich zu sein. Seine erste Frau Else Weil prägte den Ausspruch „Als ich über mehrere Frauen hinwegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, reichte ich die Scheidung ein“, dem sich auch die zweite Frau Mary Gerold anschloss. Seine bekanntesten Werke sind „Rheinsberg ein Bilderbuch für Verliebte“ und „Schloss Gripsholm“. Er nannte sich auch, „der Mann mit den 5 PS“. Da er in der Zeitung nicht das ganze Blatt dominieren konnte, legte er sich einige Pseudonyme zu: Ignaz Wrobel, Peter Panter, Theobald Tiger und Kaspar Hauser. Mary Tucholsky gründete nach dem zweiten Weltkrieg das Kurt-Tucholsky-Archiv in Rottach-Egern, 1969 mit Fritz J. Raddatz die Tucholsky-Stiftung in Hamburg und gab mit Raddatz die Gesamtausgabe und viele andere Titel heraus.

Obwohl er sich schon 1935 das Leben nahm, sind seine Texte heute noch aktuell wie nie. Fritz J. Raddatz spricht über Tucholsky so wunderbar: „Als Künstler ist er ein Ganzes, als Mensch ein Zerrissener.“ Dr. Bernd Ripke führte uns im Erzähl-Café eindrücklich vor, wie zeitnah die Tucho-Texte sind. Die Lesung der Kurzgeschichten in verschiedenen Stimmlagen und im Berliner Jargon waren köstlich. Einige Gedichte hat Dr. Ripke vertont und vorgetragen, wie „Mutterns Hände“, „Irgendwas ist immer“ und „Verwandtschaft“. Die Zuhörer wurden mit eingebunden. Sie erhielten „Schnipsel“ zum Vorlesen: „Die Frauen sind die Holzwolle in der Glaskiste des Lebens“ oder „Ich sah sie an, und sie gab mir den Blick zurück, wir fassten uns mit den Augen bei den Händen“ oder „Erfahrungen vererben sich nicht, jeder muss sie allein machen“.

Das war ein entspannter und fröhlicher Nachmittag. Die Teilnehmer haben diese lockere Atmosphäre genossen, das Café war überfüllt! Großer Dank an Bernd Ripke – wir hoffen auf ein Wiedersehen.
Juli 2017/Harder


Juli 2017

Abschluss der 43. Seniorenwoche

Foto: Abschlussveranstaltung, Plenum Abschlussveranstaltung Begrüssung Foto: Abschlussveranstaltung, Podium Foto: Abschlussveranstaltung, Diskussion

Fotos: Halina Krawczyk

Diese öffentliche Abschlussveranstaltung fand am Mittwoch, dem 5. Juli im großen Saal des Käte-Tresenreuter-Hauses statt unter dem Moto: „Älter werden im Kiez“ – Was wünschen sich die älteren Menschen?

Was ist zu tun, damit die Empfehlung des 7. Altenberichts zu einem Leitgesetz zur Stärkung einer Politik für und mit älteren Menschen Wirklichkeit wird? Die Ausgangsposition bildete der § 71 Altenhilfe vom SGB XII. Die ausgelegten Blätter beinhalteten folgende Themen:
1. Arbeit und Beruf,
2. Auto und Verkehr,
3. Behinderung,
4. Familie, Partnerschaft, Gleichstellung,
5. Freizeit und Sport,
6. Gesundheit und Pflege,
7. Kultur und Wissenschaft,
8. Medien,
9. Meldewesen und Ordnung,
10. Migration und Integration,
11. Politik und Engagement,
12. Bildung,
13. Sicherheit und Notlagen,
14. Soziales,
15. Steuern, Finanzen, Recht,
16. Tourismus und Veranstaltungen,
17. Umwelt, Natur, Tiere,
18. Verbraucherschutz,
19. Wirtschaft,
20. Bauen und Wohnen, und Stadtentwicklung.
Nach der Begrüßung und Vorstellung des Anliegens der Veranstaltung durch unsere Vorsitzende Margit Hankewitz waren die Vertreter der Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses, mit Ausnahme der AFD, dazu aufgerufen ihre Stellungnahmen abzugeben. Es handelte sich dabei um Ülker Radziwill, stellv. Vorsitzende der SPD-Fraktion, Maik Penn, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, Stefanie Fuchs, seniorenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Fatos Topac, Sprecherin für Pflege- und Sozialpolitik der Fraktion GRÜNE und Thomas Seerig, 2. Stellvertreter der Vorsitzenden des Bezirksvorstands der FDP. Die Diskussion wurde moderiert von Peter Stawenow, Leiter des Komptenzzentrums offene Altenarbeit des Sozialwerk Berlin e. V., der auch einleitende Worte sprach.

Stefanie Fuchs befasste sich vornehmlich mit der Mobilität und den Vernetzungen, Maik Penn mit der Infrastruktur, Betreuung und Pflege, Fatos Topac mit der Altersarmut, dem Wohnen und der Qualifikation pflegender Angehöriger, Thomas Seerig mit der Barrierefreiheit, den Rolltreppen, den Ampelzeiten und den Seniorenfreizeitstätten. Ülker Radziwill dankte den Verantwortlichen des Sozialwerks Berlin und des ABS für die mustergültige Organisation der 43. Seniorenwoche. Peter Stawenow fasste abschließend die Debatten kurz zusammen.

Auf die Abstimmung darüber, ob das Land Berlin eine Gesetzesinitiative starten sollte, damit der § 71 SGB XII zur sozialstaatlichen Pflichtaufgabe wird, wurde auf Anraten von Dirk Gerstle vom CDU-Zukunftsforum verzichtet. Er vertrat die Auffassung, dass dies zu viele Kapazitäten bände und besser im Rahmen der Kommunen geregelt werden könnte. Die Teilnehmer wurden noch gebeten einen Fragebogen über Angebote, die ihnen besonders wichtig sind, auszufüllen und abzugeben bzw. einzusenden.
Jean Mangers


Juni 2017

Eröffnung der Seniorenwoche am Breitscheidplatz am 24. Juni 2017
„Älter werden im Kiez“

Foto: Eröffnung Berliner Seniorenwoche 2017 Foto: Eröffnung Berliner Seniorenwoche 2017

Foto: Eröffnung Berliner Seniorenwoche 2017 Foto: Eröffnung Berliner Seniorenwoche 2017

Die Seniorenwoche zeigte sich aufgrund der neuen Sicherheitsbestimmungen, der Restaurierungsarbeiten an der Gedächtniskirche und der kleinen Gedenkstätte in völlig anderer Form. Die Bühne war in Europa-Center-Nähe aufgestellt und durch den Freiraum davor entkrampfte sich der Publikumsverkehr. Frau Hankewitz moderierte hervorragend und erstmalig den Eröffnungspart mit den Politikern der verschiedenen Parteien. Die Senatorin, Frau Elke Breitenbach, eröffnete die Berliner Seniorenwoche. Herr Buchholz wurde sehr gelobt für seine bisherige 12jährige Amtszeit und Organisation der Seniorenwoche. Der Rundgang begann mit einer Blumenniederlegung an der Gedenkstätte des Terroranschlags vom Dezember. Der Sozialwerkstand profitierte sehr vom neuen Standort und die verschiedenen Politiker und Gäste hatten genug Spielraum vor der Veranstaltung zum Gespräch. Die neue Aufteilung der Stände wurde gut angenommen und mit dem Besucherandrang können wir mehr als zufrieden sein. Unser neues Konzept hat sich bestens bewährt, kleine technische Nachbesserungen sind noch vorgesehen, aber es lief bilderbuchhaft. Insgesamt war die Eröffnung ein großer Erfolg. Es wäre schön, wenn die Berliner Wasserwerke uns demnächst mit Wasserspenden unterstützen könnten. An Herrn Professor Brauns (Vorstandsmitglied Sozialwerk Berlin e. V.), der beim Aufbau behilflich war, so dass Herr Schambach nach dem Einparken des Wagens den komplett aufgestellten Stand vorfand, geht ein ganz herzlicher Dank! Zeitweise wurde unser Stand von Interessenten völlig überrannt. Die Flyer Gedächtnistraining, Reisen, Yoga für Ältere und Wandern waren besonders gefragt. Der Standbesetzung sage ich ganz ein herzliches Dankeschön für den tollen Einsatz und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.
Weitere Fotos von der Eröffnungsveranstaltung finden Sie in der Fotogalerie der Seniorenwoche (Klick) (externer Link)
26. Juni 2017/Eveline Harder
Fotos: Halina Krawczyk


Juni 2017

Erzähl-Café am 11. Juni 2017 mit Rainer-Michael Lehmann
„Von hier zum Anfang zurück“

Foto: Politiker Rainer-Michael Lehmann
Die Fahrrad-Sternfahrt brachte unsere kleine Veranstaltung im Schlösschen-Café völlig durcheinander. Herr Lehmann wurde von diesem Korso überrollt und kam mit 1 ½ Stunden Verspätung an, da hatten schon einige Teilnehmerinnen das Haus verlassen.

Rainer-Michael Lehmann, Jahrgang 1960, ist ein stiller Politiker. Er erzählte über seine Schulzeit, in der er das System kritisch hinterfragte und somit vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium verbannt wurde und das Abitur nicht ablegen konnte. Somit begann er eine Schriftsetzerlehre noch nach dem alten Herstellungsprinzip, und zwar die Arbeit mit Setzkästen. Später holte er das Abitur nach und arbeitete als Schriftsetzer bis 1989 in der Druckerei für das NEUE DEUTSCHLAND. Von 1990-1991 war er als Druckereileiter der DDR-Reisebüros tätig und für die Abwicklung dieses Βetriebes zuständig. Keine schöne Erfahrung für ihn.

Dann entwickelte sich sein politisches Interesse. 9 Jahre setzte er sich als Mitglied des Abgeordnetenhauses (FDP) u. a. in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Integration und Senioren ein. Seit 2010 ist der Mitglied der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz waren wieder seine Themen. Seit 2017 hat er die Aufgabe des stellvertretenden Kreisvorsitzenden der AWO. In der Berliner Wahl 2016 verlor er sein Mandat an einen AfD-Politiker. Er ist frohen Mutes für weitere politische Tätigkeiten und ist im neuen Landesseniorenbeirat jetzt vertreten. Seit 1999 liiert, bewohnt er mit seiner Familie ein Mehrgenerationenhaus, anfangs noch mit den Großeltern, jetzt Kindern und Enkeln in Biesdorf. Er fühlt sich in diesem Zusammenschluss sehr wohl. Dann berichtete er über seine Hobbys: Seit 1983 betätigt er sich als Kabarettist. Große Freude bereitet ihm die Arbeit als DJ (in der DDR lautete die Berufsbezeichnung: staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter). Noch heute verwöhnt er kleine und große Festivitäten im Umland mit dieser Kunst. – Eine kleine Diskussion schloss sich an diesem Lebensabriss an. Zum Teil war diese Stunden ein Blick zurück in eine so andere Welt, spannend vorgetragen und hochinteressant. Ein Politiker zum Anfassen.
11.06.2017/Harder
Foto: Jürgen Schambach, Sozialwerk Berlin


Juni 2017

Delegation des Sozialwerks bei der EU in Brüssel

Gruppenfoto Delegation Brüssel 2017
Foto: Anastasija Ore
Vor dem Hintergrund der Europawahlen 2018 sowie auf Einladung von Herrn Joachim Zeller, seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP), reiste eine Delegation des Sozialwerks vom 31. Mai bis zum 01. Juni nach Brüssel. Sie wurde von Herrn Dr. Winfried Pathe, Assistent von Herrn Zeller mit Sitz in Berlin, begleitet. Den Kontakt zu Herrn Zeller hatte Frau Eveline Harder, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises Altenselbsthilfezentrum Sozialwerk Berlin e.V., hergestellt.

Den ersten Teil des Programms bildete der Besuch des „Parlamentariums“, des Besucherzentrums des Europäischen Parlaments, das erst im Mai 2017 eröffnet wurde. Im Parlamentarium ist die Geschichte der EU seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bilder, Texte und Videopräsentation nachgezeichnet. Alle Delegationsmitglieder hatten diese Zeiten miterlebt, so dass der Besuch auch eine Reise zurück in die eigene Vergangenheit war.
Höhepunkte des ersten Tages war ein Meinungsaustauch mit Herrn Zeller über die aktuelle politische Situation sowie der Besuch einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments, das unter der Leitung des Präsidenten, Herrn Antonio Tajani, dem Nachfolger von Herrn Martin Schulz, tagte. Durch diesen Besuch konnte man sich einen Eindruck über die Parlamentsarbeit in Brüssel verschaffen.

Am 2. Tag referierte Herr Heinrich Bultmann, der für den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) tätig ist, über die Aufgaben und die Arbeitsweise dieses wichtigen Gremiums. Frau Renate Heinisch von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ist deutsches EWSA- Mitglied. Dem Vortrag von Herrn Bultmann folgte eine mehr als einstündige Aussprache, bei der ebenfalls aktuelle politische Fragen (auch zur Seniorenpolitik), insbesondere durch Frau Hankewitz und Herrn Stawenow, angesprochen wurden.

Am Ende des offiziellen Programms dankte Frau Hankewitz Herrn Zeller und Herrn Bultmann für die Einladung nach Brüssel sowie für die aktuellen, ausführlichen Informationen.

Das Programm wurde durch eine kurze Besichtigung der Brüsseler Altstadt um den „Großen Platz“ abgerundet. Alle Delegationsteilnehmer vertraten die Auffassung, dass der Besuch in Brüssel zum besseren Verständnis der Europäischen Politik beigetragen hat.
Dr. Litzner


Mai 2017

Autorenlesung und Zeitzeugengespräch mit Rolf Schneider

Foto:Rolf Schneider, Autor
Am 28. Mai 2017 war erneut Rolf Schneider (Jahrgang 1932) im Schlößchen-Café mit einer Lesung aus seiner Biografie „Schonzeiten“ zu Gast. Trotz großer Hitze hatten sich einige Interessierte auf den Weg gemacht. Die punktuell ausgesuchten Teile aus seinem Buch gaben einen hervorragenden Einblick in sein Leben, Denken und Wirken. Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse an der DDR-Vergangenheit im Zusammenleben, der Arbeit als freier Schriftsteller und die Schwierigkeit, nach der Biermann-Ausweisung als Autor zu arbeiten. Es glückte Rolf Schneider, indem er für einen westdeutschen Theaterverlag 9 Jahre als Regisseur und Dramaturg arbeitete. Das brachte für die DDR Devisen, und da er als einziger Schriftsteller in dieser Form tätig wurde, wurde er bei der Kultur-Agentur unter „Ernsthafte Konzertsolisten“ geführt. Zwischen den beiden Staaten zu pendeln hatte Vorzüge und brachte Neider und führte innerlich zu einer Zerissenheit. Mit großer Rührung erzählte er von seinen Professoren Victor Klemperer und Hans Mayer an der Universität Wittenberg/Halle. Das waren Prägungen für sein ganzes Leben. Ein wunderbarer Nachmittag, der nachwirkt. Wir waren alle dankbar, dass Rolf Schneider so offen und frei aus seinem Leben erzählte. Unvergessen!
Eveline Harder
Foto: Jürgen Schambach, Sozialwerk Berlin


Mai 2017

Erzähl-Café –Zeitzeugengespräche am 23. April 2017 mit
Tombolo Mukengechay „Kongo – Polen – Deutschland“

Foto zeigt Tombole Mukengechay
Foto: Jürgen Schambach, Sozialwerk Berlin
Tombolo Mukenchechay, Jahrgang 1946, wurde in Tsikapa, Belgisch/Kongo, heute Demokratische Republik Kongo, geboren. Er erzählte von seiner Kindheit in dem afrikanischen Ort, wo sie glücklich als Kinder miteinander spielten und abends am Lagerfeuer zusammensaßen und den Geschichten über die Ahnen lauschten. Dann ging es in die Missionsschule, staatliche Schulen existierten nicht. Sie wurden nach belgischem Muster ausgebildet und erzogen. Später kam er in ein katholisches Internat und suchte sich eine Unterkunft für die Schulzeit, da es weit entfernt vom Elternhaus lag. In Kinshasa ging er dann aufs Gymnasium. Dann folgte ein geschichtlicher Abriss über die Entwicklung des Landes im Laufe der Jahrhunderte. Durch die Akquirierung von kongolesischen Abiturienten für Studienaufenthalte in Europa, entschied er sich, 1964 als Stipendiat nach Warschau und Kattowice, zunächst zur Erlernung der Sprache, zu gehen. 1966 begann er mit dem Jurastudium, 1970 legte er den Magister in Jurisprudenz ab. 1965 lernte er seine Frau kennen und bereits 1967 heirateten sie. Anlässlich der Hochzeit lernte er Erzbischof Karol Wojtyla kennen, den späteren Papst Johannes Paul II. Es sollte nicht die einzige Begegnung bleiben.
Die klimatische Umstellung Kongo-Polen war immens. Beim Skifahren erfroren seine Hände und er handelte sich eine Lungenentzündung ein. Auch ernährungstechnisch war alles so völlig anders. Süßkartoffelspeisen, Reis und geröstete Erdnüsse, Gemüse war er gewohnt, und in Polen dann das fetthaltige, deftige Essen mit Fleisch und Kartoffeln.
Die postalische Verbindung zum Heimatland gestaltete sich schwierig. Der Familie und dem Bruder in einem katholischen Internat wurde ein Briefwechsel mit Tombolo aus einem kommunistischen Land untersagt. Dem Bruder wurde bei Zuwiderhandlung angedroht, das Internat verlassen zu müssen. In der damaligen Zeit sind etliche Afrikaner nach Polen zur Ausbildung gegangen. Rassistische Stimmungen waren nicht zu spüren. Heute sind verschwindend wenige Afrikaner in Polen zu finden.
Nach Abschluss des Studiums sollte es nach es Brazzaville gehen. Jedoch gestaltete es sich sehr schwierig, hier geeignete Tätigkeiten für längere Zeit aufzunehmen, so dass er sich für eine Arbeitsaufnahme in Deutschland interessierte. Es wurde auch einfacher für seine Frau, hierhin als Spätaussiedlerin eine Ausreise genehmigt zu bekommen und die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten. 6 Jahre arbeitete er für die Alliierten in der Spandauer Zitadelle, wo er unter anderem für den letzten deutschen Gefangenen Rudolf Heß zuständig war (Verpflegung, Kleidung, Lektüre etc.). Alle vier Wochen wechselten sich die Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen mit dem gesamten Wachpersonal ab. Tombolo Mukengechay schwebte dort über allen als Ansprechpartner für die Kommandanten und Mitarbeiter. Mit dem Senator für Justiz hatte er nur in finanzieller Hinsicht zu tun, die deutsche Verwaltung hatte jedoch keinen Einfluss auf seine Tätigkeit.
20 Jahre war er Verwaltungsmitarbeiter in der Katholischen Hochschule für das Sozialwesen und 5 Jahre Stv. Vorsitzender der Afrikanisch-Ökumenischen Kirche in Berlin-Brandenburg. Seit 2010 ist Tombolo Mukengechay im Ruhestand. Er engagiert sich in der Seniorenvertretung Charlottenburg-Wilmersdorf und ist 2017 wiedergewählt worden, um sich um die Belange der Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund zu kümmern. Es geht ihm insbesondere darum, der zunehmende Einsamkeit und Isolation dieses Personenkreises entgegenzuwirken. Herzlichen Glückwünsch zur gewonnenen Wahl und viel Erfolg auf diesem Gebiet!
Eveline Harder


Mai 2017

tour de palliativ am 28. April 2017

Das Unionhilfswerk und hier das Kompetenzzentrum für Palliative Geriatrie luden zu einer Stadtrundfahrt verschiedene Verbände, Institutionen, Altenpfleger und die Presse ein. Am Treffpunkt Alexanderplatz erhielt jede/r Teilnehmer/in Tagungsunterlagen sowie ein Lunchpaket überreicht. Der Projektleiter Dirk Müller begrüßte die knapp 50 Personen, und wir starteten zum St. Elisabeth-Stift in die Eberswalder Straße. In der Kapelle wurden uns die neuen Projekte des sanierten Hauses vorgestellt. Eine angeregte Diskussion schloss sich an.
Der nächste Stopp war die Firma Otto Berg Bestattungen GmbH & Co. KG in der Residenzstraße. Initiative für Abschiedskultur in Berlin war das Thema. Das Unternehmen wird in vierter Generation weitergeführt. Der Juniorchef, der die tour de palliativ den ganzen Tag begleitete, berichtete über die Firmengeschichte und die Änderungen in der Trauerkultur. Eine Diskussion schloss sich an. Wir saßen in der Trauerkapelle zusammen, ein Sarg war aufgebahrt und von beleuchteten Kerzen und Blumengestecken umgeben, so dass der Eindruck von Abschiedskultur vermittelt wurde. Die Teilnehmer/innen konnten dabei Kaffee oder kalte Getränke zu sich der dargebotenen Knabbereien bedienen.
Die Fahrt ging dann ins Altenselbsthilfezentrum und Stadtteilzentrum Käte-Tresenreuter-Haus in die Humboldtstraße 12 in Schmargendorf. 1971 wurde das Sozialwerk Berlin e. V. von Käte und Harry Tresenreuter gegründet und 1983 das Haus in der Humboldtstraße bezogen, altengerecht und barrierefrei gestaltet und mit einer Induktionsanlage im großen Saal versehen. Selbsthilfe und Selbstbestimmung der älteren Menschen sind die Zukunft der offenen Altenarbeit. Circa 100 ehrenamtliche Mitarbeiter bewirtschaften das Haus mit den über 24 Interessenkreisen. Es ist täglich von 10:00-18:00 Uhr geöffnet, An der Spitze steht als Vorsitzende des Vorstands des Sozialwerks Berlin Margit Hankewitz, Das Motto des Hauses lautet: „Die Tradition im Herzen, die Zukunft in der Hand.“ Ein Vorzeigeprojekt der offenen Altenarbeit.
In allen Häusern (außer Otto Berg Bestattungen) wurden Führungen angeboten.
Den Abschluss bildete eine Vortragsveranstaltung mit Musik und Imbiss sowie eine Filmpräsentation im Pflegeheim „Am Kreuzberg“ in der Fidicinstraße. Hervorzuheben ist der Vortrag von Dr. Michael Schultze über seine geriatrische Arbeit und seine Fallbeispiele durch den Notärztlichen Hilfedienst. Hier müssen alle Beteiligten und Interessierten am Ball bleiben, damit die Politik und Krankenkassen die Probleme in der geriatrischen Versorgung erkennen, verbessern und Initiativen fördern.
Eveline Harder


April 2017

Die Osterwoche 2017

Foto vom Ostermarkt 2017
Der Ostermarkt
In der Woche vor Ostern, vom 10. – 15. April, war im Foyer unseres Hauses ein kleiner, feiner Ostermarkt aufgebaut worden.  Auf farblich abgestimmten Tischen wurden Frühlingsgestecke sowie verschiedenste selbst hergestellte schöne Dinge zur Osterdekoration angeboten. Dieser erstmalig durchgeführte Markt wurde von allen Besuchern, die sehr zahlreich erschienen waren, begeistert angenommen und entwickelte sich zu einem Highlight für unsere Mitglieder und Gäste. Wegen des ausverkauften Osterkonzertes wurde der Markt dann am Sonnabend in das Cafe verlegt, wo er sich in der Konzertpause ebenfalls eines großen Zuspruchs erfreute.

Das Osterkonzert
Das Ensemble Harmonie bereitete uns am 15. April einen fröhlichen Auftakt
zum Osterfest. Unter der Leitung von Erika Hartmann erklangen viele musikalische Erinnerungen. Populäre Schlager und alte Schellack-Schätzchen waren allen noch bekannt und wurden sogleich kräftig mit-gesungen. Ein Mundharmonikaspieler zeigte mit dem Solo von „Bei mir bist du schön“ der Andrews Sisters sein Können. Im diesjährigen Programm des Harmonika-Orchesters trat häufig der Keyboardspieler auch als Sänger auf und sorgte dadurch für einen sehr abwechslungsreichen Vortrag. Passend zum langsam  erwachenden Frühling wurden „Tulpen aus Amsterdam“ überreicht. Mit einem Medley amerikanischer Oldies steigerte sich allmählich die Stimmung im Saal. Wer konnte auch bei „Glory! Glory! Hallelujah! und „When the Saints go marching in“ noch die Hände und Füße stillhalten. Das Aprilwetter ließ nach heftigen Regenschauern letztendlich wieder die Sonne scheinen und so wurde mit „Blaues Boot im Sonnenschein“ dann der passende Abschluss gefunden. Als Zugabe durfte der Tradition folgend „Sierra Madre del Sur“ nicht fehlen und im voll besetzen Saal breitete sich sogleich eine festliche Stimmung aus. Es war wieder ein schwungvoller und sehr kurzweiliger Nachmittag.Foto vom Osterkonzert 2017
Text und Fotos Wilfried Neumann


April 2017
Tagung in den Niederlanden vom 06.-08. April 2017

„Neue Rollen für die Zivilgesellschaft in einer „Caring Community“:
Innovative Bildung für mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung im Alter“

Das im Rahmen des europäischen Programms ERASMUS geförderte Mobilitätsprojekt startete im Juni 2016 und wird von der Bundessarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) koordiniert. Nun fand im Kreis Süd-Limburg die zweite Tagung statt. 23 Teilnehmer/innen fanden sich aus den verschiedensten deutschen Organisationen und Städten zusammen. Die Schulungen erfolgten jeden Tag in einem anderen Pflegeheim (auch mit Demenzstationen), wobei am Samstag-Nachmittag der Besuch des Pflegebauernhofs Randsdalerveld mit der Pflegebäuerin Mariette Huntjes den spannende Abschluss bildete. Zur Tagespflege werden dort von Montag-Samstag 30 demente Patienten beschäftigt, verpflegt, versorgt und betreut. Das war sehr eindrucksvoll.
In Holland steht der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Unterstützt wird das Programm durch die Rolle der Klientenräte. Hier werden die Pflegepläne des Lebens für die Klienten erstellt. Im Gegensatz zur BRD, wo alles vom finanziellen Standpunkt zuerst betrachtet wird. Das wurde in den Diskussionen immer wieder sichtbar.
In Holland arbeitet man mit verschiedenen Austauschformen bei der Erstellung und Planung von Pflegeplänen und bedarfsorientierter Pflege:
–    Das Küchentischgespräch
–    Die Sofagespräche
–    Die Kraft der Begegnung
–    Das Spiegelgespräch
–    Der Wunschbaum
–    Verdünnte Ernsthaftigkeit (Gespräche zwischen Suppe und Kartoffeln über Sorgen und Schwierigkeiten in privater Athmosphäre)
Dazu gehörte ein Vortrag von Bert Hents, Geriatrie-Physiotherapeut, der über die Aktivierung und Beteiligung des (dementen) Patienten im Pflegeheim sprach, damit die Fähigkeiten des Einzelnen weiter genutzt und verbessert werden und nicht nur eine Verwahrung ohne Eigenbeteiligung erfolgt,
Es war eine anstrengende Tagung, die uns gezeigt hat, wie mit Menschlichkeit ein humanes und glückliches Leben im Alter gelebt werden kann. Ein anregendes Beispiel, das wir nicht aus den Augen verlieren sollten.
Eveline Harder


April 2017

„Das Nachtgespenst“
Ein Nachmittag mit Günther Rüdiger am 25. März 2017 im Schlösschen

Foto zeigt Günter Rüdiger
Der Schauspieler, Sänger und Theaterleiter des „Zimmer Theater Steglitz“ machte uns auf sehr unterhaltsame Weise mit diversen Chansons aus der Zeit von 1900 bis heute bekannt. Es begann mit Melodien von Paul Lincke wie „Machen wir mal ’ne Bummelfahrt“ und der „Berliner Luft“. Mit der „Hochzeit bei Zickenschulze“ von dem Berliner Original Fredy Sieg wurde uns ein kleines komödiantisches Schauspiel geboten. Das Couplet „Der Überzieher“ wurde von Otto Reutter selbst oft vorgetragen. Er war der höchstbezahlte Unterhaltungskünstler in den 20er Jahren im legendären „Wintergarten“ .Oft fielen die damals als frivol geltenden Lieder unter die Zensur. So auch „In der Bar zum Krokodil“ von den Comedian Harmonists. Dazu passend erschien Günter Rüdiger mit Pharao-Kopfbekleidung. Nach dieser Darbietung gab es, wie auch schon vorher, stürmischen Beifall des Publikums. Am Erfolg beteiligt war auch Christian Ernst, der hinreißend begleitende Pianist.

Auf einer wahren Begebenheit beruhte das folgende Chanson von Friedrich Holländer, das dem Programm ja den Namen gab: „Ich bin dein Nachtgespenst, dein süßes Nachtgespenst, ich weck dich, wenn du pennst, so lang, bis du mich Liebling nennst.“ In den 20er Jahren hatte es ein Fassadenkletterer auf die schönen Damen abgesehen. Er stieg nachts durch die Fenster, deckte die Schlafenden auf, dann wieder zu und verschwand. Ende der 50er Jahre kam verstärkt das Musical nach Deutschland. Aus „Kiss me Kate“ sang Günter Rüdiger „Wo ist die liebestolle Zeit“ und konnte hier seine kräftige Baritonstimme bis in Tenorhöhen hinaufschwingen.  Dieser heitere Nachmittag mit vielen Couplets und kulturhistorischen Informationen am Rande verging wie im Fluge und hat die zahlreichen Teilnehmer/innen sehr erfreut.
Text und Foto Wilfried Neumann


März 2017
Logo BundesministeriumLogo AlterLogo BaS

Tagung „Selbstbestimmt und Vollmacht statt Ohnmacht“ in Berlin

Bei der Tagung „Selbstbestimmt und Vollmacht statt Ohnmacht“ am 22.03.2017 des Landesseniorenbeirats Berlin und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit 140 Teilnehmenden wurde das Projekt „SelbstBestimmt im Alter! – Vorsorge-Unterstützung im Team“ vorgestellt.
Besucherinnen und Besucher des Stadtteilzentrums „Käte-Tresenreuter-Haus“ des Sozialwerks Berlin e.V. können Unterstützung aus diesem Projekt in Anspruch nehmen. Ein Kompetenz-Team aus beruflich erfahrenen Expertinnen berät zu Vorsorge und Vollmachten, bildet ehrenamtlich Engagierte  zu Themen rund um Alter, Pflege und rechtliche Betreuung weiter und organisiert bei Bedarf ehrenamtliche Alltagshilfen, so dass u.U eine gerichtlich angeordnete Betreuung nicht erforderlich wird.
Bericht: 22.03.2017/Agnes Boeßner – Fotos: Jürgen Schambach
Foto von der Fachtagung Foto von der Fachtagung


März 2017

Projekt „SelbstBestimmt im Alter“

Foto von der Projektgruppe
Am 21.03.2017 fand die erste Besprechung des Projektteams „SelbstBestimmt im Alter – Vorsorgeunterstützung im Team“ im Sozialwerk Berlin statt. Frau Agnes Boeßner und Mitarbeiterin sprach über die Inhalte des Konzepts und deren Umsetzung mit dem Berliner Team. Die Laufzeit ist vom 01.03.2017 bis 30.06.2019. Der Start ist nun erfolgt, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V. (BaS).
Bericht/Foto: Harder


März 2017

Erzähl-Café am 19. März 2017 Susanne Schmitz
„Die Welt der Antiquitäten und ich“

Foto zeigt Susanne Schmitz
Am 19. März 2017 war das Erzähl-Café mit Susanne Schmitz, Jahrgang 1939, angesetzt. Ein bunter Bilderbogen eines Lebens wurde plastisch aufgeblättert mit allen Höhen und Tiefen. Ihre drei Wünsche im Alter von 15 Jahren an das Leben waren: Eine eigene Wohnung, ein Kind und einen Mann, genau in dieser Reihenfolge. Das hatte sie auch ihrem Vater vorgetragen. Es entwickelte alles so ganz anders. Nach einer Kosmetikausbildung folgte ein Aufenthalt in London und anschließend in Lausanne zwecks Spracherlernung. Ein Studium an der Kunsthochschule Kiel schloss sich an, dann ging es nach Berlin. Hier arbeitete sie als Mannequin und Stadtführerin für englische und französische Gruppen. Die Entdeckung der Antiquitäten auf Trödelmärkten und Antiquitätengeschäften in der Kleiststraße brachte sie auf die Idee, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Sie fing an, alte Bilder zunächst aufzuarbeiten und weitete diese Beschäftigung aus auf Reparaturen von Porzellan, Fayencen, Stilmöbel, Teppiche und sakrale Gegenstände. Sie gründete das berühmte Geschäft im Europa-Center „Susanne Schmitz Antiquitäten“, in dem sie ihre restaurierten Arbeiten anbot. Für Versicherungen und Museen erstellte sie Expertisen. Ihre Einkäufe tätigte sie in erster Linie in London auf Auktionen und dortigen Märkten.

Ein Film, den sie über sich drehen ließ, zeigt sie bei der Restaurierung von ihr erworbener oder in Auftrag gegebener Objekte mit den entsprechenden Abläufen in gut kommentierter Form. Das war aufschlussreich und wunderbar.

Das private Up und Down in Sachen Beziehungen, Ehe und Kindererziehung eröffnete den ersten Teil, das Antiquarische krönte den zweiten. Wie bunt kann ein Leben sein? Vieles ist nicht geplant und gewünscht, und doch geht es immer weiter. Georg Orwell sagt das sehr gut aus in: „Biographien sind nur glaubwürdig, wenn sie etwas Unschönes zugeben. Jemand, der über sein Leben nur Gutes zu sagen hat, lügt in den meisten Fällen, weil jedes Leben von innen her gesehen, nichts weiter als eine Kette von Niederlagen ist.“

Ein beeindruckender Sonntagnachmittag und unvergessen. Danke Susanne Schmitz!
Bericht/Foto: Eveline Harder


Februar 2017

„Schnipsel im Kopf?“ –
Fallen Ihnen oder Ihrem Angehörigen alltägliche Dinge plötzlich schwer?
Dann sprechen Sie uns an:

Logo der Alzheimer Angehoerigen Initiative
Wir beraten Sie jeden dritten Donnerstag im Monat von 14 bis 16 Uhr
Sollte eine Demenz der Grund sein, sind Teilhabe und Freude am Leben
möglich – trotz tiefgreifender Veränderungen. Angehörige, die einen Menschen mit
Demenz betreuen, haben keinen leichten Weg vor sich. Vieles lässt sich aber
gemeinsam bewältigen. Viele unterstützende Maßnahmen – auch Medikamente – können
den Verlauf verzögern und die Lebensqualität sichern.

Sie sind nicht allein!
Nehmen Sie die Ihnen angebotenen Hilfen an und lassen Sie andere ein Stück
des Weges mit Ihnen gehen.

Foto zeigt Rosemarie Drenhaus-WagnerWer wir sind:
Rosemarie Drenhaus-Wagner ist Initiatorin und seit 20 Jahren Erste
Vorsitzende der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. (AAI).
Ab 16. März bietet die AAI jetzt auch Sprechstunden im Stadtteilzentrum
„Käte-Tresenreuter-Haus“ an.
Rosemarie Drenhaus-Wagner berät Sie gern in allen Fragen und
Herausforderungen mit dieser Krankheit.
Vereinbaren Sie einen Termin unter 030/891 10 51/52.


Februar 2017

Hurra, die Rollups sind da!

Anlässlich der Veranstaltung über den „7. Altenbericht“ der Bundesregierung standen auf der Bühne des Saals im Sozialwerk Berlin e. V. zwei der neuen Rollups. Ein Dreierteam des Vorstandes des Förderkreises Altenselbsthilfezentrums hatte sich zusammengesetzt und drei Rollups entworfen, entwickelt und dann umsetzen lassen. Für künftige Auftritte, wie Messen und Fachtagungen etc., sind wir nun bestens gerüstet.
08.02.2017/Harder – Fotos: M.Hankewitz, Sozialwerk Berlin

Plakat, Rollup Sozialwerk Berlin Plakat, Rollup Sozialwerk Berlin


Februar 2017

Ein Nachmittag mit Wilhelm Busch

Foto von der Wilhelm-Busch-Veranstaltung
In einer Rezitation mit Musik stellten uns am 28. Januar Rosa und Jonathan Tennenbaum das Leben und Wirken des dichtenden Malers und Karikaturisten Wilhelm Busch vor. Er hat nicht nur Kindergeschichten geschrieben, sondern auch viele satirische Bildergeschichten und kritische Verse und Weisheiten verfasst. Er wurde vor 185 Jahren geboren und erreichte mit „Max und Moritz“ seinen großen Durchbruch. So begann Rosa Tennenbaum die Lesung  mit diesen bekannten Versen, an die man sich teils noch erinnern konnte.  Sie sprach sehr ausdrucksstark mit verteilten Rollen, so dass man die dazu gehörigen Bilder wieder vor sich sah. Allen war der geflügelte Satz noch im Ohr: „Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich!“
Wilhelm Busch veröffentlichte 1894 seine Autobiografie „Von mir über mich“ aus der vorgelesen wurde. Nach einem abgebrochenen Kunststudium begann er in den „Fliegenden Blättern“ in München zu zeichnen und zu dichten.  „Leicht kommt man ans Malen, aber schwer an Leute, die es zahlen“.  Später hat er die meisten seiner Bilder vernichtet. Alle Texte wurden von Rosa Tennenbaum sehr deutlich und lebhaft vorgetragen. Zur musikalischen Entspannung spielte Jonathan Tennenbaum zwischendurch kleine Klavierstücke. Es war ein sehr erbaulicher und amüsanter Nachmittag, der mit starkem, begeisterten Beifall beendet wurde. Professor Dr. Striebeck überreichte als Dank Sekt und Blumen.
Text und Foto: Wilfried Neumann


Januar 2017

ILSE ELIZA ZELLERMAYER im Erzähl-Café

Am 15. Januar 2017 erfreute uns ILSE ELIZA ZELLERMAYER im Erzähl-Café mit ihrem Besuch. Im Alter von 96 Jahren brillierte sie mit ihren Erzählungen über das Hotel am Steinplatz, der Familie Zellermayer und ihren Erlebnissen mit der Künstleragentur, die sie über lange Jahre führte. Unter anderem brachte sie Luciano Pavarotti nach Deutschland. Die Zeit verging wie im Fluge, so interessant und amüsant stellte sie ihr Leben in den verschiedenen Phasen dar. Ein Hochgenuss für alle Teilnehmer/innen.
Eveline Harder


Januar 2017

100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – Aufruf zur Mithilfe als Zeitzeuge

Vor fast 100 Jahren, am 30. November 1918, wurde durch eine entsprechende Verordnung das Wahlrecht für Frauen in Deutschland gesetzlich fixiert. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnte von diesem Recht erstmals Gebrauch gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund plant die Dokumentarfilmerin Dagmar Scheibert, die unter anderem für den rbb tätig ist und auch für das Sozialwerk fotografiert, einen Dokumentarfilm über die Stellung der Frauen vor 100 Jahren, das heißt zwischen der Verantwortung für Familie und Kinder und Restriktionen in einer vornehmlich durch die Männerwelt bestimmte Gesellschaft.

Für diesen Dokumentarfilm sucht Frau Scheibert Dokumente, Fotos oder auch Filme (Super 8 und mehr) über den Alltag der Frauen im angehenden 20. Jahrhundert und bittet Sie auf diesem Weg um Ihre Mithilfe. Sofern Sie die angesprochenen Unterlagen zur Verfügung stellen können, bitten wir Sie, sich mit Frau Hankewitz oder Frau Harder vom Sozialwerk oder direkt mit Frau Scheibert in Verbindung zu setzen (Telefon: 0170 183 06 02).

Auf folgende Rechtssituation möchten wir Sie an dieser Stelle hinweisen: wenn Sie Ihre Unterlagen an Frau Scheibert übergeben, stimmen Sie nach den datenrechtlichen Bestimmungen deren Verwendung durch die Dokumentarfilmerin zu.

In jedem Falle danken wir Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung.
Dr. Litzner


Dezember 2016

Weihnachtsfeiern für die Bewohner der Pflegeheime

Traditionsgemäß fanden zwischen dem 5. und 12. Dezember 2016 wieder sechs Weihnachtsfeiern statt. Begrüßt wurden die Besucher/innen mit weihnachtlichen Klängen von Rosi und Gert (Akkordeon und Gesang). Im Saal herrschte wie immer eine vorweihnachtliche Stimmung mit Kerzenlicht auf den Tischen sowie stilvoller Dekoration und glänzenden Sternen auf der Bühne. „Der Stern“ war auch das Thema des diesjährigen Programms, wie Margit Hankewitz bei der Begrüßung der Gäste bekannt gab. So eröffnete der Schlösschenchor unter der Leiten von Barbara Donbavand den Nachmittag mit dem Lied „Steht ein Stern am hohen Himmel…“. Begleitet wurde der Chor von Rosi mit dem Akkordeon, von Professor Herbert Striebeck und Wilfried Schmidt am Klavier. Neben den vielen schönen Weihnachtsliedern wurde dieses Jahr ein kleines Weihnachtsmusical aufgeführt, das von einem zerstreuten Weihnachtsmann handelte. Die Gäste sangen bei den bekannten Liedern eifrig mit. An allen Tagen überraschten uns die Besucher, indem sie Gedichte aufsagten oder weihnachtliche Geschichten erzählten. Ein musikalischer Höhepunkt war die fast konzertreife Darbietung eines Gastes am Klavier mit „White Christmas“. Die Leiter der verschiedenen Einrichtungen bedankten sich jeweils für die stimmungsvolle Feier. Zum Abschluss sagen wir gemeinsam „O du fröhliche“.

Als „wohlbekannte“ Überraschung erhielten alle Gäste eine Weihnachtstüte mit Leckereien und dann folgte die Lichterfahrt durch das strahlende Berlin. Zu guter Letzt waren alle glücklich und zufrieden, die Besucher und die Ehrenamtlichen.

Ganz herzlich danken wir für die finanzielle Unterstützung der Feiern durch den Senator für Gesundheit und Soziales und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
Wilfried Neumann
Foto: Wilfried Neumann
Foto von der Weihnachtsfeier 2016


November 2016

Der Adventsbasar

Am 25. und 26. November 2016 erfreuten sich wieder viele, viele Besucher am alljährlichen Adventsbasar. Zur Eröffnung am ersten Tag begrüßte unser Vorstandsmitglied Joachim Krüger die Gäste. Er betonte, dass trotz der draußen allgemein verbreiteten Geschäftigkeit hier im Haus schon eine echte Vorweihnachtsstimmung herrsche im feierlich geschmückten Saal mit den liebevoll gedeckten Tischen. Dafür gilt der Dank allen Ehrenamtlichen, die unter der Leitung von Margit Hankewitz mit ihrem Arbeitseinsatz das ganze Haus für diese Tage verzaubert und den Verkauf in den einzelnen Räumen vorbereitet haben. Er bat die Besucher, Lose zu kaufen und von den vielfachen Angeboten Gebrauch zu machen. Der gesamte Erlös wird wie immer in die wichtigen Aktivitäten des Sozialwerks Berlin fließen.
Frau Judith Stückler, Vertreterin des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und stellvertretende Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlung, wies darauf hin, dass Weihnachten, das Fest der Freude, das ganze Jahr über sein könnte, denn freudige Anlässe gäbe es immer wieder. Überall herrschte munteres Treiben: im Saal beim Kaffeetrinken, bei der Tombola – jedes Los gewinnt -, an den vielfältigen Verkaufsständen sowie im Trödelmarkt. Glühwein und Kartoffelsuppe erfreute die Besucher draußen im Weihnachtszelt. Der Gesamterlös war dann mehr als zufriedenstellend. Welch‘ ein Glück für das Haus!
Wilfried Neumann
Foto: Wilfried Neumann

Fot vom Weihnachtsbasar 2016
v.l.n.r.: Judith Stückler, Margit Hankewitz, Joachim Krüger


Projekt: Patenschaften für syrische Flüchtlingsfamilien

Seit einem halben Jahr betreut das Sozialwerk Berlin in diesem Projekt mehrere syrische Flüchtlingsfamilien, die sehr dankbar dafür sind, dass sich jemand für ihre Situation interessiert.
Jede Familiengeschichte ist anders. Dem entsprechend ist auch die Hilfe und Unterstützung unterschiedlich. So helfen wir einem alleinerziehenden Vater mit 4 Kindern nach einem Krankenhausaufenthalt bei der Rehabilitation oder einer Familie mit 5 Kindern bei der Ausstattung der Wohnung, Fragen mit dem Vermieter zu klären und Termine zur Ummeldung beim Bürgeramt zu koordinieren. Einer anderen Familie helfen wir die Tochter nach Berlin zu holen, die nach einem Bombardement in Syrien als vermisst galt und glücklicherweise überlebte.
Die Unterstützung der ehrenamtlichen „Sozialwerker“ ist vorbildlich. Die Einsatzbereitschaft auch an den Wochenenden ist sehr groß und auch gefragt, denn in der Woche haben die Flüchtlinge Behördengänge zu erledigen und die Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten. Wir bleiben unserem Prinzip treu und geben „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das heißt, wir drängen niemand unsere Hilfe auf und geben „nur“ die Hilfe, die gewollt ist bzw. den Anstoß dazu.
28.06.2016/Stawenow